|
|
 |

 |
Hier können Sie die verschiedenen Beiträge zum ausgewählten Thema lesen. Bitte klicken Sie auf Antwort um auf einen Beitrag zu antworten, oder klicken Sie auf Antwort mit Originaltext, um den Original-Beitrag in Ihrer Antwort zu zitieren. Klicken Sie auf Ansicht in Threads, um die gesamte Diskussion als Thread mit den direkten Abhängigkeiten zwischen den Beiträgen anzuschauen.
 |
Ernährung: Diskussionsthema, Flache Ansicht |
 |
| AUTOR
 | THEMA
 | Aurora 24 Beiträge
Fr, 15 Jul 2005 22:09
| Ketose? Frage an Peter
Hallo Peter,
ich lese immer wieder, daß bei manchen Migränikern eine LC-Form, wie etwa Nicolai Worm u. a. sie propagieren, nicht kohlenhydratarm genug ist. Das die Ernährung ketogen sein muß, um durchschlagende Erfolge zu haben.
Ich bitte Dich um Deine Erfahrungen zu diesem Thema. Du hast auch mal irgendwo eine Art Tagesplan von Dir gepostet. Wenn ich mich recht erinnere, dürftest Du mit dieser Ernährung auch in Ketose sein, oder? Hast Du das jemals bei Dir selber überprüft?
Ich danke Dir für Deine Antwort.
Liebe Grüße
Aurora |
|

| |
Peter        750 Beiträge peter@miginfo.de
Mo, 18 Jul 2005 03:24
 | re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Aurora,
schön mal wieder von dir zu hören.
| ich lese immer wieder, daß bei manchen Migränikern eine LC-Form, wie etwa Nicolai Worm u. a. sie propagieren, nicht kohlenhydratarm genug ist. Das die Ernährung ketogen sein muß, um durchschlagende Erfolge zu haben. |
Ich bin in diesem Punkt nicht ganz sicher. Ich bin allerdings überzeugt, dass es wohl ein Vorteil ist, wenn das Gehirn für die Verarbeitung von Ketonen trainiert ist. Es kann sein, dass dafür eine Ernährung wie LOGI - wenn sie mit relativ vielen Kohlenhydraten praktiziert wird - nicht ausreichend ist.
Ich habe heute noch einmal die Ketostix-Stäbchen verwendet und danach wäre ich nicht in Ketose. Allerdings nehme ich in der Tat häufig - und in der letzten Zeit auch wieder sehr stark - sehr wenige Kohlenhydrate auf und dann fühle ich mich meist sehr gut und kann mich sehr gut konzentrieren. Manche Autoren meinen, dass man nur dann Ketonkörper im Urin nachweisen könne, wenn diese nicht richtig verwertet werden. Nach einiger Zeit, lernt der Körper und auch das Gehirn, die Ketonkörper als Energie zu verwenden und dann sind sie im Urin nicht mehr nachweisbar. Das ist so ungefähr wie beim Zucker von Diabetikern: Wenn zuviel Zucker im Blut ist, wird dieser über die Niere ausgeschieden. Das heißt letztendlich nur: Der Körper kann mit der Glukose nichts anfangen, es schwirrt zuviel davon rum. Bei den Ketonkörpern ist das Anfangs genauso: Wenn der Körper noch nicht gelernt hat, sie zu verwenden, ist man in Ketose.
Also ich bin bei mir sicher, dass mein Gehirn immer wesentlich von Ketonkörpern lebt, ohne dass aber wirklich Ketonkörper im Urin nachweisbar sind.
Ich glaube, dass die Verwendung von Ketonkörpern für das Gehirn etwas sehr natürliches ist. Es wird in der Steinzeit immer mal wieder vorgekomnmen sein, dass man für Tage keine Nahrung gefunden hat. In der Wildnis ist das etwas ganz Normales. Da das Gehirn dann aber weiter gut funktionieren muss, lebt es dann von Ketonkörpern.
| Ich bitte Dich um Deine Erfahrungen zu diesem Thema. Du hast auch mal irgendwo eine Art Tagesplan von Dir gepostet. Wenn ich mich recht erinnere, dürftest Du mit dieser Ernährung auch in Ketose sein, oder? Hast Du das jemals bei Dir selber überprüft? |
Wie gesagt, ich bin offiziell (gemäß Urinprobe) nicht in Ketose, ich halte diesen Zustand aber bei Migräne für durchaus sinnvoll und möglicherweise für temporär erstrebenswert. Valproinsäure soll auch Ketonkörper produzieren. Bei Epilepsie hat man generell gute Erfahrungen damit gemacht.
Liebe Grüße
Peter |
|

