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GERAC- und ART-Akupunkturstudien: Wertlos durch vorzeitige Entblindung? [Allgemein]
15 Dez 05

Patienten soll es möglich gewesen sein, im Internet herauszufinden, zu welcher Gruppe sie gehörten

Mitte Januar soll der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) eine Entscheidung zur Aufnahme der Akupunktur in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen treffen. Grundlage dazu sollen die durchgeführten ART- und GERAC-Akupunkturstudien sein.

Kritiker sagen aber, dass die ART- und GERAC-Ergebnisse nicht aussagekräftig sein können, weil das Studiendesign für jeden, also auch Patienten, im Internet zugänglich war.

Dieser Punkt ist besonders für die GERAC-Studien sehr wichtig, weil damit klar wird: Jede Testperson, die wollte, konnte herausfinden, zu welcher Gruppe ("Echte"- oder "Plazebo"-Akupunktur: Tief oder oberflächlich gestochen, an richtigen oder "falschen" Akupunkturpunkten) sie gehörte. Was gestochen wurde, sahen die Testpersonen ja oft auch zuhause noch auf der Haut - und ob tief oder oberflächlich gestochen wurde, sah wohl jeder durch bloßes Hinschauen während der Behandlung. Genaue Abbildungen der Lage echter Akupunkturpunkte zum Vergleichen findet man kostenlos im Internet, z. B. hier. Die Patienten aus der Plazebogruppe konnten sich aber aus Frustration, nicht "richtig" behandelt worden zu sein, Zusatztherapie (Schmerztabletten, Entspannungsübungen, Massagen etc.) holen und so ihren Therapieerfolg verbessern. Scheinbares Resultat: Scheinakupunktur wirkt genauso so gut wie echte, "Stechen, egal wohin", Zusatzausbildung überflüssig.

Weitere Infos finden sich hier und hier:

H. G. Endres, M. Zenz, C. Schaub, A. Molsberger, M. Haake, K. Streitberger, G. Skipka, C. Maier, Zur Problematik von Akupunkturstudien am Beispiel der Methodik von Gerac, Schmerz 2005 – 19:201-213.



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