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migraeneinformation.deUrsachenUnverträglichkeiten

Unverträglichkeiten, chemische Belastungen und Vergiftungen.

 


Inhaltsübersicht

Auf dieser Seite werden die folgenden Themen behandelt:


Nahrungsmittelallergien

Was sind Unverträglichkeiten?

Tyramin

Histamine

Polyphenole

Glutamat

Glutamat und Kohlenhydrate

Glutamat und Gehirn

Glutamat und Insulin

Aspartam

Alkaloide

Gluten, Antinutritiva, Pilzbefall

Alkohol

Unverträglichkeiten außerhalb der Nahrung

Zigarettenrauch

Formaldehyd

Weitergehende Informationen


Nahrungsmittelallergien


Es gibt Menschen, die auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren. Bekannt sind z. B. lebensgefährliche Schockreaktionen auf bestimmte Nüsse. Deshalb können auch Allergien gegen bestimmte Lebensmittel im Rahmen der Migräne eine Rolle spielen.

Häufig werden dazu verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt und eine Rotations- bzw. auch Eliminationsdiät empfohlen. Bei klar erkannten Allergien ist es in jedem Fall anzuraten, das entsprechende Lebensmittel zu meiden, was (z. B. bei Milch, aber auch Gluten) manchmal nicht ganz einfach ist.

Trotzdem wird das Thema in seiner Bedeutung möglicherweise überschätzt.

Loren Cordain führt dazu in Das Getreide - zweischneidiges Schwert der Menschheit aus:

"Während die Jäger und Sammler noch den überwiegenden Anteil ihres Kalorienbedarfs aus einer Vielzahl von Quellen deckten, nämlich dem Fleisch wilder Tiere, sowie mit Früchten und Gemüse - dabei griffen sie auf 100 bis 200 verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren zurück - wurde der Ackerbau treibende Mensch abhängig von nur wenigen Grundnahrungsmitteln auf Getreidebasis, dem Fleisch von 3 bis 5 gezüchteten Tieren und zwischen 20 und 50 anderen pflanzlichen Lebensmitteln."

Es ist aus diesem Grund unwahrscheinlich, dass heutige Menschen besonders häufig unter Allergien gegen bestimmte Lebensmittel leiden, wenn sich die Artenvielfalt bei der Ernährung drastisch reduziert hat. Viel wahrscheinlicher ist es dann, dass immer mehr Lebensmittel Bestandteil der menschlichen Nahrung geworden sind, für die eine genetische Anpassung nicht notwendigerweise angenommen werden kann (z. B. Getreide, Milch, Zucker).



Was sind Unverträglichkeiten?


Wie im Abschnitt "Trigger" erläutert wurde, dominiert der Trigger-Gedanke z. Z. die Migränediskussion. Zu diesen Auslösern können auch Unverträglichkeiten, chemische Belastungen und natürlich erst Recht Vergiftungen gehören. Im Folgenden werden alle 3 Auslösergruppen einfachheitshalber unter dem Namen "Unverträglichkeiten" zusammengefasst.

Unverträglichkeiten können sehr individuell sein und in vielen Fällen bedarf es viel Detektivarbeit, um sie herauszufinden. Manche Unverträglichkeiten können auch so versteckt im Körper operieren (z. B. durch allgemeine Schwächung von Körperfunktionen), dass ein kausaler und zeitlicher Zusammenhang kaum nachweisbar sein wird: Ein Migräneanfall mag in einem solchen Fall zwar durch die Unverträglichkeit bewirkt worden sein, aber letztendlich nicht durch die Aussetzung gegenüber dem Stoff in den letzten 24 Stunden, sondern der letzten Jahre.

Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die Reaktion des Körpers auf die Unverträglichkeit nicht generell eingeschätzt werden kann. So ist es bei Giftstoffen oft möglich, durch kleine regelmäßige Gaben eine Gegenregulation des Körpers zu erwirken. Dies wird z. B. in der Homöopathie ausgenutzt. Langfristig kann eine solche regelmäßige Aussetzung gegenüber dem Stoff sogar wie eine Impfung wirken: Der Körper ist dann quasi abgehärtet und verträgt auch größere Mengen ohne Probleme. Es gibt beispielsweise Menschen, die durch dieses Verfahren resistent gegen Bisse einer giftigen Cobra geworden sind, Bisse, die bei anderen Menschen binnen kurzer Zeit zum Tod führen würden.

Aber: In manchen Fällen kann die Gegenregulation dazu führen, dass der Körper in der Folge die regelmäßige Anwesenheit des Stoffs erwartet (Gewöhnung) und rebellisch reagiert, wenn dieser ausbleibt, etwas, was bei allen Suchterkrankungen eine große Rolle spielt. Auch Unterzuckerung fällt in diese Kategorie. In diesem Fall wird ein Migräneanfall nicht durch einen für den Körper/das Gehirn problematischen Stoff ausgelöst, sondern durch das Fehlen dessen.

In anderen Fällen (und darauf wird von Vertretern der Unverträglichkeitshypothese gleichfalls richtigerweise hingewiesen) kann eine Gegenregulation ausbleiben und die Giftkonzentration reichert sich über Jahre an. Der Körper reagiert dann ggf. immer empfindlicher selbst auf kleinste Gaben. In diesem Fall ist aus einer zunächst eher langfristig wirkenden Unverträglichkeit ein richtiger Trigger entstanden, der meist sofort seine Wirkung zeigt.

Die moderne Migräneforschung bestreitet nicht die Bedeutung von Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit Migräne. Insbesondere werden sehr häufig bestimmte Stoffgruppen genannt, die im Folgenden etwas ausführlicher diskutiert werden sollen. Trotzdem gibt es Gründe, die dafür sprechen, dass Unverträglichkeiten mengenmäßig eine eher untergeordnete Rolle spielen und in vielen Fällen auf die durch andere Ursachen bewirkte allgemeine Schwächung des Betroffenen zurückzuführen sind.

