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Heilfasten: Medizinische Wirkung umstritten [Allgemein]
02 Feb 06

Heilfasten soll eine reinigende Wirkung haben, Körper und Seele gleichermaßen befreien. Was nach Ansicht von Fastenfans den Körper von Schadstoffen befreien soll, ist bei Medizinern umstritten.

Während der Fastenzeit baut der Körper Fettdepots und Muskeleiweiß ab, stellt sich der Stoffwechsel um und verändert sich der Hormonspiegel. "Heilfasten ist keine Diät und darf nicht als Methode zum schnellen Abnehmen missverstanden werden", sagt Jessica Männel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren aus Düsseldorf. "Das Abnehmen ist dabei nur ein netter Nebeneffekt."

Vielmehr stehe beim Fasten die natürliche Entgiftung des Stoffwechsels über die Reinigung des Magen-Darm-Traktes im Vordergrund. Rheumatische Gelenkerkrankungen können nach Ansicht der Ernährungsmedizinerin durch das Fasten ebenso positiv beeinflusst werden wie Migräne, Neurodermitis oder andere Hauterkrankungen.

Prof. Joachim Mössner, Direktor der medizinischen Klinik am Uniklinikum Leipzig, kritisiert dagegen das Fasten als "medizinisch nicht haltbar und wissenschaftlich nicht begründbar". So warnt der Facharzt für Innere Medizin vor dem mit dem Fasten einhergehenden Mangel an Vitaminen und Nährstoffen. "Die Umstellung des Stoffwechsels kann Nieren und Herz schädigen, zu Gichtanfällen oder Gallensteinen führen."

"Es gibt es im Körper keine Schlacken, die ausgeschwemmt werden können, und solche Hau-Ruck-Methoden wie das Fasten sind ernährungsphysiologisch nicht gut", sagt Mössner. Leber, Darm und Niere seien die wichtigsten Stoffwechselorgane, und die gelte es ein Leben lang gesund zu halten. "Wir müssen eine ausgewogene Ernährung finden, die - kombiniert mit Bewegung - den Körper täglich kontinuierlich satt macht und unseren Belastungen entspricht."

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Wie wir schon öfter betont haben: Die Effekte des Heilfastens entstehen nicht durch Entgiftung oder Entschlackung, sondern durch die Ketose und ggf. dem Aushungern von pathologischen Mikroorganismen im Darm. Und aller Wahrscheinlichkeit entsteht durch die Ketose auch die positive Wirkung bei Migräne.



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