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THEMA
arvi
1.206 Beiträge

Fr, 23 Sep 2016 08:23
 Migräne und Autoimmunprozesse

Ich habe gerade eine krasse Erfahrung hinter mir, aber vielleicht hilft das jemandem hier weiter. Ich habe nur noch selten Infekte, aber wenn es mich erwischt, wird es heftig. Allmählich verstehe ich, was das ist. So hatte ich jetzt Ende des Urlaubs im August plötzlich eine massive Bronchitis mit heftigen Kopfschmerzen. Nach Anweisung meines Lungenarztes habe ich sofort mit Cortison-Spray begonnen wegen eines schon seit vielen Jahren bekannten "hyperreagiblen Bronchialsystems", Beginn mit einem schweren Bronchialinfekt mit 19 Jahren. Leider hat das nicht viel genutzt. Es eskalierte dann über die nächsten Tage so, dass ich am Wochenende beim ärztlichen Bereitschaftsdienst auflief. Dort diagnostizierte die Ärztin eine " schwere Bronchtitis" und setzte ein Antibiotikum an, obwohl ich keine Hinweise für eine bakterielle Superinfektion des ursprünglich viralen Infekts hatte. Die obgleich migränetypischen Kopfschmerzen sah sie als infektbedingt an. Das Antibiotikum belastete meinen Magendarmtrakt weiter und ich kam aus dem Erbrechen gar nicht mehr raus, mußte ständig alle paar Stunden Ascotop nasal nehmen, dann ging es mir für einige Stunden wieder ganz gut.
Da ich mein überschießendes Immunsystem kenne, hatte ich am Morgen vor dem Arztbesuch 10 mg Prednisolon auf Verdacht eingenommen. Da die Migräne mit dem Erbrechen nicht aufhören wollten, bin ich am nächsten Tag ( Sonntag) nochmal zum ärztlichen Notdienst. Das Abhören ergab nun kaum noch einen bronchtischen Befund (!) und die jetzt zuständige Ärztin meinte, ich könne auch das Antibiotikum absetzen, da es auf den Magen-Darmtrakt schlägt. Sie wollte mir keine Cortisoninfusion geben, das fand sie bei Migräne ganz schlecht. Ich bekam das Übliche als Infusion ( Schmerzmittel und Antibrechmittel), habe aber die ganze Infusionszeit erbrochen, d.h. nichts wurde besser. Die Ärztin schickte mich dann nach Hause mit dem Rat, erstmal abzuwarten, weil es für eine stationäre Aufnahme noch nicht reiche. Zuhause kotzte ich weiter und erbrach jetzt sogar jegliche Flüssigkeit. Es war die Zeit der großen Hitze und ich wußte, ich komme hier allmählich um eine stationäre Einweisung nicht mehr drum herum.
Ich nahm nochmal eine Ascotop und las bei Wolfgang Lutz nach. Der schreibt, das Problem bei der späten Umstellung auf Low Carb sind die Autoimmunprozesse. Das Immunsystem tut seinem Job und das sogar sehr gut. Aber es hat alle Jahre die Erfahrung gemacht, dass es nicht ausreichend war. So neigt es das dazu, sehr heftig und Überzureagieren. Es passiert nicht bei Menschen, die in jüngerem Lebensalter oder von Anfang an mit Löw Carb beginnen. Ein Problem sind insbesondere die Atemwege! Er empfiehlt hier immer eine Cortisontherapie über einige Tage. Also habe ich dann über vier Tage morgens 10 mg Prednisolon eingenommen, zumal ich den Eindruck habe, dass die schon vorher eingenommenen 10 mg die Bronchtits zum Verschwinden gebracht hatten. Und siehe da, es wurde deutlich besser, das Erbrechen und die Kopfschmerzen verschwanden.
10 mg sind keine hohe Dosis.
Manchmal wache ich morgens mit leichtem Pochen im Kopf auf, das sich im Laufe des Vormittags auf eine Seite zu migränekopfschmerz zusammenzieht. Wenn ich dann einmalig 5 mg Prednisolon nehme, verschwindet das! 5 mg ist wenig und hat keine wesentlichen Nebenwirkungen. Ich brauche dann auch keine Triptane oder sonstigen Schmerzmittel.
Meine Vermutung ist, dass Migräne auch mit Autoimmunprozessen und entsprechenden Entzündungen zu tun haben könnte. Ich habe schon oft beobachtet, dass sie im Zusammenhang mit Infekten bei mir ausgelöst wird. Deshalb bestünde in diesem Aspekt die Gefahr, dass sie bei spätberufenen LowCarblern wegen des stärkeren Immunsystems nochmal einen richtigen Schub bekommt.
Zur Zeit bin ich seit 3-4 Wochen wieder migränefrei und habe mit 5 mg Prednisolon eine neue Option bei leichtem morgendlich Pochen und Kopfdruck, die das über dem Vormittag zum Verschwinden bringt.