Beispielsweise kann eine verdünnte oder entzündete Darmschleimhaut dazu führen, dass Allergene leichter ins Blut dringen. Der Körper mag zwar dann auf die Unverträglichkeit reagieren - und im Blut mögen auch solche Allergene nachweisbar sein, die Ursache ist trotzdem woanders zu suchen.

Auch kann ein Befall mit Mikroorganismen zu völlig falschen Schlüssen führen. Manchmal können sogar gerade Stoffe oder Lebensmittel, die den Lebensraum dieser feindlichen Mikroorganismen einschränken - und dann zu deren massenhaften Absterben führen - Probleme hervorrufen. Die Auslöser sind dann letztendlich nicht die entsprechenden Lebensmittel, sondern die von den feindlichen Mikroorganismen beim Absterben ausgestoßenen Giftstoffe.



Tyramin


Tyramin gehört zu den biogenen Aminen. Diese entstehen überall dort, wo Mikroben Lebensmittel zersetzen, zum Beispiel bei der Wein-, Sauerkraut-, Käseproduktion. Aber auch andere Lebensmittel wie Leber oder Avocados enthalten Tyramin.

Eine sehr hohe Konzentration an Tyramin ist in gelbem Hartkäse enthalten.

Gelegentlich werden bei Depressionen und Migräne auch so genannte MAO-Hemmer zur Prophylaxe eingesetzt. Das Enzym Monoaminooxidase (MAO Typ A) baut freies, ungebundenes Serotonin zu 5-Hydroxy-indolyl-acetaldehyd ab. Dieses Enzym und damit der 5-HT-Abbau werden durch MAO-A-Hemmer (Moclobemid, Tranylcypromin) gehemmt.

Bei Einsatz solcher Medikamente muss auf Lebensmittel, die sehr viel Tyramin enthalten, verzichtet werden. Denn MAO-Hemmer wirken dem Abbau von biogenen Aminen entgegen.

Biogene Amine sind primäre Amine, die im Stoffwechsel der Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere durch enzymatische Decarboxylierung von Aminosäuren entstehen. Sie sind häufig Synthesevorstufen von Alkaloiden oder Hormonen. Zu den biogenen Aminen zählen unter anderem Tyramin, Dopamin und Histamin.

Werden jetzt mit der Nahrung zusätzliche Amine wie zum Beispiel Tyramin oder Histamin zugeführt, kommt es zu einem Überangebot an Aminen. Dieses Überangebot wird noch verstärkt, weil durch die MAO-Hemmer auch der Abbau der Vorstufen der biogenen Amine gehemmt wird. So kommt es zu einer vermehrten Bildung von biogenen Aminen, die alle Einfluss auf den Blutdruck nehmen können.

In der Folge kann es zu erheblichen bis lebensgefährlichen Blutdruckschwankungen kommen, wobei der Blutdruck sowohl stark ansteigen, als auch abfallen kann.

Auch dieser Umstand zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Migräneattacken und Tyraminaufnahme geben mag.


Histamine


Ebenfalls zu den biogenen Aminen gehören die Histamine, welche gleichfalls die Gefäßweiten und den Blutdruck ändern können. Sie sind im Rahmen der Migräne ebenso zu beachten.

Histamin ist der wichtigste Mittler allergischer Reaktionen. Es handelt sich hierbei um ein hochpotentes biogenes Amin, das unter anderem die Magensaftsekretion stimuliert, Gefäße erweitert, als Neurotransmitter fungiert (wichtig zum Beispiel für Schlaf-Wach-Rhythmus, Appetitkontrolle, Lernfähigkeit und Gedächtnis) und für die Immunmodulation wichtig ist.

Erhöhte Histamin-Spiegel im Blut können durch

  • eine Freisetzung aus den eigenen Köperzellen (vor allem aus Mastzellen),
  • die Aufnahme histaminreicher Nahrungsmittel und/oder
  • einen Mangel an histaminabbauender Diaminoxidase

ausgelöst werden. Das Enzym Diaminooxidase (DOA) wird durch Alkoholgenuss oder Einnahme verschiedener Medikamente gehemmt, zu denen auch einige Substanzen zählen, die bei Asthmatikern häufig eingesetzt werden. Patienten, die diese Substanzen einnehmen, sollten histaminhaltige Speisen meiden, da sie Histamin aufgrund der Diaminooxidase-Hemmung nicht genügend abbauen können.

Erhöhte Histaminspiegel im Blut stehen im Verdacht, Kopfschmerzen und zum Teil auch Migräne auslösen zu können.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist eine Histamin-arme Diät nach Prof. Jarisch. Daneben kann auch der Einsatz bestimmter Medikamente sinnvoll sein. Mittlerweile sind auch Enzympräparate auf dem Markt, die eine vorhandene Histaminintoleranz mildern können sollen. Möglicherweise können auch Erfolge mittels subkutan verabreichten Histamin-Injektionen erzielt werden (Millan R, Trujillo B, Tene C: Subcutaneous histamine in migraine prophylaxis. Initial effects and long-term outcome. Neurologia. 2006 Mar;21(2):55-9).

Beschwerden können durch Nahrungsmittel ausgelöst werden, die entweder selbst viel Histamin enthalten, eine Histaminausschüttung bewirken oder die Diaminooxidase hemmen.

Die häufigsten Auslöser von Beschwerden sind die folgenden Lebensmittel:

  • Alkoholische Getränke, insbesondere Rotwein und Champagner
  • Käse, insbesondere langgereifter Hartkäse wie Emmentaler oder Parmesan
  • Schokolade und Kakao
  • Rohwurstsorten, wie zum Beispiel Salami
  • Nüsse, insbesondere Walnüsse
  • Tomaten und Tomatenketchup
  • Sauerkraut und andere milchsauer eingelegte Gemüsesorten
  • Spinat
  • Fischzubereitungen wie zum Beispiel Fischkonserven
  • Gelegentlich Obst, insbesondere sehr reife Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren usw..
  • Rotweinessig

Ein Problem besteht darin, dass der Histamingehalt von Nahrungsmitteln sehr stark schwanken kann. Beispielsweise sind beim Emmentaler Werte zwischen 1mg und 250mg pro 100g Ware festgestellt worden.

