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migraeneinformation.deUrsachenStress

Stress.

 


Inhaltsübersicht

Auf dieser Seite werden die folgenden Themen behandelt:


Was ist Stress?

Beta-Blocker und Stress

Ausdauersport und Stress

Ausdauersport stärkt den Parasympathicus und optimiert die Insulinwirkung

Migränepatienten haben zu viel Stress

Migräne häufig nach dem Stress

Das Ziel ist: Stressreduzierung und Hormonstabilisierung

Ein Beispiel einer inneren Stressreduzierung


Was ist Stress?


Stress spielt im Rahmen der Entstehung einer Migräneattacke eine bedeutende, um nicht zu sagen entscheidende Rolle. Allerdings ist oft nicht ganz klar, was eigentlich Stress ist.

Meist wird Stress mit psychischen Einflussfaktoren verwechselt. So wird denn von manchen Betroffenen ein Mobbing-Versuch am Arbeitsplatz als Stress gewertet, der Wetterumschwung aber nicht.

Zunächst einmal wirkt jeglicher Stress auf das vegetative/hormonelle System und damit körperlich. Stress ist etwas, was den Körper genötigt sieht, steuernd einzugreifen, insbesondere durch vegetative/hormonelle Reaktionen. Mit anderen Worten: Stress ist etwas, was den Körper zu einer verstärkten Ausschüttung der Stresshormone Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol und weiterer Neurotransmitter veranlasst. Erfolgt eine solche körperliche Reaktion nicht, dann war die Situation für die betroffene Person auch nicht stressreich, sie mag es vielleicht für andere Personen gewesen sein, die betroffene Person ist dagegen "cool" geblieben.

Viele unterschiedliche Situationen können Stressreaktionen auslösen. Körperliche Stresssituationen sind z. B. Verletzungen, Operationen, Verbrennungen, Kälte, Schmerzen, Sauerstoffmangel oder niedriger Blutzucker. Psychische Stressreaktionen sind u.a. Ärger, Angst, Leistungsdruck, Freude, oder Trauer.

Stressreaktionen werden über das Hypothalamus-Hypophysen-System, d. h. das vegetative/hormonelle System, reguliert.

Dabei unterscheidet der  Körper nicht, ob es sich um positiven Stress (Eustress), z. B. Freude, oder negativen Stress (Disstress), z. B. Schmerzen, handelt, die Reaktionskette ist immer dieselbe. Sie gliedert sich in zwei gleichzeitig verlaufende Reaktionen:

  • Der Hypothalamus reagiert auf stressauslösende Situationen mit der Ausschüttung von CRH (Corticotropin-Releasinghormon). CRH stimuliert die Hypophyse zur Ausschüttung von ACTH (Adrenocorticotropes Hormon). ACTH wiederum regt die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Glukokortikoiden (Cortisol) und damit zur internen Blutzuckerproduktion (Eiweißverzuckerung) an. Dies geschieht, um die körperliche Leistungsfähigkeit für die bevorstehenden zusätzlichen Anforderungen grundsätzlich zu erhöhen.
  • In der zweiten Reaktionskette wird über den Sympathicus das Nebennierenmark aktiviert. Das schüttet dann innerhalb von Sekunden eine Mischung von 80 Prozent Adrenalin und 20 Prozent Noradrenalin aus. In der Folge steigen der Blutdruck und der Pulsschlag und es werden Blutzuckerreserven der Leber mobilisiert (Glykogenolyse). Auch dies trägt dazu bei, um die körperliche Leistungsfähigkeit im Rahmen der Stressbeantwortung zu erhöhen.
  • Gleichzeitig wird Beta-Endorphin ausgeschüttet, was den Körper schmerzunempfindlicher machen soll (als Vorbereitung auf eine Flucht- oder Kampf-Situation).
  • Ferner wird Serotonin ausgeschüttet bzw. dessen Konzentrationsverteilung im Gehirn verändert, welches antidepressiv, stimmungsaufhellend und schmerzsenkend wirkt (bzw. Optimismus für den bevorstehenden Kampf produziert) und die Kommunikation zwischen den Nervenzellen beschleunigt. Es ist denkbar, dass die verstärkte Ausschüttung von Serotonin zu erhöhten energetischen Anforderungen im Gehirn führen kann.

