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Jeder Krankheit ihren Prominenten [Allgemein]
15 Nov 04

Manches Engagement ist nicht nur uneigennützig

Ob Brustkrebs, Migräne oder Magersucht - für fast jedes Leiden gibt es mittlerweile einen prominenten Schirmherren, der versucht, die jeweilige Krankheit und deren Symptome populärer zu machen. Eine gute Seite der Seitenblicke-Gesellschaft, meinen Experten.

"Wenn ein Prominenter über eine Krankheit spricht und von Talkshow zu Talkshow zieht, ist das sehr öffentlichkeitswirksam. Die Krankheit wird bekannt, man kann wunderbar zur Vorsorge motivieren, sensibilisieren und aufklären", sagt Wolfgang A. Schuhmayer, selbst Arzt und Betreiber einer Medizin-PR-Agentur.

Dass sich Prominente für eine Krankheit engagieren, galt lange Zeit als amerikanisches Phänomen. "Dort haben sich Schauspieler und Sänger schon vor Jahren zu Krankheiten bekannt oder sich für kranke Menschen eingesetzt und Spenden für Forschungszwecke gesammelt", sagt Schuhmayer.

Was US-Promis so wunderbar medienwirksam vormachten, nahmen sich bald auch deutsche Stars zu Herzen. Heute gibt es kaum mehr eine Talkshow im deutschen Fernsehen, in der nicht irgendein Prominenter über irgendeine Krankheit spricht.

Das deutsche Schlagersternchen Yvonne Catterfield, selbst nicht magersüchtig, macht sich für essgestörte Jugendliche stark und zieht mit diesem Anliegen durch das ganze Land. "Man darf nicht vergessen, dass auch Promis dadurch einen Vorteil haben. Sie werden noch prominenter und noch öfters interviewt. So etwas fällt unter perfektes Eigenmarketing", sagt Schuhmayer.

Die Liste der Prominenten, die sich für Krankheiten engagieren, ist lang: Die vielen Gesichter der Migräne erklärte die deutsche Schauspielerin Katja Flint (Marlene Dietrich-Darstellerin) kürzlich in diversen Talkshows - ganz nebenbei durfte sie auch über ihre neuen Filmpläne erzählen.

Viele bekannte Menschen würden sich für die gute Sache ohne Gage engagieren. Aber nicht alle sind so uneigennützig, da oftmals auch große Pharmafirmen hinter dem Promi-Engagement stecken. "Und da fließen ab und zu auch Werbemillionen," sagt Branchenexperte Schuhmayer.

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