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migraeneinformation.deProphylaxeErnährungDie Mersch-Diät

Die Mersch-Diät.

 


Übersicht der Migränediätprinzipien

Bei der Mersch-Diät handelt es sich weniger um eine klar definierte Verhaltensrichtlinie, sondern mehr um ein Bündel von Maßnahmen, wobei es im Wesentlichen Ihnen überlassen ist, was Sie davon wirklich umsetzen wollen und was nicht.

Unverzichtbar sind eigentlich nur 3 Punkte aus der Maßnahmenliste:
  • Meiden von Unverträglichkeiten

    Wenn Sie Rotwein nicht vertragen, dann müssen Sie diesen meiden. Wenn Sie sich vor Fisch ekeln, dann gilt das Gleiche: Essen Sie nichts, was Sie nicht vertragen oder nicht mögen.

  • Kohlenhydratarm

    Die vorgeschlagene Migränediät ist kohlenhydratarm und damit Insulin-sparend. Auf diese Weise können Sie besonders effizient Ihren Blutzuckerspiegel und Ihr Hormonsystem stabilisieren. Dabei ist es Ihnen überlassen, welche Form der kohlenhydratarmen Diät Sie bevorzugen. Bitte beachten Sie jedoch die Anmerkungen im entsprechenden Abschnitt.

  • Meiden von Glutamat und Aspartam

    Es besteht der Verdacht, dass beide Stoffe das Gehirn schädigen können. Darüber hinaus haben verschiedene Untersuchungen gezeigt, dass der Glutamatspiegel im Blut umso mehr steigt, je weniger Kohlenhydrate gleichzeitig verzehrt werden. Im Rahmen einer kohlenhydratarmen Diät ist deshalb das Meiden von Glutamat besonders angesagt.

    Ferner sollten nach Möglichkeit auch alle anderen Lebensmittelzusätze (zum Beispiel Konservierungsstoffe) gemieden werden.
Die Diät basiert insgesamt auf den folgenden Prinzipien:



Meiden von Unverträglichkeiten

Kohlenhydratarm

Aktivieren der Ketolyse-Fähigkeit

Säurearm

Ballaststoffarm

Histaminarm

Tyraminarm

Natürliche Fette und günstiges Omega3/Omega6-Verhältnis

Meiden von Zusatzstoffen/Geschmacksverstärkern/Konservierungsstoffen

Meiden von Getreideprodukten

Reduzieren von Rohkost

Meiden von Alkohol

Vorsicht bei typischen Migränetriggern

Gewürzarm

Reduzieren von kalorischen Getränken

Empfohlene Lebensmittel

Empfohlene Getränke und Trinkmenge

Beispielgerichte


Meiden von Unverträglichkeiten


Alle Lebensmittel, gegenüber denen bei Ihnen eine eindeutige Unverträglichkeit besteht, sind zu meiden. Reagieren Sie z. B. auf Milchzucker-haltige Lebensmittel mit Blähungen und Durchfall, dann sind solche Lebensmittel zu meiden.

Das gleiche gilt für alle Lebensmittel oder auch Zubereitungsformen, gegen die Sie ein Ekelgefühl entwickeln. Ekeln Sie sich beispielsweise vor Austern oder Spiegeleiern, dann sollten Sie diese Lebensmittel meiden, egal wie viele wertvolle Nährstoffe diese enthalten oder wie stark Ihnen andere diese empfohlen haben mögen.

Bevorzugen Sie Lebensmittel, die Ihnen im Rahmen der empfohlenen Auswahl schmecken.


Kohlenhydratarm


Die Migränediät ist kohlenhydratarm. Dies dient insbesondere der hormonellen Beruhigung und der Vermeidung von zu starken Energie- und Blutzuckerspiegelschwankungen.

Dabei stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung, die je nach Verträglichkeit, Schwere der Erkrankung und Vorlieben in Frage kommen, z. B.:

  • Beschränkung der Kohlenhydrate auf täglich 6 BE (Lutz-Diät)
  • Beschränkung auf Kohlenhydraten mit niedriger glykämischer Last (LOGI, GLYX, Montignac-Methode, Dr. Rieglers Migräne Diät usw.)
  • Ketogen (ketogene Diät, Atkins-Diät)

Weitere Informationen zu kohlenhydratarmen Diäten finden sich hier.