Die zweite Reaktionskette über den Sympathicus (vegetatives Nervensystem) wirkt kurzfristig. Bei langfristigem Stress überwiegt die erste Reaktionskette über das Hormonsystem.

Langanhaltender Dauerstress kann die Gesundheit schädigen.

Wird nun zusätzlich zum Stress noch ein Versorgungsproblem im Gehirn festgestellt (bzw. das Versorgungsproblem ist die Stressursache), dann reagiert das vegetative/hormonelle System mit einem Warnsignal: Schmerz. Hypothalamus und Hirmstamm senden dazu verstärkt Schmerzimpulse an den Versorgungsnerv der Blutgefäße im Gehirn (Nervus Trigeminus). Gleichzeitig werden Prostaglandine ausgeschüttet, welche gefäßerweiternd und entzündungsauslösend wirken. Auch setzen Prostaglandine die Schmerzschwelle herab, so dass der Schmerz (das Warnsignal) leichter wahrgenommen wird. Prostaglandine sind Hormone, welche zur Klasse der Eicosanoide gehören. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Wirkung der nichtsteroidalen Analgetika wie ASS (Aspirin) oder Ibuprofen darin besteht, die Enstehung der Prostaglandine zu hemmen. Sie wirken dadurch einerseits entzündungshemmend und gleichzeitig schmerzsenkend, da sie die Schmerzschwelle wieder erhöhen.

Die unterschiedlichen Aktionen im Rahmen der standardisierten körperlichen Reaktion bei Stress bzw. zerebralen Versorgungsproblemen bieten unterschiedliche Möglichkeiten für medikamentöse Gegenmaßnahmen:

  • Betablocker mildern die Adrenalin-Reaktion (2. Reaktionskette über den Sympathicus) ab.
  • Nichtsteroidale Analgetika wie ASS (Aspirin) oder Ibuprofen hemmen die Enstehung der Prostaglandine und wirken hierüber entzündungshemmend und schmerzsenkend. Ferner wirken sie der Gefäßweitung durch die Prostaglandine entgegen. Sie können auch günstig wirken, wenn sie bereits prophylaktisch eingenommen werden.
  • Serotonin-Antagonisten wie Pizotifen hemmen die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn und verhindern hierdurch eine überstarke Gefäßverengung zu Beginn einer Migräneattacke auf Grund einer Entleerung der Serotonin-Speicher.
  • Selektive Serotoninrezeptor-Agonisten (Triptane) verhindern eine weitere Ausschüttung von Serotonin, indem sie die Wirkung von Serotonin an bestimmten Rezeptoren simulieren. Dies führt gleichzeitig zu einer Verengung (Vasokonstriktion) der Gefäße und einer Hemmung der entzündlichen Prozesse. Eine Systematik der Serotonin-Rezeptoren findet sich hier.

Im Sinne der obigen Erläuterungen und der im Körper ablaufenden Stressreaktionen gehören zum Stress nicht nur äußere Faktoren sondern auch innere: Eine Erkrankung ist genau so als Stress zu bewerten wie etwa

  • eine schwer verdauliche Mahlzeit,
  • ein erhöhter Alkoholkonsum
  • eine starke Lärmbelästigung
  • starke optische Reize, flackerndes Licht
  • Überforderung von Gehirnregionen, z. B. bei Augenfehlstellungen bei gleichzeitig hohen Leseanforderungen
  • hohe körperliche Anforderungen, z. B. beim Leistungssport

Wie sehr eine innere oder äußere Belastung für den Körper Stress ist, kann an der Ausschüttung der Stresshormone abgeschätzt werden.

Die folgende Abbildung (aus G. Strobel, 2002, modifiziert nach Cryer, 1980) zeigt eindrucksvoll, wie stark die Adrenalinausschüttung im Rahmen einer akuten Hypoglykämie sein kann. Bezogen auf Adrenalin gibt es hormonell gesehen keine vergleichbare körperliche oder psychische Belastungssituation.




Beta-Blocker und Stress


Im Abschnitt Unterzuckerung und Angst haben wir bereits näher erläutert, warum Beta-Blocker wie Metoprolol oder Propranolol eine Wirkung gegen Migräne entfalten können:

  • Beta-Blocker mildern die Wirkung des Adrenalins.