Viele Grüße
arvi


Editiert: Fr, 23 Sep 2016 08:25 von arvi

  
Susa
106 Beiträge

Fr, 23 Sep 2016 19:48
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Hallo Arvi!
Deine Erfahrung und deine Vermutung ist sehr interessant.
Anfang des Jahres hatte ich eine bakterielle Bronchitis mit sehr hohem Fieber. Ich bekam lange Antibiotika und war 4 Wochen krankgeschrieben. In der Fieberphase hatte ich täglich Migräne, Zolmitriptan wirkte nur ca 6 Stunden. Ging das Fieber hoch kam die Migräne zurück. Auf mein Fragen bei meiner Hausärztin nach Kortison sagte sie, dass das bei einem bestehenden Infekt nicht gemacht wird. Ich wollte es wegen der Migräne, ich war am durchdrehen und konnte kaum mehr schlafen. Dazu kam ein Ausschlag. Meine Arztin meinte die Migräne käme vom Infekt und man müsse abwarten.
Vor meiner Ernährungsumstellung hatte ich kaum Bronchitis, jetzt allerdings habe ich vermehrt mit Atemwegsinfekten zu tun. Ich leide auch an Heuschnufen und anderen Allergien. Früher hatte ich eine sehr aggressive Endometriose. Das sind ja alles Autoimmunerkrankungen.
Infekte und Migräne sind wohl häufig.
Liebe Grüße Susa


  
arvi
1.206 Beiträge

Fr, 23 Sep 2016 22:45
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Liebe Susa,

Insgesamt habe ich seit Low Carb deutlich weniger Infekte und sie sind meist nur viral und infizieren sich nicht bakteriell. Insofern deutliche Verbesserung. Ich hatte bei dem Infekt kein Fieber und auch keinen gelblich-eitrigen Auswurf, sodass ich mich für das Cortison statt dem von der Ärztin verordneten Antibiotikum entschieden habe. Es war im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung.
Ich hatte Infekt-und hustenbedingt auch eine entzündliche Reizung im Nackenbereich, sodass ich nachts nur mit starken Schmerzmitteln liegen und schlafen konnte. Mein Orthopäde wollte auch kein Cortison spritzen wegen des Infekts, aber ich bat ihn darum und übernahm die Verantwortung. Nach 2 Cortisonspritzen war dann auch hier der Spuk vorbei.
Im hochfieberhaften bakteriellen Infekt hätte ich bezüglich Einsatz von Cortison auch Bedenken, würde das dann vermutlich auch nicht machen, wenngleich das auch furchtbar klingt, was Du da hast durchmachen müssen. Cortison könnte im auslaufenden Infekt sinnvoll sein, um das ausufernde Immunsystem zur Ruhe zu bringen. Auch bei Deinem Fall könnte man vermuten, dass die Migräne etwas mit den ablaufenden Immunprozessen zu tun hat.