Sollten Sie unter sehr schwerer Migräne leiden, insbesondere auch begleitet von einer starken Aura, dann kann es ratsam sein, die Kohlenhydratzufuhr sehr stark einzuschränken und eventuell sogar eine gewisse Zeit lang ketogen zu leben. Dies sollte allerdings in Abstimmung mit Ihrem Arzt erfolgen.

Bitte beachten Sie, dass es bei der Einhaltung von kohlenhydratarmen Diäten zu gravierenden Stoffwechselumstellungen im Körper kommen kann und wird. Eine kohlenhydratarme Diät kann deshalb in Einzelfällen und speziell in den ersten Wochen und Monaten - ähnlich wie manche Medikamente - starke Nebenwirkungen auslösen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die Reduzierung der Kohlenhydrate langsam und Schritt- für Schritt vorzunehmen.

Sollten Sie unter einer vorhandenen Autoimmunerkrankung leiden (z. B. Hashimoto, Morbus Crohn) dann empfehlen wir Ihnen, solche diätischen Maßnahmen nur mit ärztlicher Unterstützung und der gebotenen Vorsicht durchzuführen. Ferner sollten Sie in diesem Fall das Buch von Wolfgang Lutz: "Leben ohne Brot" penibel studieren und regelrecht unter dem Kopfkissen liegen haben.



Aktivieren der Ketolyse-Fähigkeit


Eine ergänzende und spezifische Eigenschaft der Mersch-Diät ist die Ketolyse-Aktivierung. Sollten Sie sich für eine ketogene Diät oder die Lutz-Diät entscheiden und bei letzterer häufig geringe Kohlenhydratmengen pro Tag aufnehmen, dann können Sie diesen Abschnitt überlesen, denn dann ist Ihre Diät automatisch Ketolyse-aktivierend.

Auch die Atkins-Diät beginnt mit einer Aktivierung der Ketolyse-Fähigkeit des Gehirns, indem in Phase I der Diät explizit der Status der Ketose angestrebt wird. Es ist denkbar, dass die Herstellung der Ketolyse-Fähigkeit das eigentliche Erfolgsgeheimnis der Atkins-Diät ist. Es ist aber auch vorstellbar, dass diese Fähigkeit durch starre Essenspläne in der letzten Phase der Atkins-Diät wieder verloren geht, so dass das Gewicht bei einigen Anwendern wieder ansteigt.

Mit der Ketolyse-Aktivierung ist etwas anderes als der Zustand der Ketose gemeint.

Viele Menschen trainieren ihr Stresssystem und ihre Herz-Kreislauf-Funktionen durch regelmäßigen Ausdauersport. Daneben wird sich ausgewogen ernährt. Die Ausgewogenheit bedeutet aber meist nicht nur, dass ein bestimmtes Verhältnis der Hauptnährstoffe insgesamt angestrebt wird, sondern sogar pro Mahlzeit. Beispielsweise gibt die Sears-Diät ein solches optimales Verhältnis für alle Mahlzeiten vor.

Migräne-Patienten wird häutig empfohlen, einen möglichst regelmäßigen Tagesablauf einzuhalten und vor allem keine Mahlzeiten auszulassen. Das ist die sicherste Methode, um die Ketolyse-Fähigkeit des Gehirns zu unterbinden und es vollständig glucoseabhängig zu machen.

Bei der Ketolyse-Aktivierung wird nun versucht, eine einmal erreichte Ketolyse-Fähigkeit des Gehirns durch regelmäßiges Training zu erhalten. Konkret kann dies so aussehen, dass sie immer mal wieder ketogene Tage in ihre Diät integrieren, zum Beispiel in dem Sie den ganzen Tag nur kohlenhydratarmes Gemüse mit Butter oder auch nur Fleisch, Fisch, Eier, Fett und etwas Gemüse zu sich nehmen und dabei insgesamt nicht mehr als 20 g Kohlenhydrate aufnehmen. Das Prinzip ist also nicht die tägliche Regelmäßigkeit, sondern das Trainieren von Unregelmäßigkeit. Für unsere Vorfahren war Unregelmäßigkeit die Regel.

Wenn Sie hin und wieder Tage zum Aktivieren der Ketolyse-Fähigkeit Ihres Gehirns einlegen, trainieren Sie gleichzeitig Ihre Fähigkeit, einmal längere Zeit ganz ohne Nahrung zu bleiben, was Teil der persönlichen Fitness ist.

