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Mediziner fordern Diabetes-Tests für Herzpatienten [Allgemein]
31 Aug 04

Unentdeckte Zuckerkrankheit als Killer

Nach zwei jüngsten Großstudien über den Zusammenhang zwischen Diabetes und Herzinfarkten raten Mediziner Patienten, die an Herz-Kreislauf-Komplikationen leiden, dringend zu Diabetes-Tests. Nach der Studie, die beim Europäischen Kardiologenkongress http://www.escardio.org vorgestellt wurde, leiden 75 Prozent aller Diabetiker auch an Herz-Kreislauf-Problemen und 75 Prozent aller Herzinfarkt-Patienten weisen eine "Zuckerkrankheit" oder eine Vorstufe davon auf.

Das Fazit der Experten lautet daher, dass eine routinemäßig Untersuchung nach Diabetes bei Herz-Patienten zahllose Todesfälle vermeiden könnte. Gefordert sei deshalb eine intensive Zusammenarbeit von Diabetes- und Herz-Spezialisten. "70.000 Diabetiker erleiden pro Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt, jeder zweite stirbt daran", so Eberhard Standl vom Städtischen Krankenhaus München-Schwabing. Da viele Menschen an Diabetes erkrankt sind oder eine gestörte Glukose-Toleranz aufweisen, ohne dies überhaupt zu wissen, fordern Kardiologen systematische Kontrollen. "Der Zuckerstoffwechsel aller Herz-Patienten sollte unbedingt routinemäßig untersucht werden", meint auch Lars Ryden vom Karolinska Universitätsspital in Schweden. Diabetes schädige langfristig nicht nur das Herz, das Gehirn und die Nieren, sondern auch die Augen und andere Organe, führt der Experte aus. Daher sei eine intensive und systematische Zusammenarbeit von Herz-Spezialisten und Diabetes-Experten im Interesse der Patienten unbedingt zu fördern.

Wie wichtig die systematischen Blutzucker-Kontrollen sind, zeigt die auf dem Kongress präsentierte NAVIGATOR-Studie, bei der 39.000 Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Risikofaktoren dafür einem Glukosetoleranz-Test unterzogen worden waren. "Etwa ein Fünftel der Untersuchten hatte einen zuvor nicht entdeckten Diabetes, außerdem zeigte sich bei mehr als einem Viertel eine beeinträchtigte Glukose-Toleranz", berichtet John J. McMurray aus Glasgow. "Nur etwa ein Drittel der Untersuchten wies einen normalen Zucker- und Insulin-Stoffwechsel auf." Zu ähnlichen Ergebnissen kam die EuroHeart-Studie, die an über 4.100 Patienten aus 25 Ländern durchgeführt wurde. Nach dieser Untersuchung zeigte sich, dass 58 Prozent der Herz-Kreislauf-Akutpatienten einen gestörten Zucker-Stoffwechsel haben.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Vermutlich würde man bei Migräne-Patienten bzgl. der Glukose-Toleranz ebenfalls zu ganz signifikanten Ergebnissen kommen.




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