migraeneinformation.de.


Alarmierende Armutsstatistik [Allgemein]
11 Dez 06

13 Prozent der Bürger von Armut bedroht oder arm / Verbände fordern Konsequenzen

Große Wohlfahrtsverbände haben Konsequenzen aus der Armutsstatistik des Statistischen Bundesamtes gefordert. Die Zahlen seien "alarmierend", kommentierte etwa der Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Werner Hesse, gestern in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten.

Das Arbeitslosengeld II müsse um 20 Prozent auf 415 Euro aufgestockt werden, so Hesse. Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, forderte mehr gezielte Investitionen in Bildung und Betreuung. "Wir müssen den Teufelskreis von Armut und Bildungsnachteilen aufbrechen", sagte Schmidt gestern in der "Braunschweiger Zeitung".

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland 13 Prozent der Bürger von Armut bedroht oder arm. Im Jahr 2004 seien 10,6 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren, betroffen gewesen. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die pro Monat weniger als 856 Euro hatten, das sind 60 Prozent des mittleren Einkommens von 1427 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern ist demnach armutsgefährdet, wenn ihr weniger als 1798 Euro zur Verfügung stehen.

Hesse sagte: "Die Zahlen sind solide. Sie dürften inzwischen jedoch noch höher ausfallen." Das Bundesamt habe die Daten für das Jahr 2004 ausgewertet. "Die Entwicklung durch die Hartz-IV-Gesetzgebung ist deshalb noch nicht berücksichtigt", sagte er. Er rechne damit, daß es mittlerweile noch etwa ein Prozent mehr von Armut bedrohte Menschen in Deutschland gebe.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Bei der Aussage "Wir müssen den Teufelskreis von Armut und Bildungsnachteilen aufbrechen" handelt es sich um die falsche Analyse. Sicherlich gibt es auch gebildete Menschen, die in Armut leben. Aber im Allgemeinen ist allein schon die Bildungsfähigkeit eines großen Teils der Armen begrenzt. Dies stets zu ignorieren und immer nur Bildung zu fordern, diskriminiert solche Menschen. Es muss für einen Teil der Bevölkerung ein Leben in Würde auch ohne Bildung möglich sein.

Unsere Gesellschaft produziert Armut. Schuld daran ist nicht die Wirtschaft,sondern die Kinderlosigkeit der gebildeten Schichten.



Kommentare (0)