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Die Kosten für Diabetes steigen [Allgemein]
03 Aug 05

Anteil der Erkrankten an der Bevölkerung hat sich in 45 Jahren verzehnfacht

Immer höhere Kosten im Gesundheitswesen verursacht die Volkskrankheit Diabetes. Experten schätzen, dass zu den rund sechs Millionen bekannten Diabetikern noch einmal zwei bis drei Millionen Betroffene hinzukommen, bei denen der Diabetes noch nicht entdeckt ist. "Bei vorsichtiger Kalkulation betrugen die direkten und indirekten Kosten für den Diabetes in Deutschland über 22 Milliarden Euro (Stand: 2001)", so Professor Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin am Münchner Klinikum Rechts der Isar in einer aktuellen Veröffentlichung der Deutschen Medizinischen Wochenschrift.

Hauners Angaben zufolge werden von den sechs Millionen bekannten Diabetikern rund 1,6 Millionen mit Insulin behandelt, weitere 2,5 Millionen Betroffene erhalten orale Anti-Diabetika zur Therapie, und 1,9 Millionen werden bisher ohne Medikamente mit Diät und Lebensumstellung behandelt. Unter Bezugnahme auf eine Versichertenstichprobe von 2001 in Hessen erläutert Hauner: "Jeder Diabetiker verursachte durchschnittliche Kosten für die Krankenversorgung von 4.457 Euro, von denen 2.193 Euro dem Diabetes zuzuordnen waren." Hochgerechnet auf ganz Deutschland ergeben sich nach Hauners Angaben Behandlungskosten von 14,6 Milliarden Euro. Weitere 7,7 Milliarden Euro kämen für indirekte Kosten hinzu.

Der Anteil der Diabeteskranken an der Gesamtbevölkerung steigt nach Hauners Angaben kontinuierlich. 1960 waren demzufolge etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung an Diabetes erkrankt. Dass sich dieser Anteil bei der Stichprobe 2001 verzehnfacht hatte, lässt den Ernährungsmediziner Schlimmstes befürchten. "Es steht eine Diabetes-Epidemie bevor, die das Gesundheitssystem ernsthaft erschüttern kann", so Hauner.

Weitere Infos finden sich bei LexisNexis.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Die Zahl der Diabetiker soll jährlich um 5% zunehmen. Ähnliche, vielleicht nicht ganz so hohe Zahlen werden bei den anderen großen Zivilisationserkrankungen wie Migräne und generell Kopfschmerzen genannt. Seit Jahrzehnten gibt es Hinweise, die bei vielen Erkrankungen (z. B. Karies, Migräne) ähnliche Ursachen wie bei Diabetes vermuten lassen. Der Schaden, den viele Produkte der Lebensmittelindustrie für die sog. Volksgesundheit und damit die Kosten im Gesundheitswesen in der Summe anrichten, übersteigt damit den Schaden, der etwa durch das Rauchen verursacht wird. Es ist längst klar geworden, dass vor allem die großen chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Migräne das Gesundheitswesen auf Dauer unbezahlbar machen und damit indirekt auch die Gesundheitsversorgung von Menschen beeinträchtigen, die aus ganz anderen Gründen (z. B. Unfällen) krank geworden sind.



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