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MIST-Studie: Hoher Anteil an Migräne-Patienten mit Herzdefekten [Allgemein]
25 Mai 05

Nun soll die MIST-Studie ermitteln, ob ein Verschluss der PFO die Migräneanfälle reduziert oder eliminiert

Die MIST-Studie (Migraine Invervention with STARFlex(R) Technology) ist der erste prospektive klinische Versuch mit Migräne-Patienten. Erste Erkenntnisse aus dieser Studie, die an der EuroPCR in Paris, der grössten europäischen Jahreskonferenz für invasive Kardiologie, veröffentlicht wurden, bestätigten heute einen höheren Anteil an Herzdefekten, als zuvor angenommen.

Dr. Peter Wilmshurst, Consultant Cardiologist am Royal Shrewsbury Hospital und einer der leitenden Forscher, erklärte: "Bei den Untersuchungen von 370 Patienten mit Migräne mit Aura stellten wir bei 59,5 Prozent einen Herzdefekt fest. Das Bemerkenswerte ist, dass mehr als 40 Prozent der untersuchten Migräne-Patienten einen grossen Shunt aufwiesen, der einen Zufluss von venösem Blut in die arterielle Zirkulation verursachte. Die Häufigkeit ist also sechs Mal grösser als normalerweise."

"Interessanterweise trat diese hohe Inzidenz bei einer Gruppe von Menschen auf, die an häufigen Migräneanfällen mit Aura leiden, im Übrigen aber gesund sind und keinerlei Symptome eines Herzdefektes zeigen."

Frühere Studien berichteten von Foramen ovale (PFO) bei 27 Prozent der Bevölkerung und nur 7 Prozent davon als grössere Defekte. Der Verschluss eines Foramen ovale ist ein Eingriff, mit dem gegenwärtig bestimmte Arten von Apoplexien und Druckfallkrankheiten behandelt werden. Dieser Eingriff wurde bei diversen Patienten als Behandlung erwogen, mit der die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen reduziert oder sogar gänzlich beseitigt werden kann.

Dr. Andrew Dowson, Director, Headache Service, Kings College Hospital, und einer der leitenden Forscher, erläuterte: "Diese ersten Daten aus der MIST-Studie sind äusserst interessant. Bis heute ist die genaue Ursache von Migräne unklar. Falls jedoch durch Shunts wie PFOs venöses Blut in die zerebrale Zirkulation gelangt - ungefiltert und ohne die Lungen zu passieren - könnte es sein, dass dieses venöse Blut Bestandteile enthält, die bei bestimmten Patienten die Migräne auslösen. Nun also ist die nächste Frage für die MIST-Studie, ob der Verschluss der PFO die Migräneanfälle reduziert oder eliminiert. Bis zum Ende dieses Jahres oder anfangs nächstes Jahr sollten wir in der Lage sein, diese Frage zu beantworten."

"Gegenwärtig gibt es keine Heilmethode für Migräne und während es für einige Patienten möglich ist, mit den erhältlichen Arzneimitteln ein normales Leben zu führen, ist es für andere beinahe unmöglich. Die Erkennung dieses beispiellos hohen PFO-Anteils ist ein wichtiger wissenschaftlicher Durchbruch und alle Migränespezialisten erwarten gespannt die endgültigen Resultate aus dieser Studie."

Die Herzdefekte werden derzeit bei der Hälfte der Patienten mit dem Okkluder STARFlex(R), dem "Schirmchen", verschlossen. Durch diesen minimal invasiven Eingriff wird eine Operation am Herzen vermieden. Die anderen Patienten werden für eine Scheinbehandlung randomisiert, die den Eingriff imitiert. Die Inzidenz der Migräneanfälle wird danach während sechs Monaten beobachtet. Den Patienten aus der Scheinbehandlungsgruppe wird im Anschluss an die Studie ein Eingriff zum Verschluss des Herzdefektes angeboten.

Weitere Infos finden sich im Presseportal.



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