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Prämenstruelles Syndrom durch Hormonallergie? [Allgemein]
28 Apr 06

In einer Studie wurden bei Betroffenen erhöhte Spiegel von Östrogen- und Progesteron-Antikörpern gefunden

Allergien gegen Progesteron und Östrogen können offenbar prämenstruelle Beschwerden wie verstärktes Asthma, Migräne oder andere Schmerzsyndrome hervorrufen. Sollte sich das bestätigen, könnte vielen Frauen eine Desensibilisierung helfen.

Weitere Krankheiten, die eine Assoziation zum Menstruationszyklus haben, sind Akne, hereditäre Angioödeme, Behcet-Krankheit (schubartig verlaufende Vaskulitis), Epilepsie, Myasthenia gravis und Migräne.

Ein Forscherteam hat jetzt festgestellt, dass Frauen mit perimenstruellen Beschwerden signifikant erhöhte IgG-, IgM- und IgE-Antikörperspiegel gegen Östrogen und Progesteron aufweisen.

Ein möglicher Pathomechanismus könnte sein, dass Östrogen, Progesteron und ihre Metaboliten als Antigene wirken. Dies hätte zur Folge, dass sie T-Zellen aktivieren und die Bildung von Antikörpern anregen. Dadurch könnten Histamin, Zytokinen und Leukotrienen ausgeschüttet werden. Als zweite Möglichkeit kommt nach Robys Angaben in Betracht, dass es nach Bindung der Hormone an Blutproteine zu einer allergischen Reaktion vom Spättyp (Typ IV) kommt.

Weitere Infos finden sich hier und hier.

Abstract:
Hormone allergy.

BACKGROUND: Estrogen and progesterone have been associated in women with symptoms that include asthma, migraine, dermatitis and pain. OBJECTIVE: We suggest a connection between symptoms associated with hormone changes to a hormone antibody response. METHODS: For IgG, IgM and IgE antibodies to progesterone, blood samples were obtained from 288 healthy control subjects by a commercial lab in California. Blood from 270 patients in Texas with changes in symptoms associated with menstrual cycles was examined. For IgE antibodies to both progesterone and estrogen, blood samples were obtained from an additional 32 healthy control subjects who had no symptoms related to menses and from 98 patients with symptoms associated with menstrual cycles. The symptoms were asthma, migraines and joint pain. RESULTS: At 2 S.D. above the mean values of control subjects, a significant number of patients show high levels of IgG, IgM and IgE antibodies to progesterone and estrogen. CONCLUSIONS: This paper describes evidence of antibodies to the hormones estrogen and progesterone. Progesterone, estrogen and their metabolites, after binding to human tissue proteins, such as albumin or globulin, may act as antigens and promote Type 2 helper cell development, thereby regulating antibody synthesis and allergy. This leads to the possibility of treating a wide variety of disorders by determining hormone allergy and initiating desensitization. Two obvious applications for determination and treatment of hormone allergies are pre-menstrual asthma and menstrual migraines.

Roby RR, Richardson RH, Vojdani A. Hormone allergy. Am J Reprod Immunol. 2006 Apr;55(4):307-13.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Die Forscher sollten vor allem einmal untersuchen, warum es überhaupt zu Immunreaktionen gegen körpereigene Hormone kommt, denn das ist ja alles andere als selbstverständlich. Bekannt sind unter anderem Autoimmunreaktionen gegen Insulin (Typ1-Diabetes) und die Schilddrüsenhormone (Hashimoto). Eine mögliche Erklärung könnten Hormonverschiebungen sein, gegen deren ungünstige Wirkungen sich der Körper wehrt. Dann wäre aber zunächst der Grund für die Hormonverschiebungen zu finden.




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