Liebe Grüße
arvi


  
Sonne72
218 Beiträge

Mi, 28 Sep 2016 19:58
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Liebe arvi,
das finde ich einen sehr interessanten Ansatz, da ich letzten Monat während/nach einem Infekt einen Migräneanfall hatte, wie ich ihn schon nicht mehr kannte.
Kannst Du mir noch erklären, warum das Immunsystem bei uns überreagiert bzw. anders reagieren musste bei der alten Ernährung.
Zudem könnte ich mir auch ein Rezept für Cortison besorgen, aber wann kann ich es unbedenklich einsetzen?
Gruß Sonne


  
Josefa
11 Beiträge

Do, 29 Sep 2016 19:44
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Hallo zusammen,

ich bin keine Expertin, aber bin sehr vorsichtig mit Cortison, Sorge mich bzgl. NW, die nach Langzeit auftreten können. Auch beeinflusst es ungünstig den Insulinspiegel, bringt ihn hoch, was wir ja mit Low carb bzw Ketoernährung zu stabilisieren versuchen.
Meine Erfahrung mit diversen Ärzten ist da auch eher zurückhaltend. Migräne ist es auch eine off-Label Indikation. Für den Notfall, Migränestatus, habe ich aber auch was da. Allerdings steigt nach Absetzen die Migräneempfindlichkeit wohl erst mal.

Ein simpler hilfreicher Tipp zur Stärkung sind die guten alten Kneippschen Güsse. Hatte früher mehrmals im Jahre schwere Erkältungen, die sich vollständig gelegt haben.

Viele Grüße
Josefa


  
arvi
1.206 Beiträge

Fr, 30 Sep 2016 10:14
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Liebe Leute,

Diese Infos zum Cortison finde ich nicht schlecht:

https://www.rheuma-online.de/rheuma-online/archiv/was-ist-ei...s-cortiso/

Ich habe mich an Dr. Wolfgang Lutz orientiert mit seinen Dosierungsempfehlungen nach einem Infekt über 4 Tage, danach Absetzen. Da kann es eigentlich zu keinen wesentlichen Nebenwirkungen kommen, wenn der Infekt im Prinzip überstanden ist und man mit der Überreaktion des Immunsystems zu tun hat. Gegen diese Überreaktion hilft es leider nicht, das Immunsystem z.B. durch Kneippsche Güsse weiter anregen zu wollen. Das Problem ist nach Lutz, dass das Immunsystem zu heftig mit Entzündung reagiert und die körpereigene Cortisonproduktion nach dem Infekt nicht ausreichend frühzeitig genug anläuft. Menschen, die seit ihrer Jugend mit Low Carb sich ernähren, haben das Problem nicht, da sich ihr Immunsysten besser programmieren kann.

Im übrigen habe ich seit der Ernährungsumstellung viel seltener Infekte, aber manchmal erwischt es einen doch z.B. durch die Klimaänderung und die Klimaanlagen im Urlaub. Auch Impfungen lösen bei mir oft Migräne aus, hier wäre auch eine Überreaktion zu vermuten.

Viele Grüße
arvi


  
Emmatje
30 Beiträge

Di, 04 Okt 2016 07:50
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Ich denke, ich werde das auch testen, hatte ich ohnehin schon länger vor.

Noch ein Hinweis: Bitte nehmt nur im absoluten Notfall unkritisch Antibiosen ein. Das Mindeste sollte eine Bestimmung der Keime sein, die ursächlich für einen Infekt sind, und dann Verordnung eines spezifisch wirkenden Antibiotikums statt eines Breitbandmedikaments.


  
Susa
106 Beiträge

Di, 04 Okt 2016 21:29
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Danke Arvi für deine anregenden und fachlich fundierten Beiträge.