Natürlich wird Ihnen dies umso leichter fallen, je kohlenhydratärmer Sie sich sonst ernähren. Unvermittelte ketogene Tage innerhalb einer Pizza-Pudding-Cola-Diät sind zwar prinzipiell auch möglich, werden aber nicht empfohlen.

Auf der anderen Seite ist es mit diesem Prinzip durchaus möglich, im Rahmen der Mersch-Diät ein oder zwei Stücke Kuchen zu essen und diese „Sünde“ durch das Einlegen von Ketolyse-Aktivierungstagen wieder auszugleichen.

Sobald Ihr Gehirn wieder ausreichend ketolysefähig ist, kann es bei Bedarf unmittelbar von Ketonkörpern Gebrauch machen, so dass es erst gar nicht zu zerebralen Energiekrisen wie Migräne kommt.

Sollten Ihnen die eingelegten Tage zur Ketolyse-Aktivierung schwer fallen und Sie dann eventuell sogar Migräne bekommen, ist das ein untrügliches Zeichen, dass Ihr Stoffwechsel dafür noch nicht bereit ist. Entweder Sie versuchen es dann mit einer längeren ketogenen Phase oder Sie müssen noch etwas Geduld haben und sich dem Ziel noch langsamer nähern. Das Trainieren der Ketolyse-Fähigkeit des Gehirns ist in erster Linie als eine Erhaltensmaßnahme für Langzeitanwender zu verstehen.

Selbstverständlich sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, ob ketogene Tage für Sie aus gesundheitlichen Gründen überhaupt in Frage kommen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie unter Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen leiden.


Säurearm


Die Diät sollte vorzugsweise säurearm sein. Der Begriff "säurearm" unterscheidet sich aber im Rahmen dieser Diät von der häufig vorzufindenden Behauptung, dass Obst und Gemüse im Körper basenbildend und Fleisch, Fisch und Eier säurebildend sind. Säurearm bedeutet hier, dass die Ausgangsspeise vom pH-Wert nur eine geringe (oder gar keine) Säure aufweist.

Bei Gemüse (welches üblicherweise säurearm ist) sollten Sie sich bei stark Oxalsäure-haltigen Sorten (insbesondere Spinat, Rhabarber, Sauerampfer, und eingeschränkt auch Rote Rübe und Grünkohl) zurückhalten.

Eine einfache Übersicht über säurereiche und säurearme Lebensmittel findet sich bei der Schaub-Kost.



Ballaststoffarm


Der Mensch zeichnet sich gegenüber anderen Primaten durch ein großes Gehirn bei vergleichsweise schwachen Verdauungsorganen aus. Migräniker haben häufig ein leistungsfähiges Gehirn und leiden gleichzeitig unter diversen Verdauungsschwächen. Es ist deshalb besonders wichtig, in erster Linie Nahrung aufzunehmen, die nicht zu ballaststoffreich ist und in Teilen schon außerhalb des Organismus aufgeschlüsselt wurde (zum Beispiel durch Garen).

Der polnische Mediziner Jan Kwasniewski äußert sich wie folgt dazu :

"Ich … halte Ballaststoffe wahrheitsgemäß für einen Bestandteil, der vom menschlichen Organismus überhaupt nicht verdaut und assimiliert wird, also für den Menschen ungenießbar und in der Ernährung unnütz ist."

Und weiter :

"Es ist nicht vernünftig, den Verdauungstrakt zu Tätigkeiten zu zwingen, die gut und gern außerhalb dieses Systems erfolgen können. Er spart dann Energie…"

Migräniker sind in der Regel stressbelastet und sollten deshalb Lebensmittel meiden, die zusätzlich „belasten“.

Ballaststoffreiche Diäten werden häufig zwecks Reduzierung eines Dickdarmkrebs-Risikos empfohlen. Allerdings konnte eine solche Wirkung in epidemiologischen Studien nicht nachgewiesen werden. Stattdessen deutet sich an, dass ein hoher Konsum an gesättigten Milchfetten eine protektive Wirkung besitzt (Larsson SC, Bergkvist L, Wolk A: High-fat dairy food and conjugated linoleic acid intakes in relation to colorectal cancer incidence in the Swedish Mammography Cohort, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 82, No. 4, 894-900, October 2005).


Histaminarm


Im Rahmen der Migränediät sollten Sie speziell in der Anfangszeit stark histaminhaltige Speisen und Zubereitungen meiden.

