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Antidepressivas nicht ausreichend wirksam? [Pharma]
26 Dez 05

DGPPN weist Kritik des Arznei-Telegramms an Antidepressiva zurück

Die DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) hat die Kritik des Arznei-Telegramms an den Antidepressivas zurückgewiesen:

Das Arznei-Telegramm suggeriert, Antidepressiva seien nicht in klinisch relevantem Maße wirksam und wegen der Möglichkeit der Induktion suizidaler Phänomene lebensgefährlich. Beides ist falsch. Die in Meta-Analysen von Akutstudien scheinbar geringe Effektstärke ist als Hauptgrund auf den variablen Placebo-Effekt zurückzuführen. Absetzstudien bilden am ehesten die "wahre" Effektstärke (23%) ab. Selbst wenn die Effektstärke nur bei 10% läge, wäre das aus systemischer Perspektive hoch relevant. Derzeit gibt es keine Evidenz, dass Antidepressiva das Suizidrisiko erhöhen. Nicht auszuschließen ist, dass Antidepressiva zu Therapiebeginn das Risiko von suizidalen Gedanken und Suizidversuchen erhöhen, möglicherweise eher SSRI als andere. Deshalb muss den Patienten zu Therapiebeginn besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, für die bisher ein eindeutiger Wirksamkeitsnachweis nicht erbracht wurde, wahrscheinlich wegen des hier besonders hohen Placebo-Effektes. Insbesondere weil es sich um seltene Ereignisse zu Therapiebeginn handelt, können doppelblinde Langzeitstudien nichts zur weiteren Klärung beitragen,zumal sie ethisch unvertretbar wären. Vielmehr muss der Pharmakovigilanz erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
In jedem Fall scheint gegenüber diesen auch bei Migränikern häufig eingesetzten Medikamenten eine gewisse Vorsicht geboten zu sein, dass gilt ganz besonders bei Kindern.




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