Daneben sollten Histamin-sensitive Personen nach Möglichkeit auch Medikamente meiden, die die Diaminooxidase hemmen können . Das gilt insbesondere dann, wenn nicht verhindert werden kann, dass stark Histamin-haltige Lebensmittel zu sich genommen werden. Zu den Medikamenten zählen unter anderem die folgenden Wirkstoffe:

  • Acetylcystein
  • Ambroxol
  • Aminophyllin
  • Amitriptylin
  • Chloroquin
  • Clavulansäure
  • Isoniazid
  • Metamizol
  • Metoclopramid
  • Propafenon
  • Verapamil

Ferner sollen unter anderem die folgenden Wirkstoffe eine Histaminfreisetzung steigern können:

  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)
  • Diclofenac
  • Naproxen

Auffällig ist allerdings, dass sich auf der Liste einige Wirkstoffe (zum Beispiel Amitriptylin, Metamizol, Metoclopramid, Verapamil, Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Naproxen) befinden, die auch in der Migräne- bzw. Cluster-Kopfschmerzbehandlung zum Einsatz kom-men.

Dies könnte darauf hinweisen, dass eine Histamin-Intoleranz häufig nicht die eigentliche Migräne-Ursache, sondern eher die Folge anderer Ursachen ist. Denn:

  • Histamin kann die Magenbewegung beschleunigen. Migränepatienten haben aber im Vergleich zu Kontrollpersonen durchschnittlich eine deutlich verlangsamte Magenentleerung, und zwar sowohl während, als auch außerhalb von Migräneattacken (Aurora, Sheena K., Kori, Shashidhar H., Barrodale, Pat, McDonald, Susan A. & Haseley, David (2006). Gastric Stasis in Migraine: More Than Just a Paroxysmal Abnormality During a Migraine Attack. Headache: The Journal of Head and Face Pain 46 (1), 57-63. doi: 10.1111/j.1526-4610.2006.00311.x).

  • Auf Grund der verlangsamten Magenentleerung wirken bei vielen Migränebetroffenen Schmerztabletten nur nach vorheriger Einnahme von Metoclopramid (MCP-Tropfen). Dieser Wirkstoff steht aber auf der Liste der Medikamente, die die DAO hemmen können, also zu meiden sind.

Es ist deshalb vorstellbar, dass bei dem Geschehen nicht primär Histamin, sondern andere biogene Amine wie Adrenalin im Vordergrund stehen.

Nicht selten tritt eine Histamin-Intoleranz zusammen mit einer Milchzucker- und Fructose-Intoleranz auf, was darauf hindeuten könnte, dass bei allen 3 Symptomatiken eine Überwucherung des Darms mit unerwünschten Mikroorganismen eine Rolle spielt. Hierbei sind auch mögliche Jarisch-Herxheimer-Reaktionen zu berücksichtigen. Weitere Ausführungen dazu finden sich im Abschnitt Befall mit Mikroorganismen.



Polyphenole


Migränepatienten vertragen in der Regel speziell Rotwein sehr schlecht. Der Alkohol allein kann es nicht sein, denn andere alkoholische Getränke werden zum Teil etwas besser vertragen (wenngleich Migräniker Alkohol grundsätzlich schlecht vertragen und deshalb meiden sollten). Gleichfalls ist der Tyramin-Gehalt in Rotwein eher gering. Stattdessen werden seit einiger Zeit die im Rotwein enthaltenen Polyphenole (z. B. Flavonoide) verdächtigt, die Migräneanfälle auszulösen. Dies deckt sich auch mit der Tatsache, dass Schokolade ebenfalls reich an Polyphenolen ist und gleichfalls im Verdacht steht, vermehrt Migräneattacken auslösen zu können.


Glutamat


Glutamat ist in vielen Lebensmitteln als Geschmacksverstärker in unterschiedlichen chemischen Verbindungen enthalten.

Als Lebensmittelzusatz wird Glutamat bzw. die Ausgangssäure Glutaminsäure durch folgende E-Nummern ausgewiesen:

E-Nummern für Glutamat-Lebensmittelzusätze 
BEZEICHNUNG WIRKSTOFF 
E620 Glutaminsäure 
E621 Natrium-Glutamat 
E622 Kalium-Glutamat 
E623 Calcium-Glutamat 
E624 Ammonium-Glutamat 
E625 Magnesium-Glutamat 


Ein Vorteil bei Verwendung von Glutamat besteht darin, dass Kochsalz eingespart werden kann, da die Speise durch Glutamat einen würzig-salzigen Geschmack bekommt. Daneben sollen weitere Vorteile bestehen.

Der japanische Forscher Kikunae Ikeda entdeckte neben den 4 bekannten natürlichen Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig und bitter eine weitere natürliche Geschmacksqualität, die er Umami nannte, und die proteinreichen Speisen zu eigen ist. Glutamat entspricht geschmacklich der Umami-Qualität.

Glutamat kommt in sehr vielen Lebensmitteln auf natürliche Weise vor. Es gibt aber Behauptungen, dass nur die künstlichen Zusätze Probleme bereiten.

Glutamat wird in Asien bereits seit Jahrtausenden als Würzmittel eingesetzt. Allerdings wird das dabei verwendete Glutamat aus Algen gewonnen. In Europa wird Glutamat in der Regel aus Getreide hergestellt, und zwar unter Verwendung des Getreideklebers Gluten. Da Migräne auch im Zusammenhang mit einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie/Sprue) diskutiert wird, ist nicht auszuschließen, dass insbesondere auf diese Weise hergestelltes Glutamat Probleme bereitet.

Daneben gibt es auch Behauptungen, dass Glutamat eine zerstörerische Wirkung auf das Gehirn haben kann.