Dazu zählen vor allem:

  • Alkoholische Getränke, insbesondere Rotwein und Champagner
  • Käse, insbesondere lang gereifter Hartkäse wie Emmentaler oder Parmesan
  • Schokolade und Kakao
  • Rohwurstsorten, wie z. B. Salami
  • Nüsse, insbesondere Walnüsse
  • Tomaten und Tomatenketchup
  • Sauerkraut und andere milchsauer eingelegte Gemüsesorten
  • Spinat
  • Fischzubereitungen wie z. B. Fischkonserven
  • Gelegentlich Obst, insbesondere sehr reife Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren usw..
  • Rotweinessig

Ein Problem besteht darin, dass der Histamingehalt von gleichen/ähnlichen Nahrungsmitteln sehr stark schwanken kann. Beispielsweise sind beim Emmentaler Käse Werte zwischen 1mg und 250mg pro 100g Ware festgestellt worden. Aus diesem Grund wird empfohlen, sich bei Unsicherheit vorsichtig an eine bestimmte Sorte/Marke heranzutasten.



Tyraminarm


Migränebetroffene sollten in der Regel stark Tyramin-haltige Lebensmittel meiden.

Eine sehr hohe Konzentration an Tyramin ist in gelbem Hartkäse enthalten.

Gelegentlich werden bei Depressionen und Migräne auch sog. MAO-Hemmer zur Prophylaxe eingesetzt. Diese hemmen das Enzym Monoaminoxidase (MAO). In diesem Fall muss auf Lebensmittel, die sehr viel Tyramin enthalten, penibel verzichtet werden, weil es sonst zu lebensgefährlichen Blutdruckschwankungen kommen kann.

Tyramin-reiche Lebensmittel sind häufig auch reich an Histamin.


Natürliche Fette und günstiges Omega3/Omega6-Verhältnis


Im Rahmen der Migränediät sollten natürliche (ungehärtete) Fette bevorzugt werden. Die Priorität sollte bei den folgenden Fetten liegen:

  • Fette von Fischen
  • Fette von Tieren
  • Fette aus Eiern
  • Milchfett (z. B. Butter)
  • Olivenöl
  • Kokosfett

Insbesondere sollte auf ein günstiges Omega3/Omega6-Verhältnis geachtet werden. Öle wie Sonnenblumenöl, Distelöl, Maisöl und andere Öle mit einem sehr hohen Omega6-Anteil sind nach Möglichkeit zu meiden. Das gleiche gilt für die meisten Margarinen.

Es sollten ausreichend tierische Fette aufgenommen werden, um für einen zufrieden stellenden Vitamin-D-Status zu sorgen. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da Migränebetroffene oftmals direkte Sonneneinstrahlungen nicht vertragen und deshalb - speziell in unserer Gegend - kaum Vitamin D über die Haut produzieren.



Meiden von Zusatzstoffen/Geschmacksverstärkern/Konservierungsstoffen


Essen Sie natürlich und meiden Sie Lebensmittel mit problematischen Zusatzstoffen wie

  • Glutamat
  • Aspartam
  • Nitritpökelsalz
  • Benzoesäure
  • Carageen
  • und anderen Geschmackverstärkern oder Konservierungsstoffen.

Bevorzugen Sie frische oder tiefgekühlte Produkte und meiden Sie nach Möglichkeit Fertigprodukte.



Meiden von Getreideprodukten


Kohlenhydratarme Diäten führen normalerweise automatisch zu einer Reduzierung des Getreidekonsums.

Bei Migräne kann es darüber hinaus Sinn machen, alle glutenhaltigen Getreidearten

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste
  • Hafer
  • Dinkel
  • Kamut
  • Einkorn
  • Emmer
  • Grünkern
  • Triticale

zu meiden. Bei Gluten handelt es sich um den sog. Getreidekleber.

Viele Migränepatienten vertragen keine Vollkornprodukte. Als Gründe kommen Ballaststoffe, die im Vollkorn enthaltenen Antinutritiva und ein möglicher Pilzbefall in Frage. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt Unverträglichkeiten.

Im Rahmen der Migränediät ist Vollkorn nach Möglichkeit zu meiden, es sei denn, Sie vertragen Vollkorn problemlos. Weißmehl ist bei entsprechender Verträglichkeit dagegen gelegentlich und in kleineren Mengen (Ausnahme: vorhandene Glutenunverträglichkeit) erlaubt.



