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Tagesablauf regeln hilft [Allgemein]
08 Apr 05

Dr. Jan Brand spricht über Migräne und wie man sie behandeln kann

"Zehn Prozent der Weltbevölkerung leiden an Migräne", erklärte Dr. Jan Brand im PZ-Forum (Pforzheimer Zeitung). Zwei Drittel der Betroffenen seien Frauen und erschreckenderweise kämen immer mehr Jugendliche dazu.

"Während die alten Ägypter versucht haben, Migräne durch Auflegen eines Zitterrochens Herr zu werden, ist der Medizin Mitte der 80er-Jahre der Durchbruch gelungen", so der Referent. Auslöser von Migräne, so genannte Trigger, seien Stress, Regelblutungen, Wetterumschwung, Genussmittel, körperliche Extrembelastung oder Gerüche. "Wer die Migränebereitschaft in sich trägt - sich durch ein hohes Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit auszeichnet - bei dem wird durch einen der genannten Auslöser der Hirnnerv aktiviert", erklärt Jan Brand. Dann beginne die Schläfe zu schmerzen. "Dort fängt es an zu pochen und klopfen, sobald sich die Gefäße weiten und entzünden. Zudem sinkt dann der Serotoninspiegel", so der Referent. Doch so weit müsse es nicht kommen.

Vorbeugend empfiehlt Brand, Magnesium einzunehmen. Das sei vor allem auch gut für Kinder. "Zwei Mal am Tag 300 Milligramm sind ideal. Doch Vorsicht, Magnesium kann Durchfall auslösen." Weiter empfiehlt der Mediziner: Sich entspannen. Auch Naturheilverfahren seien geeignet: Akupunktur und Neuraltherapie können helfen. Ebenso Präparate aus der Homöopathie: Mit Pestwurz, Johannis- und Mutterkraut oder Vitamin B2 habe man gute Erfahrungen gemacht. "Das muss aber jeder selbst ausprobieren." Migränepatienten sollten sich ganz besonders an einen geregelten Tagesrhythmus halten. "Wer am Wochenende ausschläft und das Frühstück versäumt, das aber nicht gewohnt ist, der ist anfällig für die berühmte Wochenend-Migräne." Auch täglich zehn Minuten - nicht nur einmal in der Woche - autogenes Training, Yoga, Muskeltiefenentspannung oder Quigong helfen, sich zu entspannen.

Weitere Infos finden sich in der Pforzheimer Zeitung.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Wir finden solche Empfehlungen zur Regelmäßigkeit ja alle ganz hilfreich, leider ignorieren sie dabei, dass die Anforderungen an die Regelmäßigkeit für Migränebetroffenen nicht Gott-gegeben ist, sondern in aller Regel durch die heute übliche stärkereiche Ernährung erst geschaffen wird. Kaum vorstellbar, dass ein Neandertaler, der mal eine Stunde länger als üblich schlief, am nächsten Morgen mit Migräne aufgewacht ist. Die Empfehlung zur Regelmäßigkeit ist deshalb nicht mehr als eine Übergangslösung, ein Vorschlag, zur Handsteuerung überzugehen (regelmäßig leben, keine Mahlzeiten auslassen, immer zur gleichen Zeit aufstehen), anstatt den Körper dies mit seiner normalen Funktionalität durchführen zu lassen.

Die Eingangs gemachte Trigger-Theorie ist gleichfalls problematisch. Ein Großteil der Betroffenen bekommt Migräne nicht bei Triggern sondern in der Entspannungsphase. Hier müssen dann plötzlich andere Erläuterungen her (zu spätes Frühstück), obwohl nicht erklärt wird, in welchem Zusammenhang diese zu den vorher genannten Triggern stehen. Viele Betroffene bekommen darüberhinaus Migräne in der Nacht, bei weitestgehender Triggerfreiheit. Andere Betroffene reagieren sehr stark auf "natürliche Trigger" wie Menstruation oder Wetterwechsel, all dies lässt keine Verbindung zu Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit erkennen. In der Tat leiden auch Menschen unter Migräne, die alles andere als pflichtbewusst erscheinen.




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