Allerdings ist festzustellen, dass Glutamat ein Salz der Glutaminsäure ist, und gemäß anderen Untersuchungen bewirkte die regelmäßige Einnahme von Glutaminsäure-haltigen Produkten in vielen Fällen eine Steigerung der Intelligenz. Auch einige handelsübliche Medikamente zur psychischen Leistungssteigerung enthalten Glutamin (ein eng mit der Glutaminsäure verwandtes Protein).

Weiterhin ist seit einiger Zeit bekannt, dass Glutamat wichtiger Bestandteil der Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn ist: Durch Glutamat wird der Erregungszustand einer Nervenzelle angezeigt und entsprechend weitere Zellen erregt. Neuere Antiepileptika gehen deshalb zum Teil den Weg, dass sie die Erregung von Nervenzellen durch den Überträgerstoff Glutamat hemmen bzw. dessen Kontrahenten GABA stärken. Es ist folglich keineswegs auszuschließen, dass eine zusätzliche isolierte Aufnahme von Glutamat in Mengen die Erregung des Gehirns generell steigern kann. Die in Untersuchungen dokumentierte verbesserte Intelligenz könnte dies ebenfalls andeuten.

Da Epilepsie und Migräne aber offenbar häufig durch temporäre Übererregungen von Gehirnregionen ausgelöst werden (man beachte, dass einem Migräneanfall eine "abnorme Aktivitätsveränderung" von Gehirnbereichen wie Hirnstamm oder Hypothalamus vorausgeht), wobei die lokale Übererregung durch ein energetisches Problem verursacht sein kann, erscheinen Nahrungsmittelzusätze, die eine weitere Erregung eher fördern, generell problematisch zu sein.



Glutamat und Kohlenhydrate


Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass der Glutamatspiegel im Blut umso mehr steigt, je weniger Kohlenhydrate gleichzeitig verzehrt werden.

Zu nennen sind insbesondere:

  1. FASEB: Evaluation of the health aspects of certain glutamates as food ingredients. FDA/NTIS-Report, Washington 1980 
  2. Graham TE et al: Glutamate ingestion: the plasma and muscle free amino acid pools of resting humans. Am J Physiology: Endocrinology and Metabolismn 2000;278:E83-89.
  3. Stegink LD et al: Effect of sucrose ingestion on plasma glutamate concentrations in humans administered monosodium-l-glutamate. Am J Clinical Nutrition 1986;43:510–515.

Dies heißt in der Konsequenz, dass eine auf nüchternen Magen genommene stark Glutamat-haltige Suppe für Glutamat-empfindliche Personen größere Auswirkungen hat, als etwa eine Glutamat-haltige Soja-Soße auf dem Reis. Dies hat aber auch die Konsequenz, dass Anwender kohlenhydratarmer Diäten noch mehr auf den Glutamatgehalt von Lebensmitteln (Würste, Suppen, Soßen, ...) achten sollten als Menschen, die sich an herkömmliche Diäten halten.

Dies gilt ganz besonders für Schwangere, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Erhöhung des Glutamatspiegels im Blut das Gehirn des Fötus schädigen kann, wie Tierversuche andeuten. Schwangere sollten deshalb aus Sicherheitsgründen penibel darauf achten, dass die aufgenommene Nahrung kein zusätzliches Glutamat als Geschmacksverstärker enthält.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Mensch offenbar Glutamat-sensitiver ist als andere Tiere. Entsprechende Glutamat-Dosen erhöhten beim Menschen den Glutamatspiegel im Blut im Vergleich zu Affen um das 20-fache und im Vergleich zu Mäusen um das 5-fache. Ferner blieb der Glutamatspiegel beim Menschen deutlich länger erhöht als bei anderen Primaten. Dies deutet darauf hin, dass Tierversuche mit Glutamat nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar sind: Ein wenig besorgniserregendes Resultat etwa bei Primaten muss deshalb keineswegs die Entwarnung beim Menschen bedeuten (Pollmer, Udo: Vorsicht Falle: Glutamat im Tierversuch, EU.L.E.n-Spiegel 4-5/2004).



Glutamat und Gehirn


Wie bereits dargestellt wurde, basiert das Denken wesentlich auf Gehirnprozessen, die durch Glutamat und GABA gesteuert werden, wobei Glutamat für die neuronale Erregung sorgt.
Praktisch alle modernen Antiepileptika greifen deshalb in dieses kritische Glutamat/GABA-Verhältnis ein.

Nun liegt es nahe anzunehmen, dass eine hohe Glutamataufnahme mit anschließenden hohen Glutamatspiegeln im Blut zu einer neuronalen Übererregung führen kann. Tatsächlich ist eine bekannte Nebenwirkung von Glutamin-Tabletten eine erhöhte Nervösität und innere Erregung.

Demgegenüber wird aber behauptet, dass das über die Nahrung aufgenommene Glutamat die so genannte Blut-Hirn-Schranke nicht in größeren Mengen überwinden und damit im Gehirn Schaden anrichten kann.

Lässt man einmal Menschen mit gestörter Blut-Hirn-Schranke unberücksichtigt, dann ist demgegenüber aber festzuhalten, dass Teile des Gehirns – die circum-ventrikulären Organe (CVO) – nicht durch die Blut-Hirn-Schranke abgeschirmt sind und somit direkt einem hohen Glutamatspiegel ausgesetzt sind. Teile des CVOs sind direkt mit Hypothalamus und Hypophyse verbunden und damit mit den zentralen Organen des autonomen Nervensystems und des Hormonsystems (Pollmer, Udo: Vorsicht Falle: Glutamat im Tierversuch, EU.L.E.n-Spiegel 4-5/2004).

