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Weder Coca-Cola noch Masterfoods Schuld an Diabetes [Ernährung]
16 Mai 05

Richter aus Rostock verliert zweiten Prozess

Hans Josef Brinkmann, Richter am Oberlandesgericht Rostock, hatte den Schokoriegel-Hersteller Masterfoods und den Getränkehersteller Coca Cola für seine Diabetes-Erkrankung verantwortlich machen wollen. Aber vorm Essener Landgericht verlor der zuckerkranke Richter nun den zweiten Prozess

Bereits im Herbst 2001 verklagte der Diabetiker den Süßwaren-Hersteller Masterfoods auf Schmerzensgeld, weil er durch den regelmäßigen Verzehr von Schokoriegeln an Diabetes Typ 2 erkrankt sei. Der Hersteller von "Mars" und "Snickers" gewann den Prozess.

Doch damit nicht genug. Der Richter trank außerdem täglich einen Liter Coca-Cola und unterstellte dem Softdrinkhersteller eine Mitschuld an seiner Diabetes-Erkrankung. Auch diesen Prozess verlor der Neubrandenburger Richter nun vor dem Essener Landgericht.

"Es zählt zum allgemeinen Wissen der Verbraucher, dass der Verzehr von zuckerhaltigen Produkten zu gesundheitlichen Schäden führen kann", hieß es im Urteil, wie das ZDF berichtete. Die Richter verwiesen auf die Eigenverantwortung der Verbraucher, denen bekannt sein müsse, dass Coca-Cola einen nicht unerheblichen Anteil von Zucker beinhalte, was schon am süßen Geschmack deutlich werde.

Weitere Infos finden sich bei DiabSite.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Die Vorgehensweise wirkt etwas unkoordiniert, denn der betroffene Richter schien ja alles in sich hineingestopft zu haben, was nur irgendwie Zucker enthielt. Das klingt wenig glaubwürdig.

Problematisch scheint aber auch die Begründung des Gerichts zu sein. Denn anders als bei Alkohol stoppt keine Verkäuferin 10-jährige Kinder, wenn diese mit ausreichend Geld ausgestattet bei den genannten Produkten zulangen. Und in diesem Fall kann man sicherlich kaum von einer Eigenverantwortung sprechen. Also entweder führen diese Produkte in Mengen genossen durchaus zu den genannten Problem, dann können sie nicht unlimitiert an Kinder abgegeben werden, oder ein solcher Zusammenhang besteht nicht.

Die Richter haben aber deutlich gemacht, dass sie es sogar schon fast der Allgemeinbildung zurechnen, dass zuckerhaltige Speisen und Getränke langfristig krank machen können: "Es zählt zum allgemeinen Wissen der Verbraucher, dass der Verzehr von zuckerhaltigen Produkten zu gesundheitlichen Schäden führen kann."

Unter diesen Umständen, müsste der Umgang mit solchen Produkten ähnlich geregelt werden wie der mit Alkohol.




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