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Schmidt prangert zu hohe Medikamentenkosten an [Allgemein]
14 Jun 05

Angeblich Milliardenausgaben für überteuerte Medikamente

Angesichts wieder steigender Ausgaben für Arzneimittel hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) Milliardenausgaben für überteuerte Medikamente kritisiert und weitere Einsparungen gefordert. Bei der Vorstellung des Arzneimittel-Reports 2005 sagte Schmidt, dass "die Ausgaben weit über dem liegen, was eine rationale Arzneimitteltherapie in den gesetzlichen Krankenkassen kosten müsste".

Die Verfasser des Arzneimittel-Reports sehen noch erhebliches Einsparpotenzial insbesondere durch den Einsatz von Generika, also Nachahmerpräparaten, statt teurer Medikamente.

Drei Milliarden Euro werden laut Schmidt für Arzneimittel ausgegeben, die den Patienten nicht besser helfen als preisgünstigere. Angesichts der Entwicklung der Arzneimittelausgaben im ersten Quartal 2005 komme es darauf an, dass "die Selbstverwaltung endlich ihre Hausaufgaben macht".

Die Ministerin forderte Ärzte, Apotheker und Krankenkassen auf, die gesetzlichen Spielräume zur Förderung einer "sicheren und preisgünstigeren Arzneimitteltherapie konsequent zu nutzen". Dazu seien die Vereinbarungen zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen abgeschlossen worden. So müssten die Möglichkeiten genutzt werden, mit Versandapotheken (Frei-Haus-Apotheken) günstigere Preise zu vereinbaren und mit den Arzneimittel-Herstellern direkt Rabatte auszuhandeln.

Der Bremer Arzneimittelexperte Gerd Glaeske kritisierte, dass "immer noch viele unnötige und nur zweifelhaft nützliche Arzneimittel angeboten werden". Er forderte von den Kassen genauere Informationen über "überflüssige" Medikamente. Der jährliche Arzneimittel-Report sei ein Instrument, um "deutlich zu machen, auf welche Arzneimittel verzichtet werden kann", sagte Glaeske.

Glaeske wies darauf hin, dass nur rund vier Prozent der Versicherten etwa die Hälfte aller Arzneimittelausgaben in Anspruch nehmen. "Es sind zum Teil also nur wenige Patienten, die im Rahmen von steuernden Maßnahmen berücksichtigt werden müssen".

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