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migraeneinformation.deProphylaxeErnährungKohlenhydratreiche Diäten

Kohlenhydratreiche Diäten.

 


Inhaltsübersicht

Auf dieser Seite werden die folgenden Themen behandelt:


Die Empfehlung der letzten Jahrzehnte

Kohlenhydrate und Serotonin

Kohlenhydrate und Sport

Kohlenhydrate und Alltag

Fett und Hormone

Richtige Ergebnisse - falsche Schlüsse

Sind kohlenhydratreiche Diäten eine Option?


Die Empfehlung der letzten Jahrzehnte


Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren, was die Ernährung angeht, von einer Verteufelung des Nahrungsfetts und in der Folge einer Empfehlung von kohlenhydratreichen, aber fettarmen Diäten gekennzeichnet. Der Kohlenhydratanteil der täglichen Nahrung sollte 50 - 60% der täglichen Kalorien abdecken, wobei dieser zum großen Teil aus Vollkorn und nicht Weißmehl oder Zucker bestehen sollte. Kohlenhydratreich heißt zwangsläufig gleichzeitig auch fettarm, genauso wie umgekehrt eine kohlenhydratarme Diät stets reich an Nahrungsfett sein wird.

Diese grundsätzliche Empfehlung zu kohlenhydratreichen und fettarmen Diäten war überraschend, da von den 3 wesentlichen Nahrungskomponenten

  • Eiweiße (Proteine)
  • Fette
  • Kohlenhydrate

nur die Kohlenhydrate nicht zwingend zum Überleben erforderlich sind: Es gibt keine "essentiellen" Kohlenhydrate. Warum sollte ausgerechnet von der Nahrungskomponente am meisten verzehrt werden, die für das Überleben die geringste Bedeutung hat?

In der Praxis führte das zwar dazu, dass tatsächlich viele Menschen versuchten am Fett zu sparen (vor allem viele junge Mädchen, die ein paar Kilos abspecken wollten und in der Folge dann nicht selten an Bulimie oder anderen Essstörungen erkrankten), leider aber den anderen Teil der Empfehlung (Vollkorn) nicht annahmen, da sie diese Nahrungsmittel nicht vertrugen.

Dies war eigentlich nicht weiter erstaunlich, da historische Untersuchungen zeigen, dass der Mensch von Anfang an Getreide vor allem als Weißmehl verzehrt hat, es also alles andere als natürlich zu sein scheint, regelmäßig größere Mengen Vollkorn zu essen. Daneben gibt es klare Anzeichen dafür, dass der Mensch als biologische Spezies unter anderem deshalb so erfolgreich ist, weil er über seine gesamte Entwicklungsgeschichte immer mehr zu konzentrierter und zum Teil außerhalb der eigenen Verdauungsorgane aufgeschlüsselter Nahrung übergegangen ist, was über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren zu einer gravierenden Änderung der Körperstruktur und der energetischen Verteilung im Körper geführt hat. Die Empfehlung einer ballaststoffreichen Ernährung mit geringerer Nährstoffdichte steht deshalb im Widerspruch zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit (Aiello LC, Wheeler P: The expensive-tissue hypothesis: the brain and the digestive system in human and primate evolution, Curr Anthropol 1995 36:199-221). Weitere Informationen zum Thema finden sich in den Abschnitten Was uns die Anthropologie lehrt? und Vom Raubtier zum Menschen.

Fazit: Die typische Ernährung des Fettsparers sah wie folgt aus: Wenig Fett, relativ wenig Eiweiß und ganz viel Zucker und Weißmehl.



Kohlenhydrate und Serotonin


Auf Migräne bezogen ist allerdings zu beachten, dass eine kohlenhydratreiche Mahlzeit einen direkten positiven Einfluss auf den Serotonin-Spiegel im Gehirn hat.

Dies hat ganze Generationen von Migräneforschern (und so finden sich heute immer noch offizielle Empfehlungen in diese Richtung) zu der irrigen Ansicht verleiten lassen, bei Migräne solle man sich vor allem kohlenhydratreich ernähren, denn dies würde den Serotonin-Spiegel heben. Ein Beispiel für eine solche Ansicht findet sich z. B. in einem bei der Deutsche Schmerzhilfe e. V. veröffentlichten Artikel über den Einfluß der Ernährung auf das persönliche Wohlbefinden, chronischen Schmerz und Depression.

