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migraeneinformation.deProphylaxeErnährung

Ernährung.

 


Inhaltsübersicht

Auf dieser Seite werden die folgenden Themen behandelt:


Vor lauter Triggern sieht man die Ursache nicht mehr

Leben im Grenzbereich

Wenn es nicht einzelne Nahrungsmittel sind: Was dann?

Einige Untersuchungen zu Migräne und Ernährung


Vor lauter Triggern sieht man die Ursache nicht mehr


Schon immer gab es Diskussionen darüber, ob Migräne durch Ernährung beinflussbar ist bzw. sogar durch falsche Ernährung verursacht wird.

Leider muss man feststellen, dass in der medizinischen Forschung das Thema Migräne und Ernährung so gut wie keine Rolle spielt. Das gleiche gilt für die medizinische Praxis.

In der Migräneliteratur dominieren bzgl. Diätempfehlungen bei Migräne ganz eindeutig sog. Auslassdiäten. Dies hat einen einfachen Grund: Die meisten Menschen - inklusive Medizinern - denken in einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen (Aus A folgt B), während komplexere Regelkreise mit Rückkopplungsmechanismen nicht zu den Standard-Denkmodellen gehören.

Beispiele solcher vereinfachten - und falschen - Schlussfolgerungen sind:

  • Wer viel Fett isst, wird fett.
  • Wer einen hohen Cholesterin-Spiegel hat, sollte Nahrungsmittel meiden, die viel Cholesterin enthalten.
  • Wer unter Unterzuckerung leidet, sollte mehr Zucker essen.

Dies gilt auch im Umfeld der Migräne: Da Migräne nicht ständig vorhanden ist, ist die vorherrschende Meinung, dass die gelegentlichen oder häufigen Anfälle durch etwas ausgelöst werden, die sog. Trigger.

Und weil eben diese Trigger zwar i. d. R. nicht als Ursache der Erkrankung Migräne, wohl aber als Ursache einzelner Migräneanfälle angesehen werden, muss dies nach Vorstellung der meisten Mediziner auch für die Ernährung gelten.

Mit anderen Worten: Gemäß der offiziellen Lehre ist Ernährung nur dann Migräne-relevant, wenn sich in der Nahrung Komponenten befinden, die für die jeweilige Person als Migräne-Trigger wirken, wenn also z. B. gesagt werden kann: Zitrusfrüchte sind für Sie ein Trigger, der Migräneanfälle auslösen kann. Also sollten Sie Zitrusfrüchte meiden.

Die übliche Empfehlung ist deshalb: Führen eines Kopfschmerztagebuchs mit anschließendem Meiden der dadurch herausgefundenen Trigger.

Beispielsweise schreibt die DMKG in Migräne und Ernährung: "Darum gibt es auch keine besondere Ernährung bei Migräne oder gar eine 'Migräne-Diät'. Vielmehr kommt es darauf an, im Einzelfall die ganz persönlichen ernährungsbedingten Einflüsse mit Hilfe des  Kopfschmerztagebuches herauszufinden und nur diese gezielt vom Speiseplan zu streichen. Bei dieser 'Detektivarbeit' muss man bedenken, dass zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und einer Attacke zumeist mehrere Stunden liegen, mitunter sogar ein ganzer Tag."

Es könnte sich herausstellen, dass dies eine viel zu einseitige Sicht auf das Geschehen ist, die mit dazu beigetragen hat, dass Ernährungsbehandlungen im Rahmen von Migräne kaum eine Rolle spielen, obwohl es viele gute Gründe gibt, dass gerade hierdurch fundamentale Gesundheitsverbesserungen erzielbar wären.

Durch diese Sicht wird insbesondere der Blick auf mögliche größere und langfristiger wirkende Einflüsse verstellt, Einflüsse die eher in Jahren denn in Stunden wirken. Man könnte in Anlehnung an den Spruch mit dem Wald und den Bäumen auch sagen: Man sieht vor lauter Triggern die Ursache nicht mehr.



Leben im Grenzbereich


Nehmen wir einmal an, Sie fahren auf einem Jahrmarkt mit der Achterbahn. Für Migräniker ist so etwas normalerweise tabu, denn deren Stresssystem ist zu angeschlagen, um das auszuhalten. Doch nehmen wir einmal an, für Sie wäre das möglich, selbst eine zweite oder dritte Fahrt würden Sie aushalten.