In Tierversuchen wurde ermittelt, dass eine Schädigung des CVOs einen lebenslänglich erhöhten Cortisol-Spiegel zur Folge haben kann (Skultetyova I et al.: Neurotoxic lesions induced by monosodium glutamate result in in-creased adenopituitary proopiomelanocortin gene expression and decreased corticoster-one clearance in rats, Neuroendocrinology 1998/67; pages 412-420). Glutamat-behandelte Ratten entwickelten darüber hinaus eine Insulin-Resistenz sowie eine Glucose-Intoleranz (Hirata AE et al.: MSG-obese rats develop glucose intolerance and insulin resistance to peripheral glucose uptake, Brazilian Journal of Medical & Biological Research 1997/30; pages 671 - 674). Generell erhöhte Cortisol-Spiegel, Insulin-Resistenzen und Glucose-Intoleranzen wurden unter anderem auch bei Migränikern nachgewiesen (Peres MFP et al., Hypothalamic involvement in chronic migraine, J Neurol Neurosurg Psychiatry 2001;71:747-751, Rainero I et al, Insulin sensitivity is impaired in patients with migraine, Cephalalgia, 2005 Aug;25(8):593-7).

Daneben besitzt auch der Darm einen eigenständigen sehr leistungsfähigen Gehirnbereich, das sog. Enteric Nervous System (ENS). Dieses ist nicht durch eine Blut-Hirn-Schranke abgeschirmt und kann deshalb durch eine übermäßige Glutamataufnahme direkt geschädigt werden.


Glutamat und Insulin


Glutamat ist appetitanregend. Dies führt in der Regel dazu, dass etwa Glutamat-haltige Kartoffelchips rasch und vollständig verzehrt werden. Glutamat verstärkt schon mit dem ersten Kontakt den Speichelfluss.

Daneben wurde nachgewiesen, dass beispielsweise eine Glutamat-Dosis von 150mg / Körpergewicht den Insulinspiegel innerhalb von 15 Minuten verdreifachen kann (Fernstrom JD et al: Short-term neuroendocrine effects of a large oral dose of monoso-dium glutamate in fasting male subjects, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 1996/81; pages 184-191, Niijima A et al.: Cephalic-phase insulin release induced by taste stimulus of monosodium glutamate (umami taste), Physiology & Behaviour 1990/48; pages 905-908). Der Körper wird durch die Geschmackskomponente getäuscht und erwartet eine Energiezufuhr, die es zu verarbeiten gilt, die aber gegebenenfalls nicht folgt. Eine Erhöhung des Insulinspiegels bei gleichzeitig fehlender adäquater Nahrung kann aber zu massiven Unterzuckerungen führen, wie viele Diabetiker leidvoll bestätigen können.


Aspartam


Es gibt Hinweise, dass durch Aspartam (bzw. Phenylalanin) bei entsprechend empfindlichen Personen Migräne-Anfälle ausgelöst werden können (Johns, Donald R: Migraine Provoked by Aspartame, New England Journal of Medicine, Volume 314, August 14, 1986, page 456, Koehler SM, Glaros A: The Effect of Aspartame on Migraine Headache, Headache, 1988, Volume 28, page 10-14, Roberts HJ: Aspartame and Headache, Letter to the Editor. Neurology, 1995, Volume 45, page 1631). Des Weiteren wird ähnlich wie von Glutamat behauptet, dass Aspartam das Gehirn schädigen kann.

Aspartam, auch bekannt als Nutra-Sweet, Equal, Spoonfull, Canderel, Sanecta ist ein so genannter Zuckerersatzstoff (E950-999). Die chemische Bezeichnung lautet "L-Aspartyl-L-Phenylalaninmethylester". Aspartam besitzt die 200-fache Süßkraft von Zucker.

Als Lebensmittelzusatz wird Aspartam durch die E-Nummer E951 ausgewiesen.


Alkaloide


Die meisten Alkaloide sind giftige Substanzen. Häufig haben sie eine temporär anregende und gefäßweitenverändernde Wirkung. Auf Dauer ist ein Suchtverhalten nicht auszuschließen.

Zu den Alkaloiden zählen auch das Coffein und die im Rahmen der Bekämpfung von Migräneattacken eingesetzten Mutterkorn-Alkaloide (Ergotamine). Allerdings gilt hier der Grundsatz: Das was bei einem akuten Anfall hilfreich sein kann, hat bei der regelmäßigen Einnahme eher eine problematische Wirkung.

Gefäßwirkend ist ebenfalls das in der Schokolade enthaltene Alkaloid Theobromin. Schokolade enthält auf Grund des Herstellungsprozesses zusätzlich auch reichlich Tyramin und Polyphenole. Ferner enthält es sowohl Zucker als auch Tryptophan und kann damit zu einer deutlichen Erhöhung der zerebralen Serotonin-Aktivität führen, was bei Migräne unbedingt vermieden werden sollte (Göbel, Hartmut: Die Kopfschmerzen, 2003, Seiten 221 - 225). Dies zeigt, wie problematisch der regelmäßige Konsum von Schokolade bei einer bestehenden Migräneerkrankung sein kann. Häufig kann allein schon der vollständige Verzicht auf Schokolade zu einer Verbesserung der Symptomatik führen.


Gluten, Antinutritiva, Pilzbefall


Bei Gluten handelt es sich um den sog. Getreidekleber, ein Protein in vielen Getreidesorten, welches u. a. dafür sorgt, dass Brot beim Backen seine Konsistenz behält und "zusammenklebt". Gluten ist nicht in Mais und Reis enthalten.

Gluten nimmt im Vergleich zu den bislang aufgeführten Unverträglichkeiten eine Sonderstellung ein, als dass Gluten nicht im Verdacht steht, unmittelbar Migräneanfälle auslösen zu können, sondern eher über grundsätzliche körperliche Schwächungen wirkt. Man könnte es auch so ausdrücken: Biogene Amine oder Glutamat wirken in Stunden, Gluten eher in Monaten und Jahren.

Im Rahmen von Migräne sollte auch stets überprüft werden (sei es durch Blutanalysen oder experimentell durch wochenlange Einhaltung einer glutenfreien Ernährung), ob eine Glutenunverträglichkeit (Zölikakie/Sprue) vorliegt.

