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Viele Patienten müssen mehr zahlen [Allgemein]
14 Dez 05

Kassen erstatten Arzneimittel in Zukunft nicht mehr voll

SPD und Union haben ein Arzneimittelsparpaket beschlossen, welches in 2006 Einsparungen von einer Mrd. Euro bewirken soll. Die Krankenkassen warnten zugleich, dass Patienten ab 1. April 2006 für zahlreiche Medikamente deutlich mehr als bisher zuzahlen müssen.

Nach dem "Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz", das an diesem Donnerstag in den Bundestag eingebracht wird, sollen die Preise ab April 2006 für zwei Jahre eingefroren werden. Ferner werden sog. Naturalrabatte der Pharmahersteller an Apotheken verboten, in deren Rahmen die Pharmahersteller z. T. mehrere Packungen pro verkaufter Packung den Apotheken kostenfrei zur Verfügung stellten, die diese dann zu Lasten der Krankenversicherungen an die Patienten verkaufen konnten. Und schließlich soll Medizinern, die überdurchschnittlich viele oder teure Präparate verschreiben, das Honorar gekürzt werden. Die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen umgekehrt einen Bonus erhalten, wenn die Ärzte dort besonders kostengünstig verordnet haben.

Geändert wird zudem die bestehende Festbetragsregelung, die z. B. zur Zeit auch für Triptane gilt. Mit dem Sparpaket sollen die aktuellen Festbeträge zum Teil deutlich gesenkt werden. Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche Pharmahersteller dann nicht mehr bereit sein werden, ihre Preise auf die niedrigen Festbeträge zu senken, wie das bei den Triptanen bei den aktuellen Festpreisen noch der Fall war. In diesem Fall muss dann der Patient entscheiden, ob er lieber das preiswertere Medikament haben möchte oder ggf. den Differenzbetrag zum Festpreis selbst bezahlen möchte. Allerdings ist auch vorstellbar, dass bereits der behandelnde Arzt zwecks Einkommenssicherung zum preiswerteren Medikament drängen wird.

Weitere Infos finden sich in der Welt.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Speziell für chronisch kranke Menschen werden die neuen Beschlüsse vermutlich zu deutlich höheren Kosten führen. Vielleicht müssen ja Hartz-IV-Empfänger in Zukunft ihre Migräneanfälle "aussitzen".



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