Lg Susa


  
arvi
1.206 Beiträge

Do, 06 Okt 2016 07:40
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Hallo, Emmatje,

Das mit den Antibiotika muß man differenziert betrachten. Mit meinem hyperreagiblen Bronchialsystem sollte ich ein solches bei V.a. bakterielle Bronchialinfektion umgehend einnehmen und nicht erst ein Antibiogramm abwarten. Jede weitere Schädigung des Bronchialsystems muß unbedingt vermieden werden, ich könnte mir sonst noch eine COPD einhandeln, obwohl ich nie geraucht habe. Von daher war die Verordnung der Ärztin im Notdienst (übrigens Internistin) durchaus nachvollziehbar, zumal ich einen ausgeprägten bronchitischen Lungenbefund hatte. Ich fand es nur sehr eindrücklich, wie letzterer durch die Cortisonwirkung innerhalb von 24 h nahezu verschwunden war und da wußte ich, dass das noch nicht die Wirkung des Antibiotikums sein konnte. Die Ärztin am nächsten Tag meinte dann auch schließlich , ich könnte das Antiobiotikum absetzen, obgleich sie zuerst sagte "wenn Sie sich entschieden haben, ein Antiobiotikum zu nehmen, müssen Sie es fertig nehmen, sonst kommt es zu Resistenzen!" Aber als der Lungenbefund so eindeutig war, bestand keine Notwendigkeit mehr, mich mit der Ennahme des Antibiotikums zu quälen, da ich dadurch noch weiter ins Dauererbrechen gekommen bin und ich hätte ansonsten Infusionen gebraucht und hätte stationär aufgenommen werden müssen.
Die Leute kennen sich halt auch nicht mit den Auswirkungen der kohlenhydratarmen Ernährung aus. Heute fehlt definitiv ein Dr. Wolfgang Lutz, mit dem man sich beraten könnte.

Viele Grüße
arvi


Editiert: Do, 06 Okt 2016 07:53 von arvi

  
Emmatje
30 Beiträge

Sa, 08 Okt 2016 08:15
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Woher wissen Deine behandelnden Ärzte denn, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt, wenn sie bereits prophylaktisch eine Antbiose verordnen? Es gibt zwar in der Praxis Indikatoren für die Abgrenzung, aber es bleibt eine besorgniserregende Tatsache, dass, obwohl die Mehrzahl der Infekte viralen Ursprungs sind, in der Praxis häufig Antibiosen verordnet werden - unnötig und gefährlich auch für den betroffenen Patienten.

Sinnvoll wäre hier vielleicht ein PCT Test. Es kann immer noch innerhalb von 24 Stunden gehandelt werden, falls es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Ich gehe auch davon aus, dass es zukünftig einen Schnelltest geben wird.

Ich bin selbst seit meiner Kindheit übrigens Asthmatikerin. Ein lokal wirkendes Kortison-Spray ist hier Mittel der Wahl.


  
arvi
1.206 Beiträge

So, 09 Okt 2016 08:44
 re: Migräne und Autoimmunprozesse

Wenn man im Notdienst als Notfall aufläuft, wird halt das Wahrscheinlichste behandelt. Cortisonspray hatte ich selbst schon seit Beginn des Infekts eingesetzt aufgrund der Empfehlung meines Lungenarztes, es hatte aber kaum ausgewirkt.
Ich weiß auch, dass die meisten Infekte viral verursacht sind, es kommt aber manchmal im Verlauf zu einer bakteriellen Superinfektion. War bei mir früher jedenfalls häufig. Die bakterielle Infektion hatte die Ärztin aufgrund der massiven bronchitischen Rasselgeräusche vermutet, zumal der Infekt schon einige Tage dauerte und ein viraler Infekt bereits hätte abklingen müssen. Von daher kann ich ihre Entscheidung nachvollziehen.
Es ist nicht immer so einfach, die richtige Diagnose schnell zu finden Insb. in einer Notfallsituation. Ich bin dann ja selbst noch auf die richtige Lösung gekommen. Ansonsten hätte ich sicher stationär aufgenommen werden müssen und dann hätte sie die ganzen Tests im Krankenhaus machen müssen.

Viele Grüße
arvi


Editiert: So, 09 Okt 2016 11:41 von arvi

  



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