Reduzieren von Rohkost


Im Rahmen der Migränediät sind Speisen vorzugsweise gegart zu genießen, d. h. z. B. gekocht, gedünstet, gegrillt, gebraten. Stark geräucherte oder frittierte Lebensmittel sollten Sie nach Möglichkeit meiden.

Die Empfehlung zum Garen gilt für alle pflanzlichen und tierischen Lebensmittel.

Tiere schützen sich gegenüber Feinden vorzugsweise durch Bewegung, scharfe Krallen und Zähne und weniger durch den Einsatz von starken Giften, so dass ein roher (z. B. Steak Tartar) oder halbroher Genuss (z. B. englisch gegrillt) eher möglich ist.

Es spricht zwar nichts dagegen, je nach Verträglichkeit ein Essen gelegentlich mit einem kleinen Rohkostsalat zu beginnen, gerade aber in der Anfangszeit wird im Rahmen der Diät von großen Rohkostplatten abgeraten.


Meiden von Alkohol


Alkohol ist - insbesondere in der Anfangszeit - zu meiden.


Vorsicht bei typischen Migränetriggern


Manche Lebensmittel werden von Migränepatienten besonders häufig als möglicher Migränetrigger genannt. Es wird deshalb empfohlen, sich bzgl. diesen Nahrungsmitteln speziell in der Anfangszeit zurückzuhalten und die Nahrungsauswahl dann sukzessive (nach Verträglichkeit und Geschmack) auszuweiten.

Besonders häufig werden folgende Nahrungsmittel als Migräne-Triggerfaktoren angegeben:

  • Alkohol (insbesondere Rotwein und Sekt)
  • Molkereiprodukte (insbesondere Hartkäse)
  • Zitrusfrüchte
  • Schokolade
  • frittierte und geräucherte Nahrungsmittel
  • verschiedene Gemüsesorten
  • Tee
  • Kaffee
  • Getreideprodukte
  • Meeresfrüchte


Gewürzarm


Gewürze enthalten häufig starke Säuren (zum Beispiel Salicylsäure) und empfindliche Menschen reagieren auf manche Gewürze mit allergischen Reaktionen.

Im Rahmen der Migränediät sollten Sie ihre Speisen nicht zu stark würzen und salzen. Allerdings sollte die Salzzufuhr insgesamt ausreichend sein. Zu einer ausgesprochen natriumarmen Diät wird – außer es liegt bei Ihnen eine klare medizinische Indikation vor – nicht geraten.


Reduzieren von kalorischen Getränken


Kalorische Getränke, insbesondere solche die Zucker enthalten (auch Naturzucker in Obstsäften), sollten Sie meiden bzw. stark reduzieren. Es spricht bei vorhandener Verträglichkeit sicherlich kaum etwas dagegen, zu einem Essen mal ein Glas Obstsaft zu trinken, bei dem einen Glas sollte es dann aber bleiben. Die Ausführungen zu kohlenhydratarm sind unbedingt zu berücksichtigen.


Empfohlene Lebensmittel


Es macht keinen Sinn, ganz bestimmte Lebensmittel zu empfehlen, da sich die Wahl zunächst an dem ersten und wichtigsten Prinzip ausrichten sollte:

  • Die Lebensmittel sollten Ihnen schmecken und bekommen.

Unabhängig davon gibt es Nahrungsmittelgruppen, die mehr oder weniger zu empfehlen sind.

Insbesondere sind Lebensmittel zu bevorzugen,

  • die unseren klimatischen Verhältnissen entsprechen,
  • die Sie in der Wildnis mit einfachen Waffen allein oder zusammen mit anderen in unserer Gegend jagen oder sammeln könnten und
  • die ausreichend Kalorien liefern.

Hervorzuheben sind dabei besonders:

  • Fleisch (inkl. Fett, Innereien, Knochenmark)
  • Fisch
  • natürliche Fette (siehe obige Aufstellung)
  • Eier
  • Gemüse, Salate, Pilze, Wurzeln, ggf. etwas Obst.

Erweiterungen wie zum Beispeil Milchprodukte erfolgen in Abhängigkeit der Verträglichkeit.



Mersch-Diät-Pyramide

Manchmal reicht ein Reduzieren der Kohlenhydratzufuhr und das Meiden von Zucker und Getreide allein schon aus, um deutliche Verbesserungen zu erzielen, in anderen Fällen müssen ggf. weitere Lebensmittel (z. B. Molkereiprodukte, histaminreiche Lebensmittel) gemieden werden. Auch kann in manchen Fällen eine langfristige Umstellung auf den Hungerstoffwechsel (Fett statt Kohlenhydrate, Ketonkörperproduktion, Ketose) sinnvoll sein.