Ganz anders wird die Situation, wenn Sie nun pausenlos Achterbahn fahren müssten. Dann bekommen Ihr Organismus und insbesondere Ihr Stresssystem keine Zeit für eine Erholung: Sie würden unter Dauerstress leiden.

Entsprechend ist aber die Situation, wenn Sie ernährungsbedingt über Jahre oder gar Jahrzehnte mit ihren Hormonen und ihrem Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren: Ihr Organismus wird das nicht aushalten, dafür ist er nicht gebaut. Sehr bald wird er sich in Grenzbereichen bewegen und wenn diese Grenzen überschritten sind, sogar temporär mit einer Migräne oder anderen Beschwerden zusammenbrechen, je nach dem, wo sich gerade die größte Schwachstelle bei Ihnen befindet. Und wie bei jedem anderen Organismus oder auch technischen Gerät werden sich im Grenzbereich Empfindlichkeiten herauskristallisieren, fehlerhafte Reaktionen in unterschiedlichsten Situationen, die Sie vermuten lassen, es handele sich bei diesen Situationen um Trigger (= Bäume), die das fehlerhafte Verhalten verursachen.

Sollten Sie statt unter Migräne unter Herzbeschwerden leiden, dann wird Ihnen möglicherweise das Treppensteigen schwer fallen, manchmal wird es sogar einen Herzanfall triggern. Sie werden daraus schließen, dass Treppensteigen für Sie ein Trigger ist und Treppen in Zukunft meiden. Dabei übersehen Sie, dass alle Trigger nur Ausdruck eines Lebens im Grenzbereich (= Wald) sind.


Wenn es nicht einzelne Nahrungsmittel sind: Was dann?


Das zum Merck-Konzern gehörende Pharmaunternehmen MSD schreibt auf seiner Migräne-Site zum Thema Ernährung:

"Dass Ernährung bei Migräne eine Rolle als Auslöser spielt, ist umstritten. Nur selten zeigt sich nachweisbar ein kausaler Zusammenhang: Weniger als fünf Prozent der Migräne-Patienten sind davon betroffen. Hingegen sind regelmäßige Mahlzeiten für Migräne-Patienten wichtig."

Und weiter:

"Günstig für Migräne-Patienten ist die Vermeidung unvorhergesehender Stressfaktoren. Deshalb sollte auf eine regelmäßige Nahrungszufuhr geachtet werden. Das Auslassen von gewohnten Mahlzeiten, vor allem des Frühstücks, ist ein bedeutsamer Auslöser für Migräne-Attacken. Insbesondere bei Jugendlichen und Kindern können ausgelassene Mahlzeiten mit großer Wahrscheinlichkeit Migräne auslösen."

Auf der schweizer Neurohelp-Site des Neurologen Dr.med. Gerhard Jenzer wird dies so formuliert:

"Ratschläge mit berechtigter Wirkungserwartung lassen sich somit auf nur wenige, aber umso wichtigere Punkte bringen.
Ungünstig und zuweilen sogar besonders kritisch sind zu wenig häufiges Essen und speziell Fasten. Unterzuckerung im Blut (Hypoglykämie) begünstigt die Anfallsentstehung."


Und weiter:

Besonders hilfreich ist regelmässiger, ausreichender Schlaf mit morgendlichem Aufstehen zur gleichen Zeit, also auch sonntags. Oftmals wird damit eine 'Wochenendmigräne' vermieden. Essen zu gleichen Zeiten, eventuell mit Zwischenmahlzeiten vormittags und nachmittags, trägt zur Unterteilung und zur Beruhigung des Tagesablaufs bei und verhindern eine Unterzuckerung (Hypoglykämie), welche besonders oft Migräneanfälle begünstigen kann.

Hier wird in der Tat sehr deutlich und unisono auf eine ganz wesentliche Migräneursache hingewiesen: Es sind nicht in erster Linie spezielle Lebensmittel oder Nahrungsmittelzusätze die Migräne auslösen, sondern offenkundig die bei den Betroffenen eintretenden Unterzuckerungen. Warum all dies aber sehr viel mit Ernährung zu tun hat, wird auf den Folgeseiten und im Ursachen-Teil erläutert.



