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Alzheimer = Typ-3-Diabetes? [Allgemein]
13 Jan 06

Sowohl Insulinmangel im Gehirn als auch Insulinresistenz können offenkundig zu Alzheimer führen

Entgegen bisheriger Annahmen wird das Hormon Insulin nicht nur von den ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse sondern auch im Gehirn gebildet. Hier scheint es eine wichtige Rolle bei der Entstehung neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer zu spielen.

Den Ergebnissen amerikanischer Studien an der Brown Medical School in Providence zufolge ist die Insulinbildung im Gehirn von Alzheimerpatienten deutlich vermindert. Hinzu kommt, dass die Wachstumsfaktoren der Insulinrezeptoren ebenfalls deutlich vermindert sind. Dies soll allerdings keinesfalls auf herkömmlichen Diabetes mellitus zurückzuführen zu sein, sondern stellt vermutlich eine dritte Form des Diabetes, einen Typ-3-Diabetes dar. Die Verminderungen der Konzentration des Insulin und seiner Rezeptoren traten nur in Hirnregionen auf, die von der Alzheimer Krankheit betroffen sind. In den Regionen, die nicht von Alzheimer betroffen sind, war die Insulinproduktion unverändert. Dies stellten die Forscher um Suzanne LaMonte anhand von Autopsien an Patientengruppen mit und ohne Alzheimer fest.

Allerdings führen offensichtlich auch erhöhte Insulinspiegel bzw. Insulinresistenz im Gehirn zu Alzheimer. Eine weitere Studie mit Insulininfusionen und Messungen im Liquor (Flüssigkeit, die das Gehirn im Schädel umgibt) macht wahrscheinlich, dass zwischen 40 bis 50 % der Alzheimer-Fälle auf eine vorhandene Insulinresistenz im Gehirn und den dadurch erhöhten Insulinpegel zurückzuführen sind.

Weitere Infos finden sich hier.



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