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Schmerzkranke Patienten müssen lernen, zu vergessen [Pharma]
12 Feb 07

Effektive Schmerztherapie motiviert zu körperlicher und sozialer Aktivität

Patienten mit mittelschweren bis starken Dauerschmerzen zu behandeln, ist schwierig: Oft nur vorübergehend empfinden sie eine Linderung ihrer Beschwerden als zufriedenstellend und leben in ständiger Furcht, dass der Schmerz wiederkommt. Für die chronisch Schmerzkranken eignen sich Medikamente, die effektiv und gleichmäßig anhaltend wirken.

Professor Walter Zieglgänsberger aus München: Chronisch Schmerzkranke müssen zunächst gut medikamentös versorgt werden. "Denn bei solchen Patienten besteht die Gefahr, dass sie aus Angst vor Schmerzspitzen immer wieder zum Medikament greifen und es immer höher dosieren", sagte Professor Walter Zieglgänsberger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

"Wer chronisch schmerzkrank ist, sollte so behandelt werden, daß er die Schmerzerfahrung verlernen kann, sie durch neue, positive Erfahrungen überdecken kann", sagte Zieglgänsberger beim Innovationsforum der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie in Köln. Anders lasse sich die Erinnerung an den Schmerz nicht auslöschen. Die Patienten müßten zunächst gut medikamentös versorgt werden, um sie auf Basis dieses Erfolgserlebnisses durch Gespräche und Psychotherapie zu mehr körperlicher und sozialer Aktivität motivieren zu können.

Ein optimales Medikament gegen den Dauerschmerz lindere nicht nur effektiv Beschwerden, sondern habe möglichst noch eine leicht antidepressive Wirkung, ohne den Patienten müde zu machen, sagte Ziegl-gänsberger. Solche Substanzmerkmale begünstigten, dass der Patient sich als Person ohne Schmerzen oder mit erträglichen Beschwerden neu erfahren könne.

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