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Der Atkins-Bluff [Ernährung]
16 Sep 04

Körper verliert angeblich nur Wasser, kaum Fettpolster

Wer mit der Atkins-Diät Pfunde abbaut, kann sich nicht lange darüber freuen. Der Körper verliert dabei nur Wasser, kaum Fettpolster.

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben drei Studien zum Thema Abnehmen verglichen. Dabei haben sie festgestellt, dass die Atkins-Diät – Fettes bis zum Anschlag, aber kaum Kohlenhydrate – nicht erfolgreicher ist als die gängigen Diäten, die auf Fettverzicht setzen, so FOCUS in seiner aktuellen Ausgabe. Die Wissenschaftler um Arne Astrup verglichen die Daten von übergewichtigen Personen, die für die Dauer eines Jahres entweder Kohlenhydrate oder Fett meiden musste, oder zwischen beiden Diätformen wechselten.

Allerdings nahmen die Studienteilnehmer in den ersten Monaten mit Atkins schneller ab als mit fettarmer Diät. Die Ursache: Der Mangel an Kohlenhydraten baut ausschließlich Wasserdepots ab. Nach zwölf Monaten ist der Gewichtsverlust durch Atkins und fettarme Diäten dann jedoch wieder gleich.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Der Artikel des FOCUS ist ein gutes Beispiel dafür, wie offenkundig etablierte Ernährungsexperten simple Fakten fälschen, nur um ihre mittlerweile widerlegten Theorien stützen zu können.

Bei der zitierten Studie von Arne Astrup (einem bekannten Low Fat-Befürworter) handelt es sich - wie aus dem Artikel richtig hervorgeht - nicht um eine eigentständige neue Studie, sondern nur um eine sog. Meta-Studie, die die Resultate anderer Studien zum Thema bewertet.

Zum Thema Wasserverlust wurde dabei von Arne Astrup festgestellt, wie in zahlreichen US-Publikationen nachzulesen war:

"Experts have suspected that the weight loss on a low-carbohydrate diet may be largely due to water loss, because lots of fluid is bound up in the body's carbohydrate stores that are depleted. However, Astrup said body composition studies indicated the weight loss is a real fat loss, not just water."

Mit anderen Worten: Auch Astrup bestätigt, dass die Atkins-Teilnehmer in den untersuchten Studien wirklich Fett und nicht nur Wasser verloren haben. Dies hätte auch verwundern müssen, denn selbst in deutschen Atkins-Foren sind Teilnehmer anzutreffen, die unter einer Atkins-Diät z. B. 70 kg Körpergewicht und mehr verloren haben.

Trotzdem sah sich der FOCUS (und die dahinterstehenden Ernährungsberater) genötigt, etwas anderes zu schreiben, was ganz offenkundig so nie gesagt wurde.

Man ist deshalb geneigt, die Ernährungsberater offiziell an ihre Verantwortung zu erinnern. Über die letzten 30 Jahre sind sie nicht müde geworden und haben LowCarb-Diäten und generell einen hohen Fettkonsum verteufelt. Wissenschaftliche Ergebnisse der letzten Jahre deuten an, dass dies für viele Menschen eine zu einseitige Empfehlung gewesen sein mag, zumal sich bestimmte Stoffwechselerkrankung unter diesen offiziellen Ernährungsempfehlungen epidemisch ausgebreitet haben. Die Ernährungsberater sollten sich endlich ans Herz fassen und sich - zum Schutz der Menschen - weniger von Dogmen als von einer gebotenen Neutralität und Objektivität leiten lassen.




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