Man hatte aus der Tatsache, dass eine kohlenhydratreiche Mahlzeit einen unmittelbaren positiven Einfluss auf den Serotonin-Spiegel hat, geschlossen, dass eine kohlenhydratreiche Ernährung einen langfristigen positiven Einfluss auf den Serotonin-Spiegel hat und dieser Schluss ist leider falsch.

Wir wollen uns einmal genauer anschauen, worauf sich diese Schlussfolgerung stützt.

In der Regel wird wie folgt argumentiert:

Serotonin selbst kann nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden, muss also im Gehirn vor Ort gebildet werden. Die Serotoninproduktion im Gehirn ist abhängig vom Vorhandensein von Tryptophan. Diese essentielle Aminosäure (Eiweißbaustein) stellt die Vorstufe von Serotonin dar. Damit Tryptophan ins Gehirn gelangen kann, muss mit Hilfe spezieller Transportsysteme die Blut-Hirn-Schranke passiert werden. Neben Tryptophan kommen aber auch andere neutrale Aminosäuren über diesen Weg ins Gehirn. Die verschiedenen Aminosäuren konkurrieren also um das Transportsystem, was zur Folge hat, dass nur bei einem relativ hohen Verhältnis von Tryptophan zu anderen Aminosäuren im Blut genügend Tryptophan ins Gehirn gelangen kann. Genau hier greifen Kohlenhydrate in die Serotoninbildung ein. Denn durch kohlenhydratreiche Kost kommt es zu einem Anstieg des Insulinspiegels. Dadurch werden Aminosäuren verstärkt vom Muskel aufgenommen. Nur Tryptophan bleibt im Blut. Da die neutralen Aminosäuren nun die Transportsysteme nicht mehr besetzen, kann vermehrt Tryptophan ins Gehirn gelangen. Damit wird die Serotoninsynthese angekurbelt.

Diese Beschreibung ist richtig. Deshalb können kohlenhydratreiche Mahlzeiten auch unmittelbar eine Stimmungsaufhellung bewirken, deshalb werden in der dunklen Jahreszeit mehr Süßigkeiten verspeist als im Sommer.

Allerdings wird dabei übersehen, dass dieser Prozess nur eine kurze Zeit andauert. Denn die höhere Serotonin-Synthese führt offenbar gleichzeitig auch zu einer höheren Serotonin-Ausschüttung (daher die Stimmungsaufhellung). Einige Zeit nach dem Verzehr der Süßigkeit setzt dann aber bei vielen Personen eine Unterzuckerung ein, die eine deutlich verringerte Serotonin-Synthese bewirkt.

In der Folge tritt dann nämlich der gegenteilige Effekt ein und es stellt sich eine eher depressive Stimmung ein, eventuell gepaart mit Heißhunger, wodurch erneut nach einer kohlenhydratreichen Nahrung verlangt wird. Als Endergebnis stellen sich dann keine hohen sondern stark fluktuierende Serotonin-Spiegel ein. Dies deckt sich auch mit der Erkenntnis, dass die fast kohlenhydratfreie ketogene Diät antidepressive Effekte haben kann.

Auf diese Weise kann schnell ein ausgeprägtes Suchtverhalten entstehen, gepaart mit der schon bei Kindern bekannten labilen Persönlichkeit des Kohlenhydratkonsumenten: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, im Fachjargon auch bipolare Störung genannt. Bipolare Störungen gehören zu den bekannten Migräne-Komorbiditäten.

Vielleicht ist die wahrgenommene momentane Stimmungsaufhellung auch der Grund, dass der Mensch überhaupt den Weg zum Getreide gefunden hat. Vielleicht wurde Getreide anfangs für rituelle Zwecke genutzt, ähnlich wie sich andere ihr Marihuana-Pfeifchen anzünden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings auch, dass es Auffassungen gibt, die behaupten, dass im Rahmen von Migräne der Serotonin-Spiegel im Gehirn eher konstant niedrig gehalten werden sollte. Auch aus diesem Grunde könnten sich kohlenhydratreiche Mahlzeiten als bedenklich erweisen.

