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Vier Prozent der Erwachsenen haben ADHS [Allgemein]
09 Jan 07

Prävalenz bei Erwachsenen halb so hoch wie bei Kindern

"ADHS-Symptome wachsen sich raus", dieser Satz über das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch Erwachsene, die wegen ADHS-Beschwerden therapiebedürftig sind, meinen Experten.

Etwa vier Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben ADHS, schätzt Professor Wolfgang Retz von der Universität des Saarlandes. Die Prävalenz sei damit etwa halb so hoch wie bei Kindern und Jugendlichen, so Retz beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.

Ein erhebliches Problem bei Erwachsenen mit ADHS sei das Unfallrisiko. So ist nach einer aktuellen Metaanalyse das relative Risiko von Autounfällen bei ihnen etwa doppelt so hoch wie bei Erwachsenen ohne die Störung, wie Retz bei einer vom Unternehmen Medice unterstützten Veranstaltung berichtet hat. Auch der hohe Anteil an psychiatrischen Begleiterkrankungen ist problematisch. Das hat die Netzwerkstudie des Kompetenznetzes ADHS ergeben. Von den 156 erwachsenen Teilnehmern hatten 34 Prozent eine affektive Störung (zusätzlich oder zumindest in der Anamnese) und 18 Prozent eine Angststörung; außerdem lag bei 16 Prozent aktuell oder anamnestisch ein Substanzmissbrauch vor.

Die Diagnose ADHS ist bei Erwachsenen per se noch keine Indikation zur Behandlung. "Im Mittel ist die Lebensqualität eingeschränkt, aber es gibt viele Betroffene, die gut mit ihrem ADHS leben", betonte Retz. Er empfiehlt eine Behandlung, wenn sich die Patienten in mindestens einem Teilbereich des Lebens durch ihre Symptome stark beeinträchtigt fühlen.

Weitere Infos finden sich hier.



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