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Leerer Bauch und satte Seele [Allgemein]
10 Jan 07

Heilfasten nach Buchinger als Behandlung von Zivilisationserkrankungen

Richtig fasten will gelernt sein. In professionellen Fastenkliniken erwartet Heilfastende eine Rundum-Betreuung, die sich nicht nur auf medizinische Versorgung beschränkt - auch die Seele soll "satt" werden.

Montagmorgen, 6 Uhr. Die aufgehende Sonne vertreibt langsam den Nebel, der sich in der Nacht über den Bodensee gelegt hat. In Überlingen, einem beschaulichen Städtchen im Dreiländereck, scheint noch alles zu schlafen. Doch in der Buchinger Klinik am Bodensee ist das Leben schon erwacht. Bettina Hellwig, Apothekerin aus Stuttgart, schlägt die Bettdecke zurück; eine Klinikmitarbeiterin bringt "das Frühstück" aufs Zimmer: Kräutertee.

"Dass ich mich über eine Tasse Tee so freuen kann, habe ich vorher nicht gewusst", sagt Bettina. Bereits zum sechsten Mal macht sie in der Klinik am Bodensee eine Heilfastenkur nach Buchinger. Vor allem die Möglichkeit zur totalen Entspannung begeistert sie. Dass sie ganz nebenbei mehr als zehn Kilo abgenommen hat, freut sie zusätzlich, ist aber nicht ihre Hauptmotivation: "Wer einfach nur abnehmen und sonst nichts weiter für sich tun will, ist hier falsch", sagt sie.

Erst Darmentleerung, dann Zen-Meditation
Das Buchinger Heilfasten steht im Zentrum des Therapiekonzepts der Klinik: eine ganzheitliche Fastenmethode, begründet vom Arzt Otto Buchinger Anfang des 20. Jahrhunderts. Buchinger-Fasten ist ein ärztlich betreutes, stationäres Fasten, das aus neun Bausteinen besteht: Rund ums eigentlich Fasten ranken sich Psychotherapie, integrative Medizin, Ernährung/Diätetik, Pflege/Kosmetik, Gesundheitspädagogik und Physiotherapie. Ergänzt werden diese therapeutischen Module durch die Bausteine "Spiritualität" und "Kreativität/Kultur".

Obwohl es in der Klinik an solchen Annehmlichkeiten nicht fehlt, ist die Buchinger Methode keineswegs allein auf Wellness ausgerichtet. Heilfasten hilft beispielsweise bei Herz- und Gefäßerkrankungen, bei Rücken- und Gelenkbeschwerden, bei Problemen des Verdauungssystems oder bei chronischen Lebererkrankungen. Auch bei Allergien, Akne, Problemen in den Wechseljahren oder Migräne kann die Methode hilfreich sein. Bei anfälligen Personen kann Heilfasten aber heftige Migräne auslösen, die meist ab dem zweiten Fastentag auftritt und ab dem vierten Tag wieder verschwindet.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Die möglichen Wirkungen und Nebenwirkungen des Heilfastens auf Migräne werden ja in dem Artikel ganz nett beschrieben. Allerdings wird dabei der wesentliche Grund für diese Wirkungen verschwiegen: Die Umstellung des zerebralen Energiestoffwechsels auf Ketonkörper (bzw. die Ketose).

Beginnt man mit dem Heilfasten, erlebt das Gehirn der Betroffenen in den ersten Tagen meist einen erheblichen Energiemangel (fehlende Glucose). Dieser behebt sich dann, wenn der Körper auf den inneren Energiestoffwechsel (im Wesentlichen Fett) umstellt. Man lebt dann nicht mehr von der Nahrung, sondern von der Batterie. Konkret wird dann das Gehirn von Ketonkörpern versorgt. Dazu ist aber erst ein Lernprozess des Gehirns erforderlich, der mehrere Tage bis einige Wochen in Anspruch nehmen kann.



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