Und es gibt in der Tat eine ganze Reihe von Fakten, die diese Auffassung stützen:

  • Wirkstoffe wie Fluoxetin (Prozac, usw.), die den Serotonin-Spiegel im Gehirn anheben, sind im Allgemeinen nicht Migräne-wirksam, allenfalls kann man damit eine begleitende Depression behandeln.
  • Niedrige Serotonin-Spiegel im Gehirn heben den Appetit an, hohe dagegen senken ihn, weswegen Medikamente, die den Serotonin-Spiegel im Gehirn anheben in der Regel zu einer Gewichtsabnahme führen, Medikamente die den Serotonin-Spiegel senken dagegen zu einer Gewichtszunahme.
  • Fast alle Migräne-Prophylaktika führen zu einer Gewichtszunahme, was allein schon darauf hindeutet, dass diese in der Regel den Serotonin-Spiegel nicht heben sondern eher senken.
  • Zu den wirkungsstärksten Migräne-Prophylaktika gehören der Wirkstoff Pizotifen (Marke: Sandomigran, als Mittel zur Gewichtszunahme auch als "Mosegor" im Handel) oder der Wirkstoff Oxetorone Fumarate. Bei beiden Wirkstoffen handelt es sich um sog. Serotonin-Antagonisten, die den Serotonin-Spiegel im Gehirn senken (und hierdurch z. T. zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen können). Auch Betablocker sollen unter anderem als Serotonin-Antagonisten wirken.
  • Direkte Sonnenstrahlung hebt den Serotonin-Spiegel im Gehirn. Aus diesem Grund verstärkt sich bei vielen Menschen ein Verlangen nach Süßigkeiten und anderen Kohlenhydraten vor allem in den Wintermonaten. Viele Migränepatienten empfinden aber direkte Sonneneinstrahlung als unangenehm, tragen zum Schutz bereits starke Sonnenbrillen und sind der Auffassung, dass sie bei verstärkter Sonneneinstrahlung zunehmend gefährdet sind. Man könnte es so ausdrücken: Sie scheinen sich vor einer weiteren drastischen Serotoninausschüttung schützen zu wollen.

    Eine Studie in arktischer Umgebung ergab, dass Migräniker im Sommer bei regelmäßiger Sonneneinstrahlung deutlich häufiger unter Migräne litten als im Winter (Alstadhaug, KB, Salvesen, R & Bekkelund, SI: Seasonal variation in migraine. Cephalalgia 25 (10), 811-816. doi: 10.1111/j.1468-2982.2005.01018.x).
  • Wie bereits erwähnt, gibt es keinerlei Hinweise, dass kohlenhydratreiche Mahlzeiten zu einem generellen Anstieg des Serotonin-Spiegels im Gehirn führen. Vielmehr besteht der Verdacht, dass kohlenhydratreiche Mahlzeiten langfristig eher stark fluktuierende Serotonin-Spiegel im Gehirn zur Folge haben. Eine kohlenhydratarme Ernährung scheint dagegen den Serotonin-Spiegel im Gehirn auf einem relativ konstanten Niveau zu halten. Dies deutet auch schon die Tatsache an, dass sich üblicherweise wenige Tage nach Aufnahme einer kohlenhydratarmen Diät der Appetit regelt und dann deutlich weniger gegessen wird: Mit der Nivellierung des Blutzuckerspiegels scheint sich auch der Serotonin-Spiegel im Gehirn zu stabilisieren.


Kohlenhydrate und Sport


In der Sportmedizin wurden ähnliche Denkfehler gemacht. Beginnend mit der Dr. Haas Leistungsdiät hatte sich im Sport die Vorstellung durchgesetzt, dass Spitzenleistungen insbesondere durch Kohlenhydrate zustande kommen. Dabei wurde u. a. argumentiert, dass bei der Verbrennung der Kohlenhydrate weniger bzw. kein Sauerstoff erforderlich sei und dies sei in Wettkampf-Situationen entscheidend.

Dies mag alles richtig sein - für den Wettkampf. Nur leider befinden sich Leistungssportler oft nur wenige Stunden pro Woche (wenn überhaupt) im Wettkampf und ansonsten im Training. Und da stellte sich heraus, dass Substanzgewinn, Muskelzuwachs, systematischer Leistungsaufbau eben vor allem durch eine Reduzierung des Kohlenhydratkonsums (bis hin zum zeitweisen völligen Verzicht) erreichbar sind.

Barry Sears schreibt in "Das Optimum - Die Sears-Diät" dazu:

"Dennoch bildet kohlenhydratreiche Kost die Basis der derzeit allgemein empfohlenen Sportlernahrung, und zwar weltweit. Die Ernährungswissenschaftler liegen hier völlig falsch.

Sportliche Höchstleistung wird nicht am Tag des Wettkampfes bestimmt, und sie hängt mit Sicherheit nicht von irgendeinem Energieriegel oder -getränk ab. ...

