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Das Familien- und Sozialleben hat bei Menschen mit Migräne angeblich geringe Priorität [Allgemein]
22 Mär 05

Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Migränebetroffene bzgl. Migränebehandlung die Arbeit vor familiäre bzw. Freizeitaktivitäten stellen

Nur eine Person unter fünfen, die unter Migräne leiden, würde für ein gesellschaftliches Vorhaben ein akutwirkendes Migränemittel nehmen, so lautet eines der Ergebnisse, die auf der Migraine Innovators V, dem fünften internationalen Jahreskongress zur Verbesserung des Verständnisses von Migräne und Kopfschmerzen vorgestellt wurden.

Die Migraine Innovators bringt Kopfschmerzspezialisten und Allgemeinmediziner aus ganz Europa zusammen. Die Veranstaltung wird von AstraZeneca im Rahmen des Engagements des Unternehmens gesponsert, in der Migränebehandlung weiterhin innovativ und an vorderster Front aktiv zu sein. Thema der Migraine Innovators ist die Vertiefung des wissenschaftlichen und medizinischen Wissensstandes zur Migräne. Sie bietet darüber hinaus Gelegenheit, sich über die besten Methoden zur Migränebehandlung auszutauschen.

Die Ergebnisse der MAZE IV Studie (Migraine and Zolmitripan Evaluation) zeigen, dass Migräne auf das Sozial- und das Familienleben sowie auf die Freizeitaktivitäten einen negativeren Einfluss ausübt, als auf das Berufsleben. 43 % der Leidenden gaben als Grund für die Einnahme von Triptan zur Behandlung eines Migräneanfalls an, nicht bei der Arbeit bzw. in der Schule fehlen zu wollen. Im Vergleich dazu gaben nur 13 % an, einer gesellschaftliche Verabredung nachkommen zu wollen. Die Ergebnisse wurden von Dr. Astrid Gendolla, Leiterin der Kopfschmerzambulanz der Universitätsklinik Essen in Deutschland, vorgestellt.

Astrid Gendolla erklärte: "Diese Ergebnisse sind schockierend, denn sie zeigen, dass Menschen, die unter Migräne leiden, wenn es darum geht, ihre Migräne zu behandeln, die Arbeit vor ihre familiären und Freizeitaktivitäten stellen. Diese Patienten sollten ihre Prioritäten neu definieren und es ist dazu ausgesprochen wichtig, die Leidenden über die Vorteile einer wirksamen Behandlung aufzuklären".

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Solche Studien haben üblicherweise zum Ziel, mehr Medikamente zu verkaufen. Aus diesen Grunde will man jetzt ein Problem bei den Betroffenen erkannt haben, nämlich dass diese die segensreichen Errungenschaften der Pharmaindustrie nicht ausreichend oft auch in ihrer Freizeit bzw. im familiären Umfeld einnehmen, anstatt zu registrieren, dass gerade Familie und Freunde auch einen Schutzraum darstellen, in welchem promptes Funktionieren weniger stark erwartet wird als im Berufsleben. Und Schutz kann in diesem Zusammenhang auch bedeuten: Gestattung von Rückzug und Schutz vor der Einnahme weiterer schwerer verschreibungspflichtiger Medikamente mit unklarer Langzeitwirkung.

Darüberhinaus kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Studienleiter weder selbst unter Migräne leiden, noch in irgendeiner Weise von der aktuellen sehr schlechten Arbeitsmarktlage und dem dadurch ausgelösten beruflichen Druck tangiert sind und somit die scheinbaren Prioritäten der Migränebetroffenen nicht wirklich beurteilen können.




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