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Deutschland, ein Land voll schlapper, dicker Kinder? [Allgemein]
10 Dez 04

Immer mehr Kinder seien dick, und ihr kardiales Risiko sei erhöht, sagen Pädiater und Gesundheitspolitiker, jedoch genaue Daten fehlen

Es lohnt sich auf jeden Fall, genauer hinzusehen, ob immer mehr Kinder zu dick sind. Denn stimmt die derzeit geschätzte Zahl von über drei Millionen dicken Kindern und schleppen diese ihre Pfunde mit ins Erwachsenenalter, dann ist in naher Zukunft mit einem enormen Zuwachs an Patienten mit gewichtsassoziierten, chronischen Erkrankungen zu rechnen - mit all den damit verbundenen sozialen und ökonomischen Folgen.

Präventionsprogramme zu Übergewicht bei Kindern und Projekte für mehr Bewegung und mehr gesunde Kost, sowie Therapiepogramme für bereits zu dicke Kinder sollen dem nun entgegenwirken.

Schon heute kostet es nach Angaben im "Deutschen Ärzteblatt" zirka 25 Milliarden Euro im Jahr, übergewichtige Bundesbürger zu behandeln. Zusätzlich fließen 20 Milliarden in die Therapie von Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, 17 Milliarden in die von Patienten mit Muskel- und Skeletterkrankungen und drei Milliarden in die von Diabetes. Und tatsächlich scheint auch bei immer mehr Kindern die Gesundheit unter zu viel Fett zu leiden.

Wie üblich in Deutschland fehlen jedoch ausreichende epidemiologische Daten. Immerhin: Es mehren sich valide Studiendaten, daß extremes Übergewicht das Entstehen von Typ-2-Diabetes bereits bei Kindern fördert, ebenso wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Es ist nicht nur ein Skandal, dass scheinbar immer mehr Kinder unter Übergewicht leiden, sondern auch dass es keine verlässliche Daten gibt.

Jedes Unternehmen will heute genau wissen, wie sich Kosten und Einnahmen entwickeln, in welchen Gebieten und Bevölkerungsgruppen die Produkte des Unternehmens besonders ankommen und wo nicht, ob ein Produkt in Weiß besser angenommen wird als in Rosa usw..

Dagegen wird die Bundesrepublik Deutschland offenbar geführt, ohne dass elementarste Daten zur Volksgesundheit zur Verfügung stehen.

Es ist für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik von fundamentalster Bedeutung, ob die Bevölkerung im Schnitt immer kränker wird oder nicht. Systematische Erfassungen von Daten scheinen aber auf ganzer Linie zu fehlen. Nicht einmal die Frage, ob deutsche Kinder immer dicker werden oder ob dies nur eine Propaganda der Medizinindustrie zwecks Anbietung weiterer Dienstleistungen ist, lässt sich schlüssig beantworten.

Es wird unbedingt Zeit, dass mehr Gelder für epidemiologische Studien bereitgestellt werden, damit sich der Staat von dem Beratungsmonopol der Medizinindustrie emanzipieren kann.




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