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Maori durch Diabetes vom Aussterben bedroht? [Ernährung]
16 Jan 07

Jeder fünfte Maori stirbt an Diabetes oder Folgeschäden

Es sind keine Kriege, keine Naturkatastrophen und auch keine Hungersnöte, die die 500.000 Ureinwohner Neuseelands – Maori genannt – bedrohen. Vielmehr stellt der westliche Ernährungsstil, der sich hier immer weiter verbreitet, eine zunehmende Bedrohung dar: Diabetes ist auf dem Vormarsch.

Etwa 14 % der neuseeländischen Bevölkerung zählen zu den Maori, deren Vorfahren schon vor Jahrhunderten in das Land eingewandert sind. Die Ureinwohner sind bekannt für ihr Kunsthandwerk und sprechen eine eigene gleichnamige Sprache, die neben englisch als offizielle Amtssprache anerkannt ist.

Der Einfluss der westlichen Kultur macht den Maori in vielerlei Hinsicht zu schaffen. Die Identität der Maori-Kultur ist durch den westlichen Einfluss bedroht. Dies betrifft unter anderem auch die Lebensweise der Bevölkerung. Hamburger, Pommes frites und Co. landen immer häufiger auf dem Speiseplan der Maori, die bisher ganz andere Nahrungsmittel gewohnt waren.

Der Ernährungswandel hat dramatische Auswirkungen auf das kleine Volk: Der Professor für Gesundheitsforschung unter Maoris Chris Cunningham geht davon aus, dass mittlerweile jeder fünfte der 500.000 Maori an Diabetes oder dessen Folgeschäden stirbt. Bei der restlichen neuseeländischen Bevölkerung sind es hingegen nur etwa 4 %.

Maori sind demnach viel anfälliger für Diabetes als andere Völker. Die Gründe sind vielschichtig: Zum einen ist der Wandel der Ernährungsgewohnheiten sehr rasch erfolgt, so dass die Ureinwohner hier empfindlich reagieren. Zum anderen sind die Maori aber auch physiologisch weniger auf das fettere Essen eingestellt. Dies bedeutet, dass ein Maori eine fettreiche Mahlzeit viel schlechter verträgt hat als beispielsweise ein weißer Neuseeländer.

Aufgrund der durch den Lebenswandel zustande gekommenen hohen Sterblichkeitsrate könnten die Maori bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein. Dies vermutet der australische Forscher Paul Zimmet. Auch für andere besonders anfällige Völker könnte der Diabetes ein echtes Problem werden.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Leider sterben die Maori nicht durch das ungewohnte Essen aus, sondern durch Fehlinformationen der Ernährungsberatung. Es ist längst überhaupt kein Geheimnis mehr, dass die Epidemie ganz entscheidend durch Softdrinks gefördert wird. Das Problem ist also weniger der angeblich ach so "fette" Burger, sondern das dazu gereichte Getränk. Und solange solche Fakten seitens der Ernährungsberatung aus was für Gründen auch immer ignoriert werden, wird es für die Maoris wohl leider keine Rettung geben.



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