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Gen auf Chromosom 10 soll jeden fünften Typ-2-Diabetes erklären [Allgemein]
17 Jan 06

Erste Konsequenz soll ein Gen-Test sein

Ein internationales Forscherteam hat einen Gendefekt auf dem Chromosom 10 entdeckt, der 21 Prozent aller Erkrankungen am Typ-2-Diabetes mellitus erklären könnte. Die erste Konsequenz aus den in Nature Genetics (2006; doi:10.1038/ng1732) publizierten Ergebnissen könnte ein Gentest sein.

Der Typ-2-Diabetes mellitus ist in erster Linie eine Zivilisationserkrankung, die vor allem durch Fehlernährung und Bewegungsmangel ausgelöst wird und in den meisten Fällen auch ohne Medikamente heilbar wäre, sofern die Patienten die Disziplin für einen veränderten Lebensstil aufbringen würden. Fest steht aber auch seit langem, dass nicht alle Menschen mit ungünstigem Lebenswandel an einem Typ-2-Diabetes mellitus erkranken und dass Gene einen wesentlichen Einfluss auf die Manifestation haben.

Absehbar ist die Entwicklung eines Gentests, da alle bisher beobachteten Varianten sich auf Veränderungen in einzelnen Buchstaben der DNA zurückführen ließen. Ein solcher Test wäre hilfreich, da er ein erhöhtes Risiko auf einen Typ-2-Diabetes mellitus aufzeigen könnte. Diese Patienten könnten dann frühzeitig intensiver betreut werden.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Einerseits ist es angenehm zu lesen, wie man bei Diabetes Gen-Defekte einschätzt: Die Krankheit wird durch eine ungesunde Lebensweise ausgelöst, aber vorrangig bei denen, die genetisch entsprechend dispositioniert sind. Würden diese Menschen nicht ungesund leben, bekämen sie kein Diabetes.

Es wäre schön, wenn sich solche Erkenntnisse auch bei Migräne durchsetzen würden und man sich verstärkt darauf konzentrieren würde, was bzgl. Migräne ungeeignete Lebensbedingungen sind. Aber davon kann man zurzeit wohl nur träumen.

Auf der anderen Seite möchte man bei solchen Nachrichten nur "aufhören" rufen, weil Gesundheit zunehmend ausschließlich unter kommerziellen Gesichtspunkten betrachet wird.

Man fragt sich auch, welche Konsequenzen denn diese Gen-Tests haben sollen. Beispielsweise könnte ein Ergebnis sein, dass eine Person X das Gen nicht hat und sich folglich einen gewissen ungesunden Lebensstil leisten kann, ohne gleich Typ2-Diabetes zu bekommen. Dafür plagt sich die Person dann mit Migräne und faulenden Zähnen herum. Ist das in irgendeiner Weise anzustreben?

In der Medizin und auch Politik muss man sich auf Dauer einfach einmal dem Thema stellen, dass unsere Lebensmittelindustrie uns mit sehr wohlschmeckenden aber auf Dauer krankmachenden Produkten überschwemmt, wodurch auf Dauer sogar die Leistungsfähigkeit der gesamten Bundesrepublik Deutschland empfindlich geschwächt werden kann (wenn dies nicht schon längst der Fall ist).



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