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Bundesverfassungsgericht: Kassen müssen bei lebensbedrohlichen Krankheiten auch Alternativmedizin bezahlen [Allgemein]
16 Dez 05

Schwerkranke können künftig auch die Kosten für alternative Heilmethoden von der Krankenkasse erstattet bekommen

Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts müssen sich Patienten, die an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden, von der Kasse nicht allein auf die wissenschaftlich anerkannten Methoden der Schulmedizin verweisen lassen. Wenn eine "nicht ganz entfernt liegende Aussicht" auf Heilung oder Besserung bestehe, dann müsse die gesetzliche Krankenversicherung auch Behandlungen außerhalb ihres Leistungskatalogs erstatten, befand der Erste Senat.

Die Verfassungsrichter verwiesen insbesondere auf die staatliche Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit. Übernehme der Staat mit einem System der gesetzlichen Krankenversicherung die Verantwortung für die körperliche Unversehrtheit der Versicherten, dann gehöre die Vorsorge bei lebensbedrohlichen oder gar tödlichen Krankheiten zum Kern der Leistungspflicht. Nach den Worten des Gerichts muss deshalb im konkreten Einzelfall geprüft werden, ob sich eine Behandlung günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

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