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Verbraucherministerin Künast: Kampf dem Übergewicht [Ernährung]
18 Jun 04

Ende Juni soll die Plattform "Ernährung und Bewegung" vorgestellt werden

Die deutsche Verbraucherministerin Renate Künast hat zu einem Kampf gegen die zunehmende Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit aufgerufen. In ihrer Regierungserklärung mit dem Titel "Eine neue Ernährungsbewegung für Deutschland" sprach die Ministerin von "alarmierenden Zahlen". Neuesten Erhebungen zufolge seien etwa zwei Drittel der männlichen und rund die Hälfte der weiblichen Bevölkerung "leicht bis stark übergewichtig". Eine der Folgen: "Mindestens ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten werden durch Krankheiten verursacht, die stark durch Fehlernährung, Bewegungsmangel und erhebliches Übergewicht mit beeinflusst werden", erklärte Künast.

Besonders erschreckend ist der negative Trend bei den Jüngsten der Gesellschaft: Laut Verbraucherministerium sind etwa ein Fünftel der Kinder und ein Drittel der Jugendlichen übergewichtig. Bei sieben bis acht Prozent der Kinder und Jugendlichen habe das Übergewicht das Ausmaß einer Krankheit erreicht. In diesem Zusammenhang zeigen Untersuchungen auf, dass Diabetes mellitus Typ II (Alterdiabetes) immer mehr junge Menschen betrifft. Den Appell für den Kampf gegen Übergewicht richtete Künast an "die Eltern, die Schule, die öffentliche Hand, die Unternehmen und die Betroffenen". Prävention sei nicht nur die beste Alternative, sondern "das Gebot der Stunde". Sowohl Erwachsene als auch Kinder sollen sich nach den Vorstellungen der Ministerin über gesundere Ernährung informieren und ihren Lebensstil gesünder gestalten. "Fundiertes Wissen über Nahrung, Gesundheit und Ernährung muss zukünftig zum bildungspolitischen Standardwissen gehören", so Künast vor dem Bundestag. Senioren sind dabei ausdrücklich in die Zielgruppe eingeschlossen. Die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren viel getan, um aufzuklären und das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zu fördern. Offensichtlich nicht genug, sonst hätte das Verbraucherministerium nicht ein weiteres Maßnahmenpaket geschnürt. Unter anderem will Künast Ende Juni die Plattform "Ernährung und Bewegung" vorstellen. Damit sollen die Verbreitung von Informationen über gesunde Ernährung gefördert und Aktionen, die Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung motivieren, unterstützt werden.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Es ist zu befürchten, dass die angekündigte Plattform "Ernährung und Bewegung" sich wieder auf (z. T. falsche) allgemeine Empfehlungen beschränken und z. B. zu fettarmer Vollkornernährung aufrufen wird. Damit wird sie den Empfehlungen der DGE weiter folgen, die in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, dass die Situation so verfahren wie jetzt ist . Die Verantwortlichen müssen endlich erkennen, dass die in den letzten Jahren ausgesprochenen Empfehlungen die Situation nicht verbessert sondern verschlimmert haben. Wir benötigen also zunächst einmal andere Empfehlungen.

Beispielsweise schreibt Renate Künast auf Ihrer Homepage:
"In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen mehr als verdoppelt. Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche sind heute übergewichtig. Gründe: zu hohe Kalorienzufuhr, Bewegungsmangel, falsche Ernährung (zu viel Fleisch, fettreiche Wurst, fettreiche Milcherzeugnisse, Süßigkeiten und Gebäck)."

Ferner: "In den USA übrigens ist diese Nachricht schon nicht mehr neu, monatelange Debatten hatten sich auch in den Medien niedergeschlagen. Fett macht fett."

Durch solche offenkundig falschen und speziell in den USA nicht mehr aktuellen Auffassungen (dort glaubt man längst, dass primär Kohlenhydrate fett machen) trägt Renate Künast aktiv zur Verschlechterung der Situation bei.

Positiv ist allerdings anzumerken, dass die Bundesregierung endlich zu erkennen scheint, dass ein wirklich fundamentales Gesundheitsproblem vorliegt, was durch Verbesserung der medizinischen Versorgung nicht zu lösen ist.




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