Viele Migränepatienten vertragen keine Vollkornprodukte. Im Vollkorn können sich eine ganze Reihe so genannter "Antinutritiva" (zum Beispiel Lektine, Phytine, Enzyminhibitoren) befinden, die die Pflanze als natürlichen Schutz gegen Schädlinge einsetzt und auf die entsprechend prädisponierte Menschen allergisch, mit Verwertungsstörungen oder mit Unverträglichkeiten reagieren können (Pusztai A et al.: Antinutritive effects of wheat-germ agglutinin and other N-acethylglucosamine-specific lectins, British Journal of Nutrition 1993/70/ pages 313 - 321, Choct M, Annison G: The inhibition of nutrient digestion by wheat pentosans, British Journal of Nutrition 1992/67/ pages 123 - 132, Musehold J: Alkyl-Resorcine in Nutzpflanzen - Versuch einer biologischen Bewertung unter besonderer Berücksichtigung von Getreide. Getreide, Mehl, Brot 1980/34/ pages 304 - 306, Zhang N et al.: Purification and characterization of a new class of insect alpha-amylase inhibitors from barley. Cereal Chemistry 1997/74/ pages 119 - 122, Cordain L et al: Modulation of immune function by dietary lectins in rheumatoid arthritis. British Journal of Nutrition 2000/83/ pages 207 - 217, Sandberg A-S: Antinutrient effects of phytate. Ernährung/Nutrition 1994/18/ pages 429 - 432, Sandberg A-S et al: Iron absorbtion from bread in humans. Journal of Nutrition 1992/122/ pages 442 - 449, Sandberg A-S, Svanberg U: Phytate hydrolysis by phytase in cereals. Journal of Food Science 1991/56/ pages 1330 - 1334, McCance, Widdowson EM: Mineral metabolism of healthy adults on white and brown bread dietaries. Journal of Physiology 1942/101/ pages 44 - 85), wobei die Beschwerden zum Teil durch die Art der Verarbeitung reduziert werden können (Cara L et al: Milling and processing of wheat and other cereals affect their capacity to inhibit pancreatic lipase in vitro, Journal of Food Science 1992/57/ pages 466 - 469, Meuser F, Meissner U: Verfahrenstechnische Maßnahmen zur Verbesserung des Phytatabbaus bei der Vollkornbrotherstellung. Ernährung/Nutrition 1987/11/ pages 102 - 109). Andere Probleme können durch Verunreinigungen im Rahmen der Lagerung (Fungizide, Mutterkorn) entstehen.


Alkohol


Alkohol wird im gesamten Verdauungstrakt, beginnend mit der Mundschleimhaut, aufgenommen. Über die Mundschleimhaut können besonders schnell hohe Alkoholblutwerte erreicht werden, da der Alkohol dabei die Leber umgeht. Die Alkoholresorbtion wird durch Erhitzen (z.B. Grog, Glühwein), durch Zuckerzusatz (z.B. Likör) und durch Kohlensäure (z.B. Sekt)  auf Grund der dadurch verursachten verstärkten Magen-Darm-Durchblutung beschleunigt. Dagegen vermindert eine Nahrungsaufnahme, insbesondere Fette und Proteine, die Geschwindigkeit der Alkoholresorbtion. Die endgültige Alkoholaufnahme bleibt aber die gleiche, sie geschieht letztendlich nur langsamer.

Nach seiner Aufnahme wird der Alkohol über das Pfortaderblut zur Leber transportiert und dort verstoffwechselt. In der Leber wird der Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd (CH3-CHO) abgebaut.

Das Enzym Alkoholdehydrogenase beginnt etwa ein bis zwei Stunden nach der Alkoholaufnahme mit dem Abbau des Alkohols. Da die Leberzellen nun in erheblichem Maße damit beschäftigt sind, den Alkohol zu verstoffwechseln, geraten andere Stoffwechselprozesse aus dem Gleichgewicht. Beispielsweise ist der Körper ggf. nicht mehr ausreichend in der Lage, Glukose im Rahmen der Glukoneogenese für die übrigen Organe und vor allem für das Gehirn zur Verfügung zu stellen. Die Folge kann eine Hypoglykämie sein, die in leichten Fällen zu Kopfschmerzen und Gereiztheit, in extremen Fällen zu bis zu Bewusstlosigkeit und Koma führen kann.

Es wurde festgestellt, dass die Leber bei chronischen Alkoholikern etwa 80 bis 90 Prozent ihrer Aktivität allein dafür aufwendet, um den Alkohol abzubauen. Dadurch gerät das chemische Gleichgewicht im Körper gänzlich aus den Fugen.

In der Leber kommt es durch die Entgiftungsfunktion zum Teil zur Überlastung des Leberstoffwechsels und durch die hohe Alkoholkonzentration auch zur toxischen Zellschädigung. Dies führt anfangs zur Leberzellverfettung, später dann zur Fettleber-Hepatitis und in der Folge durch Zerstörung der Läppchenstruktur der Leber zur Leberzirrhose. Die Folgen der Leberzirrhose bestehen dann im Ausfall der Leber als wichtigste Körperdrüse, und zwar sowohl für die Blutbildung (Transportproteine, Gerinnungsfaktoren, Energiestoffwechsel, Glukoneogense) und für die Verdauung (Gallensäuren) und Ausscheidung von Giftstoffen. Aufgrund dieses Ausfalls kommt es zur Bauchwassersucht und zur langsamen Vergiftung des Körpers mit Stoffwechselschlacken bis hin zum Leberkoma.

Eine häufige unangenehme Nebenwirkung des Alkoholkonsums ist der darauf folgende Alkohol-Kater. Ein ausgeprägter Alkohol-Kater hat bzgl. der körperlichen Befindlichkeit einige Ähnlichkeiten mit einem Migräneanfall.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass der Katerschmerz mit der erweiternden Wirkung des Alkohols auf die Gefäße zusammenhängt.

