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Mütter schuld am Zappelphilipp? [Allgemein]
17 Nov 04

Kinderärzte schlagen ADHS-Alarm

Unter dem Titel "Mütter schuld am Zappelphilipp" berichtet die Medical Tribune über die sich auf wundersame Weise "seuchenartig" ausbreitende ADHS-Erkrankung unter Kindern.

Dabei führt sie u. a. aus:

"Von weniger als 1 Mio. auf über 18 Millionen Rezepte pro Jahr: Die Zahl der Verordnungen von Methylphenidat zu Lasten der GKV verzwanzigfachte sich in den letzten zehn Jahren, besonders steil war der Anstieg seit 1998. Grund für dieses Phänomen: Bei immer mehr Kindern diagnostizieren Ärzte das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Doch warum nimmt die Erkrankung, die laut Lehrmeinung auf einer genetisch bedingten Transmitterstörung im Gehirn beruht, so sprunghaft zu? Vielleicht kommt psychosozialen Faktoren, denen man bislang allenfalls Einfluss auf den ADHS-Schweregrad zuschrieb, doch größere Bedeutung zu, schreibt Professor Dr. Hans G. Schlack vom Kinderneurologischen Zentrum in Bonn, in 'Kinderärztliche Praxis'."

Wie die Medical Tribune weiter berichtet, macht Prof. Schlack neben der Genetik im Wesentlichen 2 Gründe aus:

  • eine gestörte Mutterbindung
  • Überreizung durch Computer und Fernsehen

"Die Transmitter-Hypothese entthront ... [Prof. Schlack] ... damit keineswegs, denn Tierversuche zeigen, dass äußere Einflüsse tatsächlich zerebrale Störungen hervorrufen können. Bei Hühnerküken und Ratten, die ohne Kontakt zum Muttertier aufwuchsen, stellten Marburger Forscher ein Missverhältnis zwischen erregenden und hemmenden Synapsen in Frontalhirn und limbischem System fest. Zugleich entwickelten die Tiere ADHS-Symptome: Sie zeigten in fremder Umgebung erhöhte motorische Aktivität und reagierten weniger auf mütterliche Lockrufe.

Eine frühe Bindungsstörung bringt Neurotransmitter dauerhaft aus dem Gleichgewicht - das klingt plausibel, meint der Kollege. Nur der Rückhalt sicherer Bindung, führt er aus, versetzt ein Kind in einen angstfreien Zustand, in dem es explorativ lernend die Umwelt erkundet. Fehlende Bindungsmöglichkeit blockiert dies, das Kind gerät in permanente Alarmbereitschaft. In einer Mannheimer Studie war die Qualität der Mutter-Kind-Beziehung das Kriterium, das die Entwicklung des Kindes am besten vorhersagte.
...
Doch nicht nur gestörte Bindung an Mutter und Familie fördert die ADHS-Entstehung: Der Pädiater nennt noch weitere Faktoren, z.B. dauerhaft hohe Reizpegel, passiver Reizkonsum und Defizit an Eigenaktivität. Bildlich gesprochen: Viele Stunden vor Fernsehen und Computer führen dazu, dass das Kind immer stärkere Reize sucht. Dabei verkümmern Eigenaktivität und die Chance, eigene Kompetenzen zu erwerben. Ungünstige Lebensweltbedingungen (Depressivität der Eltern, Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt in der Familie) wirken sich zudem negativ auf die Entwicklung eines Kindes aus."

Zahlen der AOK Hessen deuten darüberhinaus an, dass mittlerweile 2,4% aller Kinder wegen ADHS behandelt werden, Jungen etwa 3x so häufig wie Mädchen. Unter den 6 - 13-Jährigen ist ADHS besonders häufig vorzufinden.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Bei ADHS liegt ein ähnliches Problem wie bei Migräne vor: Die Medizin hat sich in eine absurde Genetik-Hypothese verrannt. Anstatt dem bewährten Prinzip "Keep it simple" zu folgen und etwa ähnlich wie bei zunehmenden Sonnenbranderkrankungen im Sommer anzunehmen, das könne daran liegen, dass viele Menschen einfach zu lange in der Sonne liegen und nicht etwa an einer genetisch bedingten "Störung" weißhäutiger Menschen, macht man einen unnötigen Tanz ums goldene Kalb.

Und wenn schon die Genetik-Hypothose - ähnlich wie bei Migräne - einer ernsten Prüfung kaum standhält, dann müssen andere Gründe her und die werden wie üblich dort gefunden, wo man sich nicht wehren kann und wird: Diesmal bei den Müttern.

Viel plausibler ist stattdessen, dass auch ADHS ganz wesentlich durch Hypoglykämien, durch zerebrale Über- und Untererregungen im Rahmen stark flukturierender Blutzuckerspiegel mit denkbaren Folgeschäden verursacht wird. Oder durch Glutamat-haltige Lebensmittel wie Kartoffelchips, die bei vielen Kindern so beliebt sind und die noch nicht wissen, was sie sich dabei antun.

Solange die Medizin nicht endlich die Augen für die wirklich dramatischen Lebensstiländerungen öffnet und Ross- und Reiter beim Namen nennt, wird es immer mehr Kranke geben - selbstverständlich genetisch bedingt. Denn wir sind mit Defekten auf die Welt gekommen um behandelt zu werden.




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