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Ultraschall gegen Migräne [Allgemein]
12 Aug 05

Behandlungszentrum in Weiterstadt setzt auf "neuro-muskuläre Entspannung"

Migräneschmerz sei vergleichbar mit dem einer Entbindung, sagt Dr. Anne Poole von Osloer Sjølyst Medical Centre. Wie er entsteht, ist nicht wissenschaftlich geklärt, sagt der Weiterstädter Internist und Schmerztherapeut Dr. Lutz Kiefer (55). Nach seiner Theorie resultiert Migräne aus dem Bestreben des menschlichen Gehirns, Ungleichgewichtszustände im Körper schnellstmöglich zu regulieren, auszubalancieren – etwa Verspannungen, die heute in der völlig naturentfremdeten, bewegungsarmen Arbeits- und Lebensweise vor dem und um den Bildschirm bereits weit verbreitet sind – und sicherlich weiter zunehmen werden.

Physiologisch gesehen sind die Ursache Störungen in den Ionenkanälen der Zellen, die erbanlagenbedingt sehr individuell ausgeprägt sind, sich bei manchen nie, bei anderen häufig bemerkbar machen.

Die Blutgefäße dilatieren, so Kiefer, es kommt zu unspezifischen Reizungen der Hirnhaut. Die dadurch verursachten Empfindungen sind individuell sehr stark unterschiedlich: Lichtscheue, stechender Halbseitenkopfschmerz, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Schwindel, Sprachstörungen, Symptome, die mit den Folgen eines Schlaganfalls verwechselt werden – doch Migräne sind.

Dagegen kennt man verschiedene medikamentöse Waffen.

Aber, so sagt Kiefer, mit alldem werden stets nur die Symptome behandelt – 80 Prozent der Migränepatienten gingen im Akutfall gar nicht mehr zum Arzt, sondern schluckten ihre selbst verordneten Schmerzmittel, bei Bedarf eben in reichlicher Menge.

Kiefer setzt dagegen auf eine neuro-muskuläre Therapie, die er nach eigenen Worten mit Kollegen entwickelt hat. Sie fußt im Prinzip darauf, die geschilderten Störungen mit moduliertem Ultraschall zu erreichen. Das Verfahren zeigt Erfolge, sagen seine Promoter – sie verweisen auf rund 700 Behandlungserfolge seit Zulassung der Geräte. Die Methode ist aber wissenschaftlich nicht anerkannt – dazu bedürfe es vor allem noch einer breiteren Datenbasis, sagt Kiefer, aber die will er noch bringen.

Die Behandlungsmethode hat der Internist seit den neunziger Jahren mit Kollegen entwickelt und "Sono-Vital" genannt. Entsprechende Therapiegeräte baut eine Firma Life-Vital in Miltenberg in Lizenz. Die Therapiegeräte erzeugen frequenzmodulierten Ultraschall niedriger Leistung, der punktförmig eingesetzt die vitalen Funktionen "wieder ins Lot bringen" soll. Allein das und auch die Erklärung, die "Sono-Ionen-Therapie" erzeuge im Organismus eine Ionenverschiebung, drücke Natrium- und Calcium-Ionen aus der Zelle und Kalium-Ionen in sie hinein, mag in den Ohren von Schulmedizinern esoterisch klingen.

Weitere Infos finden sich bei echo-online.



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