Unter seinem Einfluss setzen nämlich Blutplättchen, die so genannten Thrombozyten, vermehrt das Hormon Serotonin frei, so dass es später zu einer Serotonin-Verarmung im Gehirn kommen kann. Bezüglich Gefäßerweiterung und Schmerzbildung laufen dann die gleichen Prozesse ab, die in den Abschnitten Medizinische Erklärungen und Migränegenerator erläutert wurden.

Andere Wissenschaftler vermuten dagegen, dass der Alkoholkater durch Acetaldehyd verursacht wird. Für diese These sprechen verschiedene Tatsachen:

  • Disulfiram, ein Medikament, mit dem Alkoholiker ihre Sucht bekämpfen, hemmt ein Enzym, das Acetaldehyd zu Essigsäure abbaut. Hierdurch kommt es nach Alkoholgenuss zu höheren Acetaldehyd-Konzentrationen und in der Folge zu sehr starken Kopfschmerzen, so dass dem Alkoholiker der Genuss von Alkohol verleidet wird.
  • Ein anderer Indikator ist die Tatsache, dass bei vielen Japanern der Abbau von Acetaldehyd zu Essigsäure aus genetischen Gründen unterbunden wird. Auch wenn sie nur wenig Alkohol trinken, leiden daher viele Japaner unter ähnlich heftigen Kopfschmerzen wie Disulfiram-Patienten.
  • Der Abbau von Acetaldehyd wird durch Zucker gehemmt. Deswegen ist der Kater beispielsweise nach zuckerhaltigen Alkoholgetränken wie etwa Bowle häufig besonders schlimm.

Im Normalfall (bei einwandfreier Alkohol-Verdauung) wird Acetaldehyd durch die Acetaldehydrogenase zu Acetat (CH3-COOH) bzw. Essigsäure abgebaut. Die Essigsäure wird dann im ganzen Körper dem Energiestoffwechsel zugeführt und über den Zitratzyklus und die Atmungskette zu Kohlendioxyd (CO2) und Wasser oxidiert. Hierbei entsteht Energie. Falls der Körper keinen Energiebedarf hat, kann die Essigsäure auch in die Lipogenese eingeschleust werden und dann als Körperfett eingelagert werden.

Der Alkoholabbau durch die Alkoholhydrogenase ist mengenmäßig durch die Anzahl der vorhandenen Enzyme begrenzt. Pro 10 kg Körpergewicht kann in einer Stunde ca. 1 g Alkohol abgebaut werden. Die Enzymdichte der Alkoholhydrogenase kann durch regelmäßigen Alkoholkonsum nicht beeinflusst werden, so dass die Gewöhnung an große Alkoholmengen eine reine Gewöhnung des zentralen Nervensystems ist. Das bedeutet, ein Alkoholiker, der zehnmal soviel trinken kann, hat auch die zehnfache Giftdosis im Körper. Im Alkohol enthaltene Zusatzstoffe (Fuselöle) werden ebenfalls über die Alkoholhydrogenase abgebaut und verlangsamen die Alkoholentgiftung.

Alkohol verändert in erster Linie die Stimmung. Dabei wirkt er in kleineren Dosen anregend, bei größeren Dosen eher hemmend. Der Trinkende fällt zunächst in einen euphorischen Zustand, welcher bei weiterer Alkoholzufuhr in Ermüdung endet. Dies mag auch mit sich verändernden Serotonin- und Elektrolyt-Konzentrationen zusammenhängen.

Regelmäßiger Alkoholgenuss kann aber noch weitere körperliche Auswirkungen haben:

  • GABA (GammaAminoButterAcid) ist der wichtigste hemmende Überträgerstoff von Nerv zu Nerv (Synapsen). Seine Wirkung wird durch Alkohol verstärkt. Der Körper versucht gegenzusteuern, indem er die Rezeptoren vermindert.
  • Glutamat ist ein aktivierender Botenstoff und der Gegenspieler von GABA. Unter dem Einfluss von Alkohol lässt seine Wirkung nach. In der Folge werden mehr Glutamat-Rezeptoren gebildet und das Nervensystem reagiert empfindlicher auf erhöhte Glutamat-Spiegel.

Ein Großteil der Anitepileptika und Medikamente zur Migräneprophylaxe versucht, an dem Glutamat/GABA-Mechanismus anzusetzen, insbesondere Stärkung von GABA. Manche Medikamente wie Gabapentin berücksichtigen dies direkt im Namen. Durch regelmäßigen Alkoholgenuss wird also langfristig genau die gegenteilige Wirkung erzielt, so dass sich das Risiko für epileptische Anfälle und Migräneattacken erhöht.

Weitere Langzeitwirkungen eines regelmäßigen Alkoholkonsums können sein:

  • Dopamin ist unter anderem ein wichtiger Überträgerstoff des limbischen Systems, das für unser Gefühlsleben eine starke Bedeutung hat. Es verliert seine Wirksamkeit unter dauerndem Alkoholeinfluss. Bleibt der Alkohol aus (z. B. beim Entzug), scheint sich seine Wirkung aber zu überschlagen - es kommt zu Halluzinationen.
  • Acetylcholin ist einer der Hauptneurotransmitter, der Emotionen und Verhalten im Gehirn steuert und ein wichtiger Überträgerstoff im gesamten Körper. Seine Rezeptoren im Gehirn nehmen unter ständigem Alkoholeinfluss ab. Das soll für "kognitive Defizite" verantwortlich sein - es kann zu Fehleinschätzungen und Gedächtnisschwäche kommen. Lecithin ist eine wichtige Substanz zur Synthese des Acetylcholins.
  • Der Sympathicusnerv des autonomen Nervensystems, der insbesondere für alle Stressreaktionen verantwortlich ist, kann überempfindlich reagieren, weil es zu einem Abbau von Rezeptoren, die ihn normalerweise bremsen, kommt.

