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Großes Gehirnvolumen geht mit guten sprachlichen Fähigkeiten einher [Allgemein]
03 Jan 06

Größe macht schlau

Intelligenz hängt – zumindest zum Teil – tatsächlich von der Gehirngröße ab, haben kanadische Forscher nachgewiesen: Je größer das Gehirn, desto höher ist bei Frauen und rechtshändigen Männern die so genannte sprachliche Intelligenz, zu der unter anderem Sprachgefühl, eine gute Auffassungsgabe für Gesprochenes und Kreativität beim Umgang mit Sprache gehören. Die Zusammenhänge zwischen anderen Aspekten der Intelligenz und der Gehirngröße sind dagegen nicht so eindeutig und unterscheiden sich zum Teil deutlich zwischen den Geschlechtern.

Immerhin wurde das Ergebnis erzielt, dass bei Frauen offenkundig die Gehirngröße ein wesentlicher Faktor für die verbale Intelligenz ist. Das gleiche gilt für männliche Rechtshänder, aber nicht für Linkshänder. Die Forscher meinten dazu, dies sei ein Hinweis darauf, dass die sprachliche Intelligenz bei Männern stärker in einer Hirnhälfte konzentriert sei als bei Frauen.

Abstract:
Intelligence and brain size in 100 postmortem brains: sex, lateralization and age factors

S. F. Witelson, H. Beresh, and D. L. Kigar

The neural basis of variation in human intelligence is not well delineated. Numerous studies relating measures of brain size such as brain weight, head circumference, CT or MRI brain volume to different intelligence test measures, with variously defined samples of subjects have yielded inconsistent findings with correlations from 0 to 0.6, with most correlations 0.3 or 0.4. The study of intelligence in relation to postmortem cerebral volume is not available to date. We report the results of such a study on 100 cases (58 women and 42 men) having prospectively obtained Full Scale Wechsler Adult Intelligence Scale scores. Ability correlated with cerebral volume, but the relationship depended on the realm of intelligence studied, as well as the sex and hemispheric functional lateralization of the subject. General verbal ability was positively correlated with cerebral volume and each hemisphere's volume in women and in right-handed men accounting for 36% of the variation in verbal intelligence. There was no evidence of such a relationship in non-right-handed men, indicating that at least for verbal intelligence, functional asymmetry may be a relevant factor in structure-function relationships in men, but not in women. In women, general visuospatial ability was also positively correlated with cerebral volume, but less strongly, accounting for 10% of the variance. In men, there was a non-significant trend of a negative correlation between visuospatial ability and cerebral volume, suggesting that the neural substrate of visuospatial ability may differ between the sexes. Analyses of additional research subjects used as test cases provided support for our regression models. In men, visuospatial ability and cerebral volume were strongly linked via the factor of chronological age, suggesting that the well-documented decline in visuospatial intelligence with age is related, at least in right-handed men, to the decrease in cerebral volume with age. We found that cerebral volume decreased only minimally with age in women. This leaves unknown the neural substrate underlying the visuospatial decline with age in women. Body height was found to account for 1-4% of the variation in cerebral volume within each sex, leaving the basis of the well-documented sex difference in cerebral volume unaccounted for. With finer testing instruments of specific cognitive abilities and measures of their associated brain regions, it is likely that stronger structure-function relationships will be observed. Our results point to the need for responsibility in the consideration of the possible use of brain images as intelligence tests.


Weitere Infos finden sich hier und hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Dieses Ergebnis ist besorgniserregend. Denn gleichfalls gehen viele Anthropologen davon aus, dass das Gehirngewicht des Menschen seit der neolithischen Revolution, d. h. seit der Nahrungsumstellung auf Ackerbau und Viehzucht, rückläufig ist (siehe hier):

"Das menschliche Gehirn ist die komplizierteste Struktur, die wir kennen, im Schnitt etwa 1245 g bei Frauen bzw. 1375g bei Männern schwer. Aus der neuropsychologischen Sichtweise findet alles Lernen und Verhalten, alle psychischen Prozesse im Gehirn statt und werden vom Nervensystem gesteuert.

Mit diesem Gewicht ist das Gehirn etwa dreimal so schwer wie das von Schimpansen oder Gorillas. Der Neandertaler hatte mit etwa 1500g ein schwereres Gehirn als der moderne Mensch, seit der jüngeren Altsteinzeit vor etwa 20.000 Jahren kam es zu einer Reduktion um etwa 150g, sodass manche WissenschaftlerInnen heute von einer permanenten Reduktion ausgehen."

Das hätte dann zur Folge, dass möglicherweise auch die verbale Intelligenz rückläufig ist. Sind uns die wahren Dichter und Denker entgangen, weil es in der Steinzeit noch kein Internet gab, welches in der Lage war, jede jemals gemachte Äußerung eines Menschen festzuhalten?

Oder waren die Gehirne damals deshalb so groß, weil man noch alles auf der eigenen Festplatte abspeichern musste?

Die Untersuchung liefert aber auch eine gute Erklärung dafür, warum manche Männer weniger intelligente Frauen bevorzugen: Wenn schon eine normal intelligente Frau jeden Mann verbal an die Wand reden kann, wie muss das dann erst bei besonders großhirnigen Frauen sein?




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