Einige Untersuchungen zu Migräne und Ernährung


Dass Migräne durch Ernährung beeinflussbar ist bzw. durch diese sogar verursacht werden kann, ist der Medizin seit langem bekannt. Leider sind die meisten Ergebnisse im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten. An einer Wiederholung der Forschungsresultate ist heute kaum mehr jemand interessiert, zumal sich der Fokus der Medizin von der Heilung hin zur medikamentösen Behandlung längst verschoben hat. Heutige Forschungsresultate basieren meist auf Studien, die einen kommerziellen Hintergrund haben, z. B. dem Nachweis über die Wirkungsfähigkeit eines Medikaments.

Hinweise auf die Bedeutung der Kohlenhydrate bei Migräne und Kopfschmerzen gibt es seit mindestens 1923, und zwar seit der Forschungsarbeit von George Richards Minot: "The role of a low carbohydrate diet in the treatment of migraine and headache". Dieser erhielt zwar 1934 den Medizin-Nobelpreis für seine Lebertherapie zur Behandlung der Anämie und dem daraus folgenden Verständnis des B12-Stoffwechsels, trotzdem reichte auch dessen Kompetenz nicht aus, um die Medizin in der Migräne- und Kopfschmerzforschung nachhaltig zu beeinflussen.

  1. Minot GR. The role of a low carbohydrate diet in the treatment of migraine and headache. Med Clin N Am 1923; 7: 715
  2. Critchley M. Migraine Lancet 1933;1:123-6
  3. Wilkinson CF Jr. Recurrent migrainoid headaches associated with spontaneous hypoglycemia. Am J Med Sci 1949;218:209–12.
  4. Dexter JD, Roberts J, Byer JA. The five hour glucose tolerance test and effect of low sucrose diet in migraine. Headache 1978;18:91–4.
  5. Grant EC. Food allergies and migraine. Lancet 1979;i:966–9.
  6. Monro J, Brostoff J, Carini C, Zilkha K. Food allergy in migraine. Lancet 1980;ii:1–4.
  7. Egger J, Carter CM, Wilson J, et al. Is migraine food allergy? A double-blind controlled trial of oligoantigenic diet treatment. Lancet 1983;ii:865–9.
  8. Hughs EC, Gott PS, Weinstein RC, Binggeli R. Migraine: a diagnostic test for etiology of food sensitivity by a nutritionally supported fast and confirmed by long-term report. Ann Allergy 1985;55:28–32.
  9. Egger J, Carter CM, Soothill JF, Wilson J. Oligoantigenic diet treatment of children with epilepsy and migraine. J Pediatr 1989;114:51–8.
  10. Brainard JB. Angiotensin and aldosterone elevation in salt-induced migraine. Headache 1981;21:222–6.
  11. Ratner D, Shoshani E, Dubnov B. Milk protein-free diet for nonseasonal asthma and migraine in lactase-deficient patients. Isr J Med Sci 1983;19:806–9.
  12. Hanington E. Preliminary report on tyramine headache. Br Med J 1967;2:550–1.
  13. Smith I, Kellow AH, Hanington E. A clinical and biochemical correlation between tyramine and migraine headache. Headache 1970;10:43–51.
  14. Perkine JE, Hartje J. Diet and migraine: a review of the literature. J Am Diet Assoc 1983;83:459–63.
  15. Koehler SM, Glaros A. The effect of aspartame on migraine headache. Headache 1988;28:10–3.
  16. Lipton RB, Newman LC, Solomon S. Aspartame and headache. N Engl J Med 1988;318:1200–1.
  17. Hasselmark L, Malmgren R, Hannerz J. Effect of a carbohydrate-rich diet, low in protein-tryptophan, in classic and common migraine. Cephalalgia 1987;7:87–92.
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  19. Kangasniemi P, Falck B, Langvik V-A, Hyyppa MT. Levotryptophan treatment in migraine. Headache 1978;18:161–6.
  20. Gasbarrini A, De Luca A, Fiore G, et al. Beneficial effects of Helicobacter pylori eradication on migraine. Hepatogastroenterology 1998;45:765–70.


 




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