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Kein Anstieg des Schmerzmittelkonsums durch Kombinationspräparate [Pharma]
02 Jul 04

Internationales Schmerzmittel-Monitoring belegt: Kombinationsschmerzmittel gehören in die Hausapotheke

Daten des Schmerzmittel-Monitoring von Boehringer Ingelheim geben neue Hinweise zum Schmerzmittelverbrauch im internationalen
Vergleich. Im Fünf-Jahres-Rhythmus werden seit den achtziger Jahren jeweils die Länder Kanada, Australien, Schweden, Frankreich, Belgien, Deutschland, Schweiz und Österreich nach Trends im Schmerzmittelverbrauch untersucht. Den geringsten Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr haben im internationalen Vergleich Deutschland (46 Tabletten), die Schweiz (40 Tabletten) und Österreich (37 Tabletten).

Wie Dr. Roland Schneider, Boehringer Ingelheim, im Rahmen eines Pressegesprächs darlegte, blieben in diesen Ländern zudem die Einnahmemengen seit 15 Jahren konstant. In Schweden, einem typischen "Monoanalgetika-Land", wird mit 136 Tabletten pro Kopf und Jahr der höchste Gesamtverbrauch beobachtet.

Siehe auch hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine Herstelleruntersuchung (Boehringer Ingelheim), insoweit müssen die Resultate immer mit einer gesunden Skepsis betrachtet werden.

Dennoch haben sehr viele schmerzgeplagte Menschen durch praktische Erfahrungen festgestellt, dass Kombinationspräparate häufig deutlich besser wirken als Monopräparate und dabei offenbar nicht süchtig machen. Dies ist auch kaum vorstellbar, da der Coffein-Gehalt beispielsweise einer Thomapyrin-Tablette deutlich unter dem einer Tasse Kaffee liegt.

Die deutlich bessere Wirkung könnte auch den insgesamt geringeren Verbrauch erklären. Denn insbesondere bei Kopfschmerzen und Migräne sollten die Schmerzmittel möglichst so dosiert werden, dass der Schmerz bald weggeht. Das lässt sich selbst bei mittelstarken Schmerzen eher durch eine angemessene Dosierung eines Kombinationspräparats erzielen. Bei Monopräparaten, die in der gleichen Situation den Schmerz nicht ausreichend unterdrücken, besteht dagegen die Gefahr, dass der Patient dann im Laufe des Tages mehrfach "nachlegt" und so den Tablettenkonsum unnötig in die Höhe treibt.




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