Bei starkem Stress (egal welcher Ursache) kommt es zu einer kräftigen Adrenalin-Reaktion mit Sympathicus-Aktivierung, welche u. a. die letzten Reserven (z. B. Zuckerreserven) mobilisiert. In der Entspannungsphase kommt es dann zum energetischen Zusammenbruch, da in dieser Situation – bei fehlenden Speicherreserven - die körpereigene Glucosefabrik heruntergefahren wird.

Beta-Blocker verhindern die Auswirkungen dieser problematischen kräftigen Adrenalin-Reaktion und damit auf Dauer die vollständige energetische Erschöpfung des Betroffenen (Burn-out usw.).



Ausdauersport und Stress


Leichter Ausdauersport kann nachweislich positiv auf Migräne wirken.

Ein Team von Neurologen an der türkischen Universitätsklinik von Erciyes überprüfte an 40 Migränepatienten die prophylaktische Wirkung von Ausdauersport auf Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerzattacken. Zunächst mussten die 40 Studienteilnehmer sechs Wochen lang ihre vorbeugenden Medikamente absetzen. Anschließend trainierten sie dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang ein aerobes Übungsprogramm.

Schon nach sechs Wochen ging es den Patienten deutlich besser: die Anzahl der Migräneattacken sowie die monatlichen Kopfschmerzstunden hatten sich halbiert, die Intensität der Schmerzen war um ein Drittel gesunken.

Wir vermuten, dass die Gründe ähnlich sind wie bei Beta-Blockern:

Durch Ausdauersport kommt es zu einer momentanen Stressbelastung: Der Puls steigt, die Atmung aktiviert sich, das Gesicht rötet sich, man fängt an zu Schwitzen usw. Diese Reaktionen sind die Handschrift des Adrenalins und anderer Stresshormone. Beim Laufen beschleunigt sich der Puls nicht etwa deshalb, weil man läuft und folglich das Herz mitlaufen muss, sondern weil erhöhte Anforderungen bestehen und das Herz durch die Stresshormone entsprechend zu erhöhter Leistung angewiesen wird.

Durch regelmäßigen Ausdauersport entsteht nachweislich ein Trainingseffekt. Man stellt dann fest, dass man nach kurzer Zeit die gleiche Leistung bei wesentlich geringerer Pulsbeschleunigung erbringen kann. Oder man stellt fest, dass der Puls nach einer Belastung viel schneller wieder in Normalbereiche zurückkehrt als im untrainierten Zustand. Dies weist darauf hin, dass auch die Stresshormonspiegel bei Belastung viel schwächer ansteigen und sich nach Belastung viel schneller normalisieren als ohne Training, so dass von einer insgesamt besseren Stressbelastung ausgegangen werden kann.

  • Ausdauersport verbessert die Adrenalin-Reaktion und deren Auswirkungen.

G. Strobel führt in diesem Zusammenhang aus:

"Es wird angenommen, dass eine gesteigerte Katecholaminfreisetzung unter Maximalbelastung die Leistungsfähigkeit erhöht. Ausdauertraining vermindert zudem die Katecholaminfreisetzung in Ruhe bei submaximaler Belastung. Deshalb wird bei chronischem Stress und Erkrankungen wie Hypertonie die Einflussnahme auf das sympathoadrenerge System via körperliche Aktivität als Möglichkeit für Behandlung und Prävention genutzt."

Dies ist eine präzise Erklärung, warum Ausdauersport bei Migräne langfristig helfen kann: Ausdauersport wirkt nicht neuronal, sondern über die Stärkung des hormonel-len Stresssystems.

Anders als Beta-Blocker, die die Wirkungen überschießender Adrenalin-Freisetzungen mildern, trainiert Ausdauersport das Stresssystem und stärkt es dadurch.

Es darf aber nicht übersehen werden, dass Migräne-Betroffene mit bereits hoher Stressbelastung möglicherweise keinen zusätzlichen Stress ertragen, auch leichten Ausdauersport nicht, ohne zusätzliche Migräneanfälle zu bekommen. In diesem Fall kann es Sinn machen, zunächst bereits vorhandene Stressbelastungen (z. B. Hypoglykämien) zu reduzieren bzw. zu eliminieren.



