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Das familiäre Migränerisiko steigt mit dem Migräneeintrittsalter und der Schwere der Migräne [Allgemein]
14 Feb 06

Frühes Auftreten der Migräne und besonders schmerzhafte Anfälle sind zusätzliche Risikofaktoren

Eine Studie bzgl. dem familiären Migränerisiko kam zu den folgenden Ergebnissen:

  • Personen, die Verwandte ersten Grades mit Migräne besitzen, haben ein um den Faktor 1,88 erhöhtes Migränerisiko.
  • Begann die Migräne des Verwandten vor dem 16. Lebensjahr, erhöhte sich das Risiko auf den Faktor 2,50, ansonsten nur um den Faktor 1,44.
  • Ist die Migräne des Verwandeten besonders schmerzhaft, besteht ein erhöhtes Migränerisiko um den Faktor 2,38, ansonsten nur um den Faktor 1,52.

Daneben wurden für die familiäre Migräneprävalenz die folgenden Ergebnisse erzielt:

  • Verwandte ersten Grades von Migränikern : 30,1%.
  • Verwandte ersten Grades von Migränikern mit Aura: 33,6%
  • Verwandte ersten Grades von Migränikern ohne Aura: 27,9%
  • Verwandte ersten Grades von Kontrollgruppen: 17,3%

Diese Daten sind wie folgt zu interpretieren: Bei Migränikern leidet in durchschnittlich 30,1% der Fälle auch ein Verwandter ersten Grades unter Migräne.

Abstract:
Familial risk of migraine
Variation by proband age at onset and headache severity


Background: It is well established that migraine aggregates within families. Less is known about the influence of proband characteristics (e.g., age at onset, headache severity) on familial aggregation.

Objective: To examine the association between the proband's migraine severity and age at migraine onset and familial aggregation of migraine.

Methods: The authors investigated the migraine prevalence in first-degree relatives of 532 persons with migraine and control subjects in a population study. Familial aggregation was expressed as the risk of migraine in family members of probands divided by risk in control family members.

Results: The relative risk (RR) of migraine in first-degree relatives of migraine probands was elevated compared with family members of controls (RR = 1.88; 95% CI: 1.30 to 2.72). The RR was also significantly higher for relatives of probands reporting onset of migraine before age 16 (2.50; 95% CI: 1.65 to 3.79) compared with those with onset at age 16 or older (1.44; 95% CI: 0.93 to 2.23). Among probands with very severe average pain scores (i.e., 9 to 10 on a 0 to 10 scale), the RR of migraine in family members was 2.38 (95% CI: 1.56 to 3.62) compared with 1.52 (0.99 to 2.34) for less severe pain (p < 0.05).

Conclusion: Early onset of migraine in the proband as well as the severity of migraines are associated with higher levels of family aggregation.

Stewart WF, Bigal ME, Kolodner K, Dowson A, Liberman JN, Lipton RB: Familial risk of migraine - Variation by proband age at onset and headache severity, Neurology 2006;66:344-348

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Es konnte beobachtet werden, dass Migräne unter Kindern zunehmend häufiger und früher auftritt. Gemäß der vorliegenden Studie dürfte sich hierdurch das familiäre Migränerisiko immer weiter erhöhen. Dies wäre dann in der Tat eine neue Form der Vererbungslehre.




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