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Meist hält schon eine Diät Gestationsdiabetes in Schach [Ernährung]
09 Feb 06

Jede Schwangere ist als Risikopatientin für einen Gestationsdiabetes zu betrachten und sollte darauf untersucht werden

Der orale Glukosetoleranztest (OGTT) sollte schon im ersten Trimenon vorgenommen werden, wenn bei einer Schwangeren Risikofaktoren vorliegen, empfiehlt der Mediziner Dr. Maul aus Heidelberg. Dazu gehören Übergewicht (BMI über 27), früherer Gestationsdiabetes, bereits geborene Kinder mit über 4500 g Geburtsgewicht, ungeklärte Totgeburten und habituelle Aborte. Liegt der Blutzucker eine Stunde nach Gabe von 50 g Glukose (in 200 ml Wasser) über 140 mg/dl, folgt der Test mit 75 g.

Als Blutzucker-Grenzwerte werden nüchtern 90 mg/dl, eine Stunde postprandial 180 mg/dl und zwei Stunden postprandial 155 mg/dl angenommen. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft liegt ein Gestationsdiabetes vor, wenn zwei der drei Blutzuckerwerte erhöht sind, so der Gynäkologe bei einer Fortbildungsveranstaltung an der Heidelberger Uni-Frauenklinik.

Grazer Kriterien sind Maß für einen Gestationsdiabetes.

"Wir gehen aber bereits von einem Gestationsdiabetes aus, wenn allein der Ein-Stunden-Wert erhöht ist", sagte er und riet, für die Grenzwerte die "Grazer Kriterien" heranzuziehen. Danach besteht schon bei einem Blutzuckergehalt von 160 mg/dl (eine Stunde postprandial) und 145 mg/dl (zwei Stunden postprandial) ein Gestationsdiabetes. Die Begründung: Nach Studiendaten hätten bei solchen Werten bereits 20 Prozent der Ungeborenen einen fetalen Hyperinsulinismus, sagte Maul.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Eine italienische Studie hatte im letzten Jahr ergeben, dass die Blutzuckerspiegel von Migränikern postprandial gegenüber Vergleichsgruppen erhöht sind. Schwangere Migränikerinnen gehören also in jedem Fall zu dieser Risikogruppe.

Auf die erhöhten Blutzuckerspiegel reagiert das ungeborene Kind mit einer verstärkten Insulinausschüttung, wie der Artikel richtig beschreibt. Dieser Hyperinsulinismus verstärkt das Risiko für Migräneerkrankungen. Dies könnte erklären, warum sich Migräne offenkundig fast ausschließlich mütterlicherseits "vererbt".



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