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Gestörte Glucosetoleranz durch aktives und passives Rauchen [Allgemein]
08 Apr 06

Ergebnisse der CARDIA-Studie mit Daten aus dem britischen Birmingham

Rauchen kann bei jungen Menschen zu einer gestörten Glucosetoleranz führen, die ein etablierter Risikofaktor für den Typ-2-Diabetes mellitus ist. Das zeigt eine prospektiven Beobachtungsstudie im British Medical Journal (2006; doi:10.1136/bmj.38779.584028.55). Selbst für das Passivrauchen wurde ein erhöhtes Risiko gefunden.

Seit langem ist bekannt, dass Rauchen Krebs auslösen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern kann. Der Typ-2-Diabetes gehörte bisher nicht zu den Folgeschäden des Tabakrauchens, man konnte sogar die Ansicht hören, dass Rauchen, weil es einen Anstieg des Körpergewichts verhindern, eine günstige Wirkung auf das metabolische Syndrom haben müsse, das eng mit dem Typ-2-Diabetes verbunden ist. Die Ergebnisse der „Coronary Artery Risk Development in Young Adults“ CARDIA-Studie ergeben jedoch ein anderes Bild.

Die CARDIA-Studie beobachtet seit 1986 eine Gruppe von 5.115 damals 18 bis 30 Jahre alten jüngeren Männer und Frauen in 4 US-Städten (Birmingham, Chicago, Minneapolis und Oakland). Die Kohorte ist repräsentativ für die städtische Bevölkerung mit einem hohen Anteil von Afroamerikaner von etwa 50 Prozent. Die Teilnehmer werden seither regelmäßig im Abstand mehrerer Jahre kontaktiert und untersucht. Dabei werden auch Blutproben entnommen. Bestimmt werden unter anderem der Nüchternblutzucker und auch der Cotinin-Spiegel, was eine Überprüfung der Angaben zum gegenwärtigen Rauchen erlaubt. Diese waren im allgemeinen zutreffend (1,3 Prozent verschwiegen, dass sie Raucher sind). Diese Laborkontrollen sind eine Stärke der CARDIA-Studie, die die Ergebnisse glaubwürdig machen.

Trotz der relativ niedrigen Alters (Durchschnitt 25 Jahre zu Beginn der Studie) hat jeder sechste Teilnehmern in den ersten 15 Jahren der Studie eine gestörte Glucosetoleranz (Nüchternblutzucker über 100 mg/dl oder Verordnung von oralen Antidiabetika) entwickelt. Diese Rate war bei den Rauchern mit 21,8 Prozent am höchsten und bei Nichtrauchern ohne Passivrauch-Exposition mit 11,5 Prozent am niedrigsten. Nichtraucher mit Passivrauch-Exposition lagen mit 17,2 Prozent dazwischen.


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