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Sind Frauen durch Diabetes stärker gefährdet? [Allgemein]
13 Aug 05

Viel Intensiver als früher wird heute an Geschlechtsunterschieden bei Erkrankungen geforscht, jedoch gibt es erstaunlich wenig gesichertes Wissen

"Wir ahnen heute mehr als dass wir wissen, dass der Blutzucker und die Glucosetoleranz bei Männern und Frauen unterschiedlich reguliert werden", formulierte Professorin Regitz-Zagrosek von der Charité in Berlin auf der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Schon seit 20 Jahren ist bekannt, dass ein Diabetes bei Frauen stärker als bei Männern Folgeerkrankungen der Gefäße verursacht.

Diabetische Frauen haben ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt und sterben auch häufiger an einem akuten Infarkt als diabetische Männer. Unstrittig ist auch die Gefährdung durch das polycystische Ovarialsyndrom (PCOS), an dem ca. fünf Prozent der geschlechtsreifen Frauen leiden, aber weit mehr Diabetikerinnen. Primär liegen beim PCOS Zyklusstörungen, erhöhte Blutspiegel der männlichen Hormone mit entsprechenden Folgen (Akne, Damenbart, Behaarung) und Veränderungen an den Eierstöcken vor (polyzystische Ovarien, Unfruchtbarkeit) vor. Die Insulinresistenz bei PCOS führt kompensatorisch zur vermehrten Insulinfreisetzung.

In späteren Jahren läuft der Stoffwechsel aus dem Ruder: Das metabolische Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Arteriosklerose stellt sich bei diesen Frauen früher und häufiger ein als bei Gesunden. Werden PCOS-Frauen schwanger, empfehlen Experten, aufgrund des erhöhten Gestationsdiabetesrisikos bereits im 1. Trimenon einen oralen Glucosetoleranztest durchzuführen.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Es sind zwar fast 3x so viele erwachsene Frauen von Migräne betroffen wie erwachsene Männer, trotzdem gibt es auch hier erstaunlich wenig gesichertes Wissen der Medizin. Die Medizin nimmt mehrheitlich an, dass es sich bei Migräne um eine genetisch bedingte Reizverarbeitungsstörung im Gehirn handelt und folgt man dieser Argumentation, dann müsste die unterschiedliche Häufung von Migräne bei Frauen und Männern durch Unterschiede im Gehirn begründet sein. Dies dürfte aber alles andere als wahrscheinlich sein.

Die Erläuterungen des Artikels machen dagegen deutlich, dass es erhebliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei vegetativen und hormonellen Steuerungen z. B. im Rahmen der Blutzuckerregelung zu geben scheint und diese Beobachtungen scheinen doch erheblich mehr Ansatzpunkte zu bieten.



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