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Die meisten wissenschaftlichen medizinischen Arbeiten sind wahrscheinlich falsch [Allgemein]
31 Aug 05

Die statistische Wahrscheinlichkeit liegt bei weniger als 50 Prozent

Die meisten veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten sind wahrscheinlich falsch. Zu diesem Ergebnis kommt der Epidemiologe John Ioannidis von der Universität Ioannina  in seiner aktuellen Studie. Probleme mit den Versuchsanordnungen und statistischen Verfahren führen dazu, dass eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 Prozent besteht, dass die Ergebnisse einer beliebigen wissenschaftlichen Arbeit richtig sind. Ioannidis macht dafür die geringe Größe der Samples, ein schlechtes Studiendesign, die Befangenheit der Wissenschafter, eine selektive Auswertung und andere Probleme verantwortlich. Sogar große, gut geplante Studien stimmten nicht immer. Aus diesem Grund sollten Wissenschafter und die Öffentlichkeit mit den berichteten Ergebnissen vorsichtig umgehen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Public Library of Science veröffentlicht.

Als Beispiel für betroffene Forschungsgebiete wurden der Einfluss eines bestimmten Gens auf eine bestimmte Krankheit genannt.

Die Chancen verschlechtern sich für zu kleine Studie zusätzlich. Untersuchungen, die eine geringe Wirksamkeit nachweisen oder Studien mit nicht genau festgelegten Protokollen und Endpunkten erleichtern eine Adaptierung der Ergebnisse. Eine überraschend große Rolle spiele laut Ioannidis auch, wenn ein Forschungsgebiet sehr umkämpft ist und viele Wissenschafterteams sich dem Druck ausgesetzt sehen statistisch signifikante Ergebnisse zu liefern.

Weitere Infos finden sich bei pressetext Austria.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Da also sowieso die meisten Resultate falsch sind (obige Arbeit möglicherweise auch), man aber meist nicht weiß, welche stimmen und welche nicht, wollen wir hier mal ein paar falsche Resultate nennen:

  • Migräne ist eine genetisch bedingte neurologische Erkrankung.
  • Migräne ist nicht heilbar.
  • Migräniker haben einen Porsche im Kopf.
  • Fett macht fett. Wer schlank werden will, sollte sich fettarm ernähren.
  • Das Gehirn des Menschen benötigt mindestens 150 g Kohlenhydrate aus der täglichen Nahrung.

Sollte jemand diesbezüglich anderer Meinung sein und eine Forschungsarbeit vorlegen, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt, dann war diese Forschungsarbeit vermutlich falsch.




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