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Kopfschmerzen durch Kopfschmerztabletten [Pharma]
03 Okt 04

Bei Triptanen angeblich besonders häufig

Umfangreiche Untersuchungen aus Frankreich bestätigen jetzt, dass häufig der falsche Umgang mit Kopfschmerzmitteln die Ursache ist.

Ziel der Wissenschaftler war es, in einer epidemiologischen Studie die Verwendung von Triptanen zur Behandlung von Kopfschmerzen zu untersuchen. Triptane sind Medikamente, die speziell zur Behandlung schwerer Migräne-Attacken entwickelt wurden und vom Arzt verschrieben werden müssen.

Zu Beginn der Studie, deren Resultate jetzt in der Fachzeitschrift Headache erschienen sind, analysierten die Forscher Daten von über 25.000 Personen. 290 davon gaben an, Triptane zu verwenden. Diese Betroffenen wurden nun genauer nach der Art ihrer Kopfschmerzen befragt. Zusätzlich gaben sie Auskunft über ihren Konsum an Medikamenten.

Insgesamt, so stellte man fest, benutzen nur 0,2 Prozent der französischen Bevölkerung Triptane, meistens Frauen. Die allermeisten der Triptan-Konsumenten, 80 Prozent, leiden unter Symptomen, die typisch sind für Migräne. Die übrigen 20 Prozent nehmen jedoch Triptane gegen andere Arten von Kopfschmerzen ein, beispielsweise gegen Spannungskopfschmerzen. Triptane sind dazu nicht geeignet. Ihre Wirksamkeit ist in diesen Fällen nicht belegt.

Nun sollte man vermuten, dass die Personen, die unter Migräne leiden und Triptane benutzen, folglich weniger Kopfschmerzen haben. Doch die Studie weist stattdessen darauf hin, dass gerade diese Gruppe unter noch häufigeren und schwereren Kopfschmerzen leidet als andere Migräne-Patienten, die auf Triptane verzichten. Auch Übelkeit und Erbrechen treten bei Triptan-Nutzern häufiger auf. Die Ursache dafür, so die Experten, ist häufig der falsche Einsatz der schmerzlindernden Medikamente selbst: Wer zu oft und zu viele Schmerz- und Migränemittel benutzt, dem drohen so genannte Schmerzmittel-Kopfschmerzen und die Abhängigkeit von den Medikamenten. Schmerzmittel dürfen deshalb nur an maximal zehn Tagen pro Monat eingenommen werden und dann nicht länger als drei Tage hintereinander.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Es scheint nicht einfach zu sein, einen einfachen Zusammenhang einfach darzustellen: Aus der Tatsache, dass häufige Nutzer von Triptanen besonders häufig unter Migräne leiden, folgt keineswegs, dass Triptane häufig selbst Migräne verursachen, oder anders ausgedrückt, dass häufige Benutzer von Triptanen mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits unter einem Medikamentenkopfschmerz leiden.

Viel naheliegender ist nämlich die Vermutung, dass Triptan-Anwender in aller Regel unter besonders schwerer Migräne leiden und dass die häufige Einnahme von Triptanen somit lediglich auf schwere Migräne hindeutet, während die häufige Einnahme freiverkäuflicher Schmerzmittel dies nicht tun muss. Anders als es der Artikel suggeriert sind Schmerzmittel nämlich keine Mittel zur Heilung von Schmerzen sondern lediglich zur Symptomlinderung. Deshalb kann nicht angenommen werden, dass eine häufige Einnahme von Triptanen zu einer Verringerung der Attackenhäufigkeit führt, was aber scheinbar von den Studienleitern implizit erwartet wurde.

Es mag ja in der Tat sein, dass die häufige Einnahme von Triptanen und anderen Migräne-wirksamen Schmerzmitteln zu einer Häufung von Migräneattacken führt, u. a. deutet auch eine Umfrage auf migraeneinformation.de darauf hin, allerdings müsste dann die Untersuchung anders durchgeführt werden.




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