Ausdauersport stärkt den Parasympathicus und optimiert die Insulinwirkung


Regelmäßiger Ausdauersport hat eine ganze Reihe von weiteren langfristigen Auswirkungen auf den Körper. In Vor- und Nachteile von Ausdauersport und Konditionsaufbau wird dazu u. a. festgestellt:
  • Unter Stressbedingungen reagiert ein Ausdauersportlerherz wesentlich ruhiger als das eines stressgeplagten Durchschnittsbürgers, da der ruhigere Gegenspieler der beiden vegetativen Steuernerven, der sogenannte Nervus vagus bei einem ausdauertrainierten Körper überwiegt, und einen beruhigenden und herzschlagsenkenden Einfluss hat.

  • Bei Personen im Ausdauertraining sinken die Blutdruckwerte sowohl in Ruhe als auch bei Belastung – ein Effekt, der auch beim Gesundheitssport z.B. mit Bluthochdruckkranken genutzt wird. Dies kommt dadurch zustande, dass das Blut in die Muskeln umverteilt, und die Elastizität der großen Gefäße trainiert wird. Innerhalb der Muskulatur bildet sich durch Ausdauertraining außerdem ein wesentlich dichteres Netz der feinsten blutführenden Äderchen aus (Kapillarnetz). Die Muskeln werden dadurch zum einen besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, zum anderen fließen giftige Stoffwechselprodukte und Ermüdungsstoffe besser ab.

  • Bis zu 25 Prozent, d.h. um ein bis zwei Liter, kann sich die Blutmenge beim Erwachsenen durch Ausdauersport erhöhen. Dabei steigt das Plasmavolumen um etwa zwei Drittel, das der roten Blutkörperchen um etwa ein Drittel.

    Die jetzt vorhandene höhere Zahl an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) erhöht die Sauerstofftransportfähigkeit des Blutes. Auch wird der Sauerstoff leichter ins Gewebe abgegeben (bessere Sauerstoffausnützung). Die im Vergleich zur Menge der roten Blutkörperchen gesteigerte Wasserzunahme hat den Vorteil, dass das Blut dünnflüssiger wird. Gleichzeitig hat der Körper im Ausdauersport eine „Wasserreserve“ beim erhöhten Wasserumsatz. Auch lassen sich die Erythrozyten besser plastisch verformen und können so Engstellen leichter passieren. Auch das Blutgerinnungssystem wird durch Ausdauersport stabilisiert und im Sinne einer Thrombosevorbeugung beeinflusst.

  • Dass es auch im Wechselspiel der Hormone Anpassungen an die sportliche Belastung gibt, kann man bereits an der vergrößerten Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und Nebennierenrinde beim trainierten Sportler erkennen. Ausdauertraining vermindert einerseits den Hormonbedarf unter Ruhebedingungen, erhöht aber auf der anderen Seite die Mobilisationsreserven der Hormone unter Belastungsbedingungen.

    Die im Ausdauerbereich wichtigsten Hormone sind die Hypophysen-, die Schilddrüsen-, die Bauchspeicheldrüsen-, die Nebennieren-, die Eierstocks- und die Hodenhormone.

    So vermindern z.B. chronische Ausdauerreize den Insulinbedarf bei gleichzeitiger besserer Ausnutzung der Insulinwirkung. Insgesamt spart der Körper Insulin, was auch beim Ausdauersport mit Zuckerkranken genutzt wird. Insulin wirkt grundsätzlich zuckersenkend, in dem es Zucker in die Zelle einschleust und die Zuckerverbrennung fördert.

Zusammenfassend kann hervorgehoben werden, dass regelmäßiger Ausdauersport

  • den Parasympaticus (Nervus vagus) stärkt und damit dazu beitragen kann, die häufig bei Migränikern vorzufindende Erregung des Sympathicus zu normalisieren,
  • das Gefäßsystem trainiert,
  • die Fließeigenschaften des Blutes verbessert,
  • die Sauerstoffversorgung erhöht,
  • die Hormondrüsen kräftigt und
  • die Insulinwirkung optimiert.

Diese Wirkungen können - sofern nicht übertrieben wird - allesamt zu einer Besserung einer vorhandenen Migräneerkrankung beitragen. Insbesondere können sie die bei Migränikern beobachtete verringerte Insulin-Sensitivität verbessern und damit einer Neigung zu Hypoglykämien entgegenwirken, wodurch der innere Stress signifikant reduziert werden kann.

