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Defekte Körperuhr macht dick und zuckerkrank [Allgemein]
22 Apr 05

Mutiertes Clock-Gen schuld an Mitternachtssnacks und Schlemmerorgien

Nicht das gute Essen ist Schuld an der steigenden Zahl übergewichtiger und Diabetes-kranker Kinder und Erwachsener, sondern ein defektes "Clock"-Gen. Dieses Gen - das in seiner intakten Form den 24-Stunden-Rhythmus, die Schlaf- und Wachzeit sowie den Hunger und Stoffwechsel von Menschen kontrolliert - ist dafür verantwortlich, wenn das Hungergefühl und der Stoffwechsel außer Kontrolle geraten. Dadurch neigen die Betroffenen Personen tendenziell stärker dazu Gewicht zuzunehmen, hohe Cholesterinwerte zu haben und an Diabetes zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie der NorthWestern University, die in der aktuellen Ausgabe des Science Magazines  veröffentlicht wurde.

Die Wissenschafter züchteten Mäuse mit einem defekten Clock-Gen heran und konnten feststellen, dass diese im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe einen gestörten Schlaf- und Essensrhythmus hatten. Sie tendierten dazu zuviel zu fressen, wurden übergewichtig, hatten erhöhte Blutzucker- und Cholesterinwerte und waren sowohl nachts als auch tagsüber aktiv. Die Forscher führen das darauf zurück, dass sie ungewöhnlich hohe Mengen der appetitauslösenden Hormone Leptin und Ghrelin aufwiesen. "Wir wissen noch nicht sehr viel darüber, wie dieser Zeitmechanismus den Stoffwechsel und die Essgewohnheiten der Menschen kontrolliert. Doch es ist uns gelungen zu beweisen, dass Gewichtszunahme und Stoffwechselstörungen wie Diabetes durch eine Störung des Clock-Gens ausgelöst werden", erklärte Studienleiter Joseph Bass.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Der Artikel wirft gleich eine ganze Reihe von Fragen auf:

  1. Angenommen es stimmt, dass eine Mutation am Clock-Gen solche Wirkungen hinterlassen kann: Durch welche Entwicklung entsteht bei immer mehr Menschen weltweit die entdeckte Mutation?
  2. Der Artikel beschreibt, dass bei Ratten mit einem entsprechenden Gen-Defekt die beschriebenen negativen Wirkungen entstehen. Welcher Umstand hat die Forscher veranlasst, in dem letzten Satz "Doch es ist uns gelungen zu beweisen, dass Gewichtszunahme und Stoffwechselstörungen wie Diabetes durch eine Störung des Clock-Gens ausgelöst werden" auf das abschließende Wort "können" zu verzichten?
  3. Woraus schließen die Forscher, dass die zunehmende Zahl fettsüchtiger und unter Typ-2-Diabetes leidender Menschen sowohl tagsüber als auch nachts aktiv ist und etwa grundsätzlich nächtliche Schlemmerorgien einhält?

Mit anderen Worten: Die Qualität der Ergebnisse steht in keinem Verhältnis zu den vollmundigen Aussagen. Es ist mitunter regelrecht peinlich, welche Arbeiten unter dem Deckmantel der Wissenschaft veröffentlicht werden dürfen.




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