Alkoholgenuss kann zu einem Elektrolytmangel führen. So hemmt er beispielsweise in der Hirnanhangdrüse die Ausschüttung des Hormons Vasopressin. Dieses Hormon hat die Aufgabe, den Flüssigkeitsverlust über die Nieren zu begrenzen. Nimmt ein Trinkender beispielsweise literweise Bier zu sich, überlädt er damit seinen Organismus mit Wasser und Alkohol, was zu regelmäßigem Wasserlassen führt. Mit dem Urin schwemmen aber auch wichtige Mineralien wie Kalium, Magnesium und Natrium aus dem Körper. Der Mangel an Elektrolyten wiederum beeinflusst die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn, insbesondere der Verlust an Magnesium kann für Migräniker von Bedeutung sein.

Der Elektrolytmangel wird für die Ermattung der Glieder verantwortlich gemacht, die viele Trinker am nächsten Tag verspüren. In manchen Arbeiten wird dieser Effekt auch als "Übersäuerung" bezeichnet.

Alkohol bewirkt eine verstärkte Magen-Darm-Durchblutung und eine vermehrte Sekretion von Salzsäure und Verdauungsenzymen. Diese Eigenschaften des Alkohols nutzt man beispielsweise mit einem Magenbitter nach einem schweren Essen.

Ferner wird die periphere Durchblutung angeregt, dadurch ist die Haut gerötet und warm. Dies wird als angenehme Wirkung des Alkohols empfunden, insbesondere bei Kälte. Allerdings wird durch die vermehrte Hautdurchblutung auch vermehrt Wärme abgegeben. Beispielsweise besteht für obdachlose Alkoholiker im Winter eine erhöhte Gefahr des Erfrierens. Die chronische Gefäßerweiterung kann an Nase, Fingern und Zehen zu einer dauerhaften Erweiterung der Gefäße führen und so zur so genannten "Schnapsnase".

Und schließlich wird Alkohol in der Leber mit Priorität verarbeitet und behindert hierdurch die Glukoneogenese. Alkoholkonsum kann deshalb zu Hypoglykämien führen. Manche Autoren führen den Alkoholkater maßgeblich auf Hypoglykämien zurück.

Zu beachten ist, dass eine erhöhte Alkoholbelastung im Körper auch ohne Alkoholkonsum entstehen kann, etwa durch Alkoholvergärung von Rohkost - insbesondere in Verbindung mit Zucker - im Darm. Wolfgang Lutz beschreibt in "Leben ohne Brot", dass er einige Rohköstler in seiner Praxis hatte, die bereits die alkoholtypischen Schapsnasen auswiesen.



Unverträglichkeiten außerhalb der Nahrung


Manche problematischen Stoffe werden nicht durch die Nahrung aufgenommen, sondern insbesondere durch die Atmung, aber auch über die Haut (z. B. bei der Körperpflege). Problematisch im Rahmen von Migräne scheinen insbesondere Formaldehyd und Zigarettenrauch zu sein.



Zigarettenrauch


Nach Meinung vieler Experten ist Zigarettenrauch das Gefäßgift Nr. 1. Dies ist auch bei Migräne zu berücksichtigen, da die Gefäße bei Migräne eine entscheidende Rolle spielen.

Zigarettenrauch löst im Körper u. a. eine Sympathicus-Reaktion, d. h. eine Reaktion mit aktivierender Wirkung aus. Die Folgen:
  • Der Herzschlag wird beschleunigt und unregelmäßige Herzschläge können auftreten.
  • Die Blutgefäße verengen sich.
  • Der Blutdruck steigt an.
  • Das Herz muss gegen einen erhöhten Blutdruck in den peripheren Körperregionen anpumpen.
  • Der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt durch den aufgenommenen Zigarettenrauch.
  • Körpergewebe (Herzmuskel, ggf. Gehirn) bekommt zu wenig Sauerstoff. Bezüglich den Auswirkungen zwischen Herz und Gehirn sind auch die bgzl. PFO gemachten Erfahrungen zu berücksichtigen.
  • Infolge der Veränderung der Zusammensetzung des Blutes durch den Zigarettenrauch werden die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) und die Ausschüttung von Prostaglandinen gefördert.
  • Fazit: Der Herzmuskel wird geschädigt, und die Gefäße (Arterien) haben ein deutlich erhöhtes Risiko, durch ein Blutgerinnsel verstopft zu werden. Dies betrifft sowohl die Gefäße des Herzens, des Gehirns als auch der Beine.

Beim Zigarettenrauch spielen neben dem im Tabak enthaltenen Nikotin auch weitere Begleitstoffe wie Teere bzw. durch die Tabakindustrie hinzugefügte Geschmacksverstärker eine Rolle.



Formaldehyd


Aufgrund seines stechenden Geruchs ist Formaldehyd in der Raumluft ab einer Konzentration von etwa 0,1 Milligramm pro Kubikmeter deutlich wahrnehmbar. Ab etwa 1 Milligramm pro Kubikmeter kommt es zu einer Reizung der oberen Atemwege, sowie der Augen-, Nasen- und Rachenschleimhaut. In höheren Konzentrationen treten Kopfschmerz, Atemnot, Übelkeit und Tränenfluss hinzu. Die Empfindlichkeit gegenüber Formaldehyd ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Die Symptome verschwinden, sobald Formaldehyd nicht mehr einwirkt.

Ob Formaldehyd nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch echte Migräne auslösen kann, ist nicht geklärt.

Formaldehyd ist ein Kontaktallergen, d. h. bei wiederholtem Hautkontakt können allergische Reaktionen auftreten.

Bisher stand die Substanz lediglich unter dem begründeten Verdacht, beim Menschen Krebs auszulösen. Im Juni 2004 hat die IARC (International Agency for Research on Cancer) Formaldehyd als (erwiesenes) Humankanzerogen eingestuft. Formaldehydeinwirkung kann zu Tumoren des Nasen-Rachenraums führen.


Weitergehende Informationen


Eine ganze Reihe weiterer Stoffe steht im Verdacht, Migräneattacken auslösen zu können. Desweiteren gibt es auch zusätzliche Auffassungen, in welcher Weise diese Unverträglichkeiten im Körper wirken.

Weitere Informationen zum Thema können z. B. auf den folgenden Sites gefunden werden:



 




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