Nicht bestätigt haben sich bislang Vermutungen, dass Migräne zum Teil auch Folge eines Bewegungsmangels sein könne. Speziell bei Kindern und Jugendlichen wurde der Anstieg der Erkrankungsraten damit schon begründet. Allerdings zeigte eine epidemiologische Studie, dass sich gerade unter jugendlichen Migränikern zahlreiche Betroffene finden, die besonders intensiv Sport betreiben (Oksanen, A. et al.: Leisure activities in adolescents with headache, Acta Paediatrica, Volume 94, Number 5, May 2005, pp. 609-615(7)). Leichter Ausdauersport scheint demnach eine schützende Wirkung bei Migräne zu haben, intensiver und anstrengender Sport dagegen genau den gegenteiligen Effekt.



Migränepatienten haben zu viel Stress


In diversen Untersuchungen konnte bei vielen Migränepatienten ein erhöhter Spiegel an bestimmten Stresshormonen (z. B. Cortisol) nachgewiesen werden. Körperlich befindet sich der Patient also im Dauerstress. Dauerstress bedeutet aber häufig auch, dass der Körper insgesamt in einer erhöhten Alarmbereitschaft ist, denn Stress in der Natur hieß ja vor allem: Achtung, eine Gefahr droht. In diesem Fall greift der Körper auf Maßnahmen zurück, die für ein Überleben in der Natur optimiert sind, in der sicheren Umgebung eines gewärmten Büroarbeitsplatzes aber keinen Sinn mehr machen, z. B.:

  • Beschleunigung des Pulses
  • Erhöhung der Blutzufuhr ins Gehirn zwecks Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • Maßnahmen zur Verletzungsabwehr (Serotonin, Prostaglandine)

Dabei muss er sogar mit sehr widersprüchlichen Informationen zurechtkommen. Beispielsweise wird der Körper (Hypothalamus)  - wenn etwa jemand bei Sonneneinstrahlung und großer Hitze eine Bergwanderung durchführt - feststellen, dass der Kopf zu heiß wird und dagegen entsprechende Gefäßreaktionen einleiten. Gleichzeitig mag er signalisiert bekommen, dass aber der Blutzuckerspiegel auf Grund der Anstrengung zu niedrig ist und sich gezwungen sehen, gegenläufige Maßnahmen zu ergreifen. All dies wird fortlaufend vom Hypothalamus und anderen Organen des vegetativen Nervensystems registriert und entsprechend bearbeitet. Es sollte klar sein, dass auch für das leistungsfähigste vegetative Nervensystem und Hormonsystem irgendwann Grenzen erreicht sind, was diese aus dem Tritt bringen und Fehlsteuerungen veranlassen kann.

Die schweizer Neurohelp-Site des Neurologen Dr.med. Gerhard Jenzer formuliert das so:

"Das Gehirn weist dafür nämlich eine bestimmte, je nach Alter und momentaner Lebenssituation höher oder tiefer liegende Belastbarkeitsgrenze oder Schwelle auf. Wird sie überschritten, macht das Gehirn nicht mehr mit und es kommt zum 'Absturz' in den Anfall. Diese Schwellenhöhe schwankt in Abhängigkeit vom jeweiligen, neuerdings ebenfalls messbaren Leistungsvorrat des Gehirns. Wenn wir davon ausgehen, dass eine Übererregbarkeit desselben zu viel Energie verbraucht, kann dies in den Alltag umgesetzt werden: Reizüberflutung soll vermieden werden.

Bei aufgebrauchten Reserven und in einer besonderen Verfassung wird die Hirnfunktion instabil. Es braucht dann nur noch eine besonders belastende Situation. In einer solchen kann die kritische Hemmschwelle überschritten werden. Ein unmittelbarer Auslöser (sog. Trigger) bringt dann den ersten Stein ins Rollen, was die ganze Kaskade des Migräneanfalles nach sich zieht. Oftmals sind solche Trigger aber gar nicht identifizierbar und somit auch nicht zu vermeiden."

Mit anderen Worten: Die Summe des inneren und äußeren Stresses überfordern das vegetative Nervensystem und das Hormonsystem und machen sie, wird eine bestimmte Schwelle überschritten, instabil. Es kann dann zum Zusammenbruch in Form eines Migräneanfalls kommen.



Migräne häufig nach dem Stress


Eine häufige Beobachtung von Migräne-Patienten ist, dass ihre Migräne nicht während höherer Anforderungen, sondern erst danach - in der Entspannungsphase, am Wochenende, im Schlaf, nach dem Joggen usw. - auftritt.