Sportliche Spitzenleistung hängt vom Training und von einer über Wochen oder sogar Monate eingehaltenen Diät vor dem Rennen oder Wettbewerb ab. Nichts in der veröffentlichten Fachliteratur stützt die Annahme, dass das lange Einhalten (mehr als 5 Tage) einer kohlenhydratreichen Diät sportliche Leistung verbessert."


In vielen Sportarten kommt man zunehmend von der Kohlenhydratmast der letzten Jahrzehnte ab (Heide Rosendahl, John Ecker in: Opoku-Afari, Clifford: Die Diät-Katastrophe. Über das Kohlenhydrat-Kartell, süße Machenschaften und Wege aus dem Diätendschungel, 2006).



Kohlenhydrate und Alltag


Diese Erkenntnisse kann man auch direkt auf die Normalbevölkerung übertragen: Im Alltagsleben sollten nach Möglichkeit eher wenige Kohlenhydrate konsumiert werden, stehen außerordentliche An-forderungen über einen begrenzten Zeitraum an (zum Beispiel ein Umzug), dann kann die Kohlenhydratzufuhr gegebenenfalls gesteigert werden.


Fett und Hormone


Es ist immer wieder behauptet worden, dass eine sehr fettarme Ernährung zu einer Verbesserung bei Migräne führen könne. Auf vielen Migräne-Sites findet sich der Hinweis, dass man sich bei Migräne fettarm ernähren solle.

Fett spielt bei sehr vielen körperlichen Prozessen eine entscheidende Rolle.

So ist beispielsweise beobachtet worden, dass bei Leistungssportlerinnen, die sich sehr fett- und kalorienarm ernähren, der Körperfettanteil so weit zurückgehen kann, dass die Menstruation aussetzt.

Keine Menstruation bedeutet automatisch: Keine menstruelle Migräne.

Oft wirken diese Leistungssportlerinnen von der Statur her sehr kindlich. Befindet sich die Sportlerin noch in der Entwicklung, können normale Entwicklungsprozesse deutlich verzögert ablaufen. Insbesondere wird die sexuelle Entwicklung hinausgezögert und das Mädchen/die Frau verbleibt körperlich quasi in einem vorpubertären Stadium.

Bei vielen Betroffenen beginnt die Migräne aber erst mit der Pubertät, wenn weitere kräftige Hormone für zusätzliche Unruhe sorgen.

Eine sehr fettarme Ernährung kann einen Menschen körperlich geradezu in die Zeit vor der Pubertät zurückversetzen und das erklärt, warum dies eine positive Auswirkung auf die Migräne haben kann.

Ob dies auf diese Weise anzustreben ist, muss allerdings bezweifelt werden.

Da alle Sexualhormone und auch Cortisol aus Cholesterin erzeugt werden, erklärt sich, warum eine fettarme und cholesterinarme Diät auf Dauer zu Schädigungen des Hormonsystems führen kann. Die niedrige Konzentration bei den Sexualhormonen kann weitere Folgen nach sich ziehen, z. B. eine Schwächung der Knochen.



Richtige Ergebnisse - falsche Schlüsse


Häufig wird eine Studie der Loma Linda University zitiert, bei der durch eine starke Einschränkung der Fettzufuhr auf 20 - 30g pro Tag in einer Testgruppe eine deutliche Reduzierung an Migräneanfällen erreicht werden konnte.

Die Ergebnisse können eine Fehlinterpretation sein, denn im Fazit der Studie wird mitgeteilt: "The Loma Linda University study demonstrated beyond any doubt that a low-fat/high-complex-carbohydrate diet significantly decreases the occurrence of migraine headaches." Ferner: "One of the most important contributions of the study was to identify increased levels of blood fat as the common denominator of primary headaches. These findings linked together a multitude of seemingly unrelated headache triggers, all of which cause levels of blood fat to rise."

Mit anderen Worten: Es wurde in der Versuchsanordnung nicht nur die Fettzufuhr gesenkt, sondern gleichzeitig auch die aufgenommenen Kohlenhydrate auf "High-Complex-Carbohydrates" beschränkt, was allein schon zu einer Verbesserung von Blutzuckerspiegeln führen kann. Die Schlüsse aus den verbesserten Blut-Fett-Werten sind ebenfalls sehr problematisch, da neuere Studien allesamt gezeigt haben, dass die Blut-Fett-Werte nach fettreichen, kohlenhydratarmen Diäten in aller Regel deutlich besser sind als nach fettarmen, kohlenhydratreichen Diäten, und zwar insbesondere auch dann, wenn die Diäten mehr als 1 Jahr lang durchgeführt wurden.

