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Schmidt mahnt mehr Eigenverantwortung an [Allgemein]
17 Jul 06

Gesundheitsministerin: Die Menschen müssen sich auch selbst um ihre Gesundheit kümmern!

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sieht eine wachsende Bedeutung der Gesundheitsbranche für die Wirtschaft. Auf der Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock machte Schmidt Hoffnungen auf Wachstum durch das steigende Gesundheitsbewußtsein der Menschen.

"Das Gesundheitssystem darf man nicht kaputtsparen", warnte Schmidt. Die Ministerin verwies auf 4,2 Millionen Beschäftigte in der Branche - mit Potential nach oben. Als beispielhaft hob sie die Leistungen der Medizintechnikbranche hervor, aber auch die Arbeit der pharmazeutischen Unternehmen. Trotz Kritik aus dieser Branche sieht Schmidt für sie noch immer gute Standortbedingungen in Deutschland.

Schmidt machte deutlich, daß das Wachstum über die Krankenkassen auch künftig nur moderat ausfallen kann. In diesem Bereich sieht sie die Notwendigkeit, Ressourcen effizienter einzusetzen. Mehr Potential für Wachstum sieht sie in privaten Ausgaben etwa für Präventionsangebote.

In diesem Bereich könne nicht alles von der Solidargemeinschaft übernommen werden: "Die Menschen müssen auch ein Stück eigenes Geld in die Hand nehmen." Schmidt mahnte evaluierte Präventionsangebote an, mit denen es möglich sei, Eigenverantwortung für die Gesundheit wahrzunehmen.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Das mag sein. Allerdings setzt das Gesundheitssystem zu wenig Anreize für Eigenverantwortung. Erfolgreiche Eigenprävention sollte nicht nur mit besserer Gesundheit belohnt werden, sondern sich auch im finanziellen Bereich bemerkbar machen.

Hinzu kommt, dass die Medizin in einigen Bereichen aus offenkundigem Geschäftsinteresse heraus Eigenprävention zu wenig unterstützt. Das Verfahren läuft so: Zunächst unterbleibt die Forschung bzgl. präventiven Maßnahmen, da niemand daran verdienen würde. Dann wird die Krankheit als unheilbar deklariert und präventive Maßnahmen als nicht wirksam diskreditiert ("keine Evidenz"). So zum Beispiel geschehen bei Migräne. Dem Patienten bleibt unter diesen Umständen nichts anderes übrig als sich medikamentös behandeln zu lassen.



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