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US-Arzneiaufsicht rät zu Vorsicht bei Celebrex und Bextra [Pharma]
30 Dez 04

COX-2-Hemmer sollen nur eingeschränkt verwendet werden

Nach dem Rheumamedikament Vioxx, das der Hersteller Merck mittlerweile vom Markt genommen hat, geraten weitere Präparate der gleichen Wirkstoffklasse wegen gefährlicher Nebenwirkungen immer stärker unter Druck. So empfehlen Aufsichtsbehörden, diese Medikamente nur noch eingeschränkt zu verwenden. Gleichzeitig bereiten deutsche Anwälte Klagen gegen mehrere Hersteller vor.

Studien hatten bei einigen der so genannten Cox-2-Hemmer ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle aufgezeigt. Jetzt hat die US-Arzneimittelaufsicht (FDA) zu genereller Vorsicht bei der gesamten Wirkstoffgruppe geraten. Zu der Gruppe gehören unter anderem die Medikamente Celebrex und Bextra von Pfizer und Arcoxia von Merck. Die FDA empfiehlt eine Begrenzung des Gebrauchs der Präparate, zum Beispiel auf Patienten mit einem hohen Risiko für Magendarmblutungen. Denn diese profitieren von den Mitteln. Ärzte, die Celebrex oder Bextra verschreiben, sollten aber diesen Nutzen mit den Gefahren für die Patienten abwägen. Die Medikamente könnten „mit einem erhöhten Risiko ernsthafter Herz-Kreislauf-Probleme in Verbindung gebracht werden, wenn sie über einen langen Zeitraum oder in einem risikobehafteten Umfeld (unmittelbar nach einer Herzoperation) eingesetzt werden.“

Die europäische Arzneimittelbehörde Emea in London hat das bereits nach dem Vioxx-Skandal im Oktober aufgenommene Risikobewertungsverfahren für Cox-2-Hemmer nun erheblich beschleunigt und will bereits im Januar die Ergebnisse der Analyse präsentieren.

Gleichzeitig prüfen Anwälte Klagen gegen die Pharmafirmen Merck und Pfizer. Nach rund 1000 Vioxx-Betroffenen, die seine Kanzlei vertrete, hätten sich nun auch viele Patienten gemeldet, die mit dem Pfizer-Pendant Celebrex behandelt worden seien, sagte der Berliner Anwalt Andreas Schulz dem Tagesspiegel.

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