Möglicherweise wurden bei dem Versuch der Loma Linda University also richtige Ergebnisse erzielt, aber - wie praktisch bei der gesamten Verifizierung der sog. Fetttheorie während der letzten 30 Jahre - daraus letztendlich die falschen Schlussfolgerungen gezogen.



Sind kohlenhydratreiche Diäten eine Option?


Kohlenhydratreiche Diäten können im Rahmen der Migräneprophylaxe dann eine Option sein, wenn sich auf den Verzehr von Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index beschränkt wird. In diese Richtung gehen auch die Diät-Vorschläge von Rodolfo Low (Low, Rodolfo: Migraine - The Breakthrough Study That Explains What Causes it and How it Can be Completely Prevented Through Diet, 1987).

Ferner sollten bei solchen Diäten unbedingt die folgenden Empfehlungen beachtet werden:

  • Achten Sie auf eine reichliche Proteinzufuhr. Essen Sie vor allem abends eher proteinreich, um den Proteinverlust durch die nächtliche Glukoneogenese in Grenzen zu halten.

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass für die Verstoffwechselung der Proteine Insulin benötigt wird, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird, so dass automatisch die Glukoneogenese über Glucagon angekurbelt wird, um die Versorgung der Glucose-abhängigen Organe sicherzustellen (Horn F, Moc I, Schneider N: Biochemie des Menschen - Das Lehrbuch für das Medizinstudium, Stuttgart, 3. Auflage, 2005). Da die Ausschüttung von Glucagon maßgeblich über den Parasympathicus stimuliert wird, harmoniert diese Art der Blutzuckerregulierung mit der entspannenden abendlichen Phase.

    Die Kombination aus Proteinen und Kohlenhydraten steht darüber hinaus in dem Ruf den Insulinspiegel besonders schnell in die Höhe schießen zu lassen, da hierbei Insulin sowohl für die Verstoffwechselung der Proteine als auch der Kohlenhydrate benötigt wird .

  • Essen Sie eher häufige kleine Mahlzeiten. Vermeiden Sie große kohlenhydratreiche Mahlzeiten mit hoher glykämischer Last.

Eine solche Diät kann insbesondere immer dann versucht werden, wenn die betroffene Person Vegetarier ist und das auch bleiben möchte.

Bezüglich Migräne sind dabei möglicherweise Diäten mit einem Verzicht auf Getreide und eventuell auch Milchprodukten besonders interessant. Speziell die vegane Ernährung kann eine Erfolg versprechende Option sein, setzt aber erhebliche Kenntnisse und eine beträchtliche Disziplin beim Anwender voraus.

Allerdings muss auch festgestellt werden, dass bei solchen Diäten das Risiko für Nahrungsmittelunverträglichkeiten deutlich ansteigt. Viele Menschen vertragen keine Vollkornprodukte oder sind gar Gluten-sensitiv bzw. Laktose-intolerant. Nüsse gehören gleichfalls zu den bekannten Migränetriggern, ebenso einige Obstsorten, so dass insbesondere ganz wesentliche Kalorien- und Nährstoffträger ausfallen können.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der Migräniker unter unspezifischen Magen- und Oberbauchbeschwerden leidet und deshalb ballaststoff-reiche Nahrung in der Regel nicht einwandfrei verdauen kann (Kurth T, Holtmann G, Neufang-Hüber J, Gerken G & Diener H-C. Prevalence of unexplained upper abdominal symptoms in patients with migraine. Cephalalgia 2005. London. ISSN 0333-1024).

Ferner besteht die Gefahr, dass bei solchen Diäten der gesamte Stoffwechsel zu stark auf Glucose ausgerichtet wird, so dass es viel leichter zu Energiemangelsituationen kommen kann, speziell dann, wenn die betroffene Person kaum über Fettreserven verfügt (siehe dazu auch die Ausführungen in Abschnitt Adipositas und Fettstoffwechsel).

Aus all diesen Gründen sind kohlenhydratreiche Diäten nur eine Option mit geringerer Erfolgsaussicht. Speziell bei schwerster chronischer Migräne sind kohlenhydratarme oder gar ketogene Diäten vorzuziehen.



 




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