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Haschpillen gegen Migräne [Pharma]
28 Aug 05

Experten befürchten, dass durch Meldungen über positive Wirkungen von Rauschmitteln diese bagatellisiert werden könnten

An der Zimmerdecke baumelten teure Pflanzenlampen, in der guten Stube surrte die professionelle Belüftungsanlage. Statt Usambaraveilchen gedieh bei Edith Sch. aus Hamburg massenweise indischer Hanf. Cannabis sativa, die Plantage auf der Etage. Vorvergangene Woche wurde die 69jährige wegen "Beihilfe zum unerlaubten Anbau von Betäubungsmitteln" zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie habe doch nur ihrem Sohn helfen wollen, der den Stoff gegen seine Schmerzen benötigte, rechtfertigte sich die vierfache Mutter.

Sie bestätigt - bei allem Unrecht - die Arzneimittelforschung: Seit langem ist bekannt, daß die Cannabis-Pflanze schmerzstillende Substanzen enthält. Cannabinoide, die Wirkstoffe der Hanfpflanze, sind als Medikament in Deutschland aber nicht zugelassen.

Drogen können heilen. Nicht nur Hasch, sondern auch die Partydroge Ecstasy und sogar LSD stehen im dringenden Verdacht, therapeutisch nutzbar zu sein. Während die moderne Forschung nach und nach die guten Seiten der Gifte aufdeckt, warnen Politiker und Ärzte vor den gesundheitlichen Risiken. Einen "alarmierenden Anstieg" des Cannabis-Konsums unter Jugendlichen konstatiert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, im "Drogen- und Suchtbericht 2005". Auch Ecstasy sei bedrohlich auf dem Vormarsch.

Psychiatrieprofessor Rainer Thomasius, Leiter der Drogenambulanz am Hamburger Universitätsklinikum, sorgt sich, daß durch positive Meldungen über Cannabis und andere Rauschmittel diese erst richtig hoffähig gemacht, ihre gefährlichen Wirkungen weiter bagatellisiert werden könnten.

Weitere Infos finden sich in der Welt am Sonntag.



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