Dies lässt sich plausibel erklären, und zwar nicht neurologisch, sondern energetisch:

  • Nach dem Stress schaltet der Körper auf Entspannung um, und in dieser Zeit regiert im vegetativen Nervensystem der Parasympathicus und nicht mehr der Sympathicus.
  • Hierdurch wird insbesondere die Ausschüttung der Stress-Hormone wie Adrenalin und Cortisol reduziert.
  • Sollte die Person unter einem labilen Blutzuckerspiegel oder einem sonstigen zerebralen Energieproblem leiden (und davon ist bei Migräne-Patienten grundsätzlich auszugehen) dann können nun die Mittel fehlen, einen fallenden Blutzuckerspiegel bzw. generell das Energieniveau wieder anzuheben, zumal durch die Reduzierung von Cortisol auch die körpereigene Glukoseproduktion (via Glukoneogenese) reduziert ist.
  • In dieser Situation werden dem Hypothalamus widersprechende Botschaften vermittelt:
    (a) Es liegen keine äußeren Anforderungen vor. Wir können uns endlich entspannen.
    (b) Der Blutzuckerspiegel fällt sehr schnell und wird bald kritische Werte erreichen. Wir müssen dringend eine umfassende körperliche Aktivierung mittels Adrenalin und Cortisol vornehmen.

Es ist leicht vorstellbar, dass diese Situation mit sich völlig widersprechenden Botschaften dann zum Zusammenbruch in Form einer Migräne führt.

Auf anderen Websites wird diese denkbare Beschreibung der Entstehung einer Migräne als Alarmanlagenhypothese bezeichnet.



Das Ziel ist: Stressreduzierung und Hormonstabilisierung


Vorrangiges Ziel eines Migränepatienten sollte es deshalb sein, den Gesamtstress zu reduzieren und hormonelle Schwankungen in natürlichen Grenzen zu halten, Grenzen, in denen vegetatives Nervensystem und Hormonsystem in der Lage sind, ihrer steuernden Aufgabe nachzukommen.



Ein Beispiel einer inneren Stressreduzierung


Betrachten wir einmal den folgenden (bewusst vereinfachten) Fall:

Zwei Hormone – zum Beispiel Östrogen und Insulin – schwanken in bestimmten Zyklen und abhängig von bestimmten Ereignissen, zum Beispiel Nahrungsaufnahmen.

Die Summe der Hormonausschüttungen zu einem Zeitpunkt definieren wir einfachheitshalber einmal als die Summe der körperlichen Stressbelastung, da sie ja den momentanen Regelungsbedarf widerspiegelt.




Nehmen wir nun einmal an, dass die Grenze der Stressbelastung bei 100 liegt. Bei allem was darüber liegt, geraten das vegetative Nervensystem oder das Hormonsystem aus dem Tritt. In diesem Fall kommt es in diesen Bereichen zu einer "abnormen Aktivitätsveränderung" und es wird ein Migräneanfall ausgelöst - so wie die moderne Medizin die Entstehung einer Migräneattacke beschreibt.

Die folgende Abbildung zeigt, dass in unserem Beispiel dieser Zustand einmal (Zeitpunkt 10) erreicht wird: In diesem Fall überschreitet die Summe des Regelungsbedarfs die kritische Größe und die Attacke beginnt. Dies erklärt auch, warum an anderen Tagen keine Probleme bestehen, obwohl doch angeblich genau das gleiche getan und gegessen wurde, obwohl zum Teil genauso viel Insulin bzw. Östrogen ausgeschüttet wurden.



Der/die Betroffene könnte in diesem Fall versuchen, die Hormone weniger schwanken zu lassen. Dies ist einerseits ein wenig durch Entspannungs- bzw. Abhärtungsmaßnahmen möglich bzw. durch Meidung bekannter Trigger. Eine direkte weitere Maßnahme liegt aber auf der Hand: Vermeidung von übermäßig großen Insulinausschüttungen, denn auf diese heute üblichen Pegel ist das Hormonsystem bei den meisten Menschen nicht eingestellt.

Danach würde sich der folgende modifizierte Hormon-Fahrplan ergeben:



Die daraus resultierende Gesamt-Stressbelastung würde dann stets unterhalb der kritischen Grenze von 100 liegen.




 




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