Empfohlene Getränke und Trinkmenge


Bei Getränken steht Wasser an erster Stelle, wobei Wasser mit üblicher Mineralstoffzusammensetzung (wie in Leitungswasser, Bächen und Flüssen) stark mineralstoffhaltigen und/oder kohlensäurehaltigen Wässern vorzuziehen ist.

An Heißgetränken empfehlen wir je nach Verträglichkeit/Geschmack und in sinnvollen Mengen Kaffee oder schwarzen Tee und ggf. milde Kräutertees wie Rooibos-Tee. Der regelmäßige Genuss von medizinischen Teesorten wie Kamillentee ist zu meiden, es sei denn, es liegt eine medizinische Indikation oder Verordnung vor.

Ferner können je nach Verträglichkeit auch Suppen genossen werden (allerdings natürlich zubereitet und ohne Geschmacksverstärker).

Die aufgenommene Flüssigkeitsmenge sollte sich nach dem persönlichen Durstempfinden richten.

Sowohl eine zu große als auch zu kleine Flüssigkeitsmenge kann bei Migräne problematisch sein. Eine typische Richtgröße für die tägliche Flüssigkeitszufuhr (die je nach Gesundheitszustand, Tätigkeit oder Umgebung erheblich schwanken kann) ist 1,5 Liter.


Beispielgerichte


Wenn Sie gerne selber kochen, dann empfehle ich Ihnen, sich ein Low-Carb-Kochbuch zuzulegen und die Gerichte gemäß den sonstigen Empfehlungen der Mersch-Migräne-Diät auszuwählen oder zu modifizieren, zum Beispiel:

  • Rückert, Edeltraud: Die Erfolgsdiät. Das Kochbuch nach Low Carb, 2005
  • Fischer E, Lenz C, Muliar D: Low Carb Kochbuch, 2005

Bei den folgenden Gerichten handelt es sich dagegen eher um Ideensammlungen, wie Sie sich im Rahmen der Mersch-Diät und Low-Carb ohne großen Aufwand etwa im Hotel oder unterwegs ernähren können.

Frühstück/auf die Schnelle:

  • Eier (Spiegel, Rühr, gekochte, harte) mit Speck, Schinken, Toast, Butter, Tomaten, Kaffee mit Sahne
  • Brötchen (Weißmehl) mit Butter und mehreren Scheiben Auflage (zum Beispiel Lyoner Wurst/Mortadella, Schinken, Käse), Kaffee
  • Lachs, Aufschnitt, Kaffee
  • Toast mit Leberwurst, Kaffee
  • Roastbeef, Bratkartoffeln, Kaffee
  • Bismarckheringe, Rollmöpse, Rote Beete, Kaffee mit Sahne
  • Strammer Max mit wenig Brot
  • Ölsardinen, Oliven mit Kern
  • Thunfisch, Brokkoli, Olivenöl
  • Gemüsegericht mit viel Butter

Unterwegs:

  • Burgerking: BigKing XXL oder Triple Whopper, Wasser
  • Wienerwald: 1/2 Hähnchen mit Salat, Gemüse, Wasser
  • Steakhouse: Ribeye Steak medium, Folienkartoffel mit Butter, Wasser
  • Italiener: Dorade mit Gemüse und Kartoffeln, Olivenöl, Cappuccino
  • Italiener: Saltimbocca a la Romana, Gemüse, Wasser, Cappuccino
  • Italiener: Italienischer Salat (mit Eiern, Käse, Schinken) mit Olivenöl, Wasser, Cappuccino
  • Italiener: Mozzarella mit Tomaten, Basilikum, Olivenöl, Wasser, Cappuccino
  • Nordsee: Lachs oder Scholle mit Gemüse oder Brat/Salzkartoffeln, Wasser
  • Allgemein: Matjes Hausfrauenart mit Pellkartoffeln, Wasser
  • Allgemein: Brötchen mit Butter und Tartar, Kräuter, Wasser
  • Allgemein: Frankfurter Würstchen mit Sauerkraut, Wasser
  • Bürgerlich: Scholle Finkenwerder, Bratkartoffeln, Wasser, Tee
  • Bürgerlich: Schweinefilet oder Kotelett, Gemüse, Wasser


 




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