| |
Aurora 24 Beiträge
Mo, 18 Jul 2005 09:37
| re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Peter,
vielen Dank für Deine Antwort
Ich habe auch gelesen, daß die Ketostix nicht unbedingt anzeigen ob man in Ketose ist oder nicht. Das entspricht genau dem was Du dazu geschrieben hast.
Das mit den Steinzeitmenschen war eigentlich auch mein erster Gedanke zur Ketose.
Hast Du zufällig das Buch über Epilepsie und ketogene Ernährung gelesen? http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3830432143/ Wenn ja, was hälst Du davon? Und wieso beschränken die das eigentlich auf Kinder? Oder ist das nur im Titel so irreführend?
Ich glaube ich werde evt. mal eine temporäre ketogene Phase antesten, wobei ich glaube, oft schon unbewußt in Ketose gewesen zu sein.
Liebe Grüße
Aurora |
|

| |
Peter        750 Beiträge peter@miginfo.de
Mo, 18 Jul 2005 14:03
 | re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Aurora,
| Ich habe auch gelesen, daß die Ketostix nicht unbedingt anzeigen ob man in Ketose ist oder nicht. Das entspricht genau dem was Du dazu geschrieben hast. |
bei der Ketose musst du auch auf das Verhältnis von Proteinen und Fetten achten. Proteine werden im Rahmen der Glukoneogenese im Wesentlichen in Glukose umgewandelt. Es gibt manche Menschen, die machen LowCarb, in dem sie riesengroße magere Steaks und noch etwas Salat verdrücken. Damit würde man nie in Ketose gelangen. Ob das gesund ist, möchte ich auch bezweifeln, weil man dann doch sehr viel Protein aufnimmt. Bei der sog. ketogenen Diät wird auch darauf geachtet, dass der Fettanteil sehr hoch ist.
| Hast Du zufällig das Buch über Epilepsie und ketogene Ernährung gelesen? http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3830432143/ Wenn ja, was hälst Du davon? Und wieso beschränken die das eigentlich auf Kinder? Oder ist das nur im Titel so irreführend? |
Das Buch habe ich noch nicht gelesen, steht aber bei mir auf der Agenda. Es hat einige Studien mit epileptischen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gegeben, die gezeigt haben, dass die Ergebnisse zumindestens auf jüngere Leute übertragbar sind. Ansonsten glaube ich, dass es 2 Gründe gibt:
a) Das Gehirn von manchen Kindern scheint anfangs wohl überhaupt keine Glukose abzukönnen. Von denen wird berichtet, dass sie später die ketogene Diät absetzen können. Wenn das Gehirn reifer geworden ist, scheint es wohl besser mit Glukose umgehen zu können.
b) Die ketogene Diät wird üblicherweise nur angewendet, wenn bei einem Kind keine Medikamente wirken. Denn das Ganze ist doch mit Aufwand verbunden. Bei einer medikamentösen Behandlung nimmt das Kind vielleicht 3x am Tag eine Pille und das war's, bei der ketogenen Diät benötigt die Mutter Kochkurse, es muss besonders eingekauft werden, in der Schule und im Hort müssen alle Bescheid wissen usw.. Trotzdem kann so etwas ja ungemein Sinn machen, denn wenn Medikamente nicht wirken, dann besteht bei Epilepsie die Gefahr der lebenslänglichen Invalidität.
Deshalb glaube ich, dass die ketogene Diät bei Erwachsenen deshalb nicht probiert wird, weil bei denen schon längst die Entscheidung gefallen ist. Die sind längst auf ein Medikament eingestellt. Es ärgert mich aber, dass hier nie Untersuchungen bzgl. begleitenden moderaten Low-Carb-Diäten gestartet wurden. Aber auch dafür gibt es simple Gründe: Es gibt niemand, der ein wirtschaftliches Interesse an solchen Untersuchungen hätte.
Liebe Grüße
Peter |
|

| |
Aurora 24 Beiträge
Mo, 18 Jul 2005 15:00
| re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Peter,
thanks again .
Tja, ich hätte mit meiner Mutter eigentlich einen prima Probanden für eine Ketogenstudie, denn sie hat Epilepsie. Allerdings hat sie sie "erst" mit ca. Mitte 40 bekommen. Ich glaube nicht, daß sie jemals ihre Epilepsietabletten weglassen würde, sie hat viel zu viel Angst dann einen Krampfanfall zu bekommen. Wobei sie eigentlich in den nun schon fast 25 Jahren seit ihrem erstem Anfall die Folgeanfälle an 2 Händen abzählen kann.
Ich habe ja schon mal in einem anderen Beitrag erwähnt daß meine Mutter sowieso MEIN Kandidat für LowCarb wäre, wenn ich da noch etwas ausrichten könnte. Nun denn, da ich an sie leider nichts mehr rankriege, heile ich mich stattdessen lieber selbst.
Liebe Grüße
Aurora
|
|

