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Arag Krankenversicherung will allen 42 000 Vollversicherten einen Fragebogen zuschicken [Allgemein]
10 Nov 04

Das Ziel: Teilnahme an dem Gesundheitsprogramm "Aktiv Leben"

Die Arag Krankenversicherung wagt sich in ein für die private Krankenversicherung neues Feld des Gesundheitsmanagements vor. Mit dem Programm "Aktiv leben" will die Gesellschaft Versicherte mit bestimmten Risiken erreichen, bevor diese tatsächlich erkranken. Im Zentrum des Programms stehen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ende Dezember sollen alle 42 000 Vollversicherten des privaten Krankenversicherers einen Fragebogen erhalten, mit dem ihr persönliches Risiko ermittelt wird. Die Kunden sollen dort unter anderem Fragen beantworten zum Blutdruck, zu Cholesterin-Werten, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten und zur familiären Vorgeschichte.

"Gerade bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen benötigt man nur wenige klinische Parameter, um relativ gut das Risiko vorhersagen zu können", erläutert Dr. Stefan Kottmair, Projektleiter bei ArztPartner almeda, Kooperationspartner der Arag Kranken bei "Aktiv leben".

ArztPartner ist zwar eine Tochtergesellschaft der Deutschen Krankenversicherung (DKV), bietet ihre Dienstleistungen aber auch anderen PKV-Unternehmen oder Krankenkassen an. Anhand des Fragebogens könnten 80 Prozent der Versicherten mit einem erhöhten Diabetes-Risiko erkannt werden, so Kottmair. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gebe es eine große Treffsicherheit bei der Risikovorhersage.

Persönliches Risikoprofil soll erstellt werden

Für alle Versicherten, die den ausgefüllten Fragebogen zurücksenden, erstellt ArztPartner ein persönliches Risikoprofil. Hat ein Versicherter ein erhöhtes Risiko, bietet die Arag ihm die Teilnahme an einem speziellen Gesundheitsprogramm an. Dazu gehören regelmäßige Informationen, individuelle Gesundheitsberichte und Empfehlungen zur Änderung des Lebensstils.

Der Versicherte erhält bei ArztPartner einen Gesundheitscoach, der mit ihm in regelmäßigem Kontakt steht. Ist ein Versicherter bereits erkrankt, bietet ihm die Arag Krankenversicherung die Teilnahme an den Behandlungsprogrammen Diabetes oder Bluthochdruck an.

"Die Arag macht als erstes PKV-Unternehmen den Versuch, die Menschen zu erreichen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist", sagt Kottmair. Der Mediziner ist gespannt, in welchem Maße die Versicherten dieses Angebot tatsächlich annehmen.

Wolfgang Brunner vom Vorstand der Arag Krankenversicherung hofft, daß zehn bis 20 Prozent der Versicherten den Fragebogen zurücksenden. "Das wäre ein großer Erfolg." Für die Arag ist das neue Programm ein Versuchsballon, sagt Brunner. Es sei wichtig, die Menschen aktiv zu beteiligen. Die reine Information über Risiken reiche nicht aus.

Bonus- oder Malussystem ist nicht vorgesehen

Die Arag habe bewußt darauf verzichtet, das Programm "Aktiv leben" an ein Bonus- oder Malussystem zu knüpfen. "Jeder ist für seine Gesundheit auch selbst verantwortlich", sagt Brunner. Keinem Versicherten würden Nachteile entstehen, wenn er auf die Risikoanalyse verzichtet oder sich nicht an die Empfehlungen seines Gesundheitscoachs hält.

Für die Arag Krankenversicherung ist das neue Programm auch eine Möglichkeit, sich als kleine Gesellschaft besser am Markt zu positionieren. "Wir sind darauf angewiesen, daß wir qualitativ hochwertige Leistungen erbringen", meint Brunner.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Solange dies tatsächlich nicht mit einem Bonus- und Malussystem verbunden ist und peinlichst darauf geachtet wird, dass die DGE beratungsseitig außen vor bleibt, sind solche Maßnahmen nur zu begrüßen. Denn schließlich kommt der rechtzeitigen Erkennung von Risikopotenzialen und der Verhinderung von Krankheiten statt Behandlung eine immer größere Bedeutung zu.




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