| |
Inka 42 Beiträge
Mo, 18 Jul 2005 17:51
| re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Aurora!
Dein Beitrag hat mich bewegt. So wie Du Deine Mutter, möchte ich gerne meine Tochter am liebsten gleich heilen. Es geht leider nicht. Ich übe mich fleißig in Geduld.
Obwohl muss ich sagen, als Mutter habe ich bessere Chance. Vielleicht auch deswegen, dass meine Tochter spürt es, dass KH ihr schaden (in größeren Mengen). Sie hat nach reduzieren von KH bei EEG keine epileptische Änderungen gehabt. Seitdem kann sie um ½ Tablette weniger nehmen. Es ist schon was. Nach 2,3 Monaten soll sie wieder zur Kontrolle gehen.
Sie ist aber schon 28 und ich habe kein Einfluss darauf wie viel zB. Bier trinkt sie täglich. Sie weiß es, dass es nicht besonders empfehlenswert bei Epilepsie ist, aber es schmeckt ihr halt. Ich vermute sogar, dass die Mengen sind nicht so klein (Sommer, Hitze, Stress....).
Auf jeden Fall hat sie keinen Anfall gehabt. Also weniger KH, weniger Medikamente.
Ich kann nur hoffen, dass sie weiter ihre Untersuchungen macht und weiter Medikamente absetzen kann..
Aber – es ist ihr Leben und ihre Entscheidung. Ich kann nur mit ihr reden (aber ich versuche nicht aufdringlich zu sein). Also – so wie Peter sagt, die Erwachsenen machen sich meistens leicht. Medikamente – kein Anfall – keine Anstrengung. Die Migränekranken sind ja gar nicht anders. Fast alle suchen nur eine Wunderpille. Natürlich mich eingeschlossen. Erst, als nicht weiter ging, war ich bereit etwas in meinem Leben zu ändern.
Ich will gar nicht wisse, wie viel Epilepsiekranke könnte wenigstens weniger Medikamente nehmen mit KH-arme Diät (Ernährung).
Und so wie Du, freue ich mich nur, dass mir so gut geht. Mir tut sehr gut die Ernährung „nach Lutz“. Mein Körper spürt es richtig, wenn ich zu viele KH erwische. Dann muss ich am nächsten Tag weniger essen – und ist wieder alles in Ordnung. Nebenbei natürlich keine Fertigprodukte und viel Bio (nach Möglichkeit)
Ich wünsche Dir alles Gute, auch für Deine Mutter (sie geht ihren Weg).
Liebe Grüße - Inka
|
|

| |
Aurora 24 Beiträge
Di, 19 Jul 2005 10:36
| re: Ketose? Frage an Peter
Hallo Inka,
leider sind wir Menschen wohl meistens so blöd, daß wir, wie Du schriebst, erst wenn es gar nicht mehr geht, einen anderen Weg einschlagen. Ich war da auch keine Ausnahme.
Neulich sagte ein Bekannter zu mir: "Wenn ich zu einem Arzt gehen, dann erwarte ich von ihm, daß er sich mit meinem Körper auskennt und mich gesund macht". Da mußte ich innerlich grinsen. Und war sehr froh darüber, nicht mehr so ein Schaf zu sein, daß kauend auf der Weide steht, und vor dem ton- und richtungsangenbenden Schäferhund einen riesen Respekt hat.
Ich finde den Titel eines Buches als Zitat sehr schön, wenn es darum geht, daß Eltern sich große Sorgen um ihre Kinder machen, und ihnen zu gerne vermitteln möchten, wie es "richtig" ist. Es heißt "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen". Wie Du schriebst "Es ist ihr Leben und ihre Entscheidung", so muß eben jeder seinen Weg finden und gehen. Man kann behilflich sein und erklären welcher Weg für einen selbst der beste war/ist, aber wenn jemand eben meint er möchte einen anderen Weg nehmen, dann muß man das akzeptieren. Und wenn Eltern zu Kindern werden, muß man sie auch alleine gehen lassen.
Liebe Grüße nach Wien
Aurora
|
|

| |
|
|
 |
|
 |