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Leberschäden durch Pillen, Pulver und Heiltees [Pharma]
17 Jul 06

Symptome sind pathologische Leberwerte, Ikterus, Juckreiz oder Müdigkeit

Scheiden bei erhöhten Leberwerten Ursachen wie Alkoholkonsum oder Virushepatitis aus, kommt die Einnahme von Medikamenten in Frage. Eine entsprechende Anamnese sollte die vergangenen zwölf Monate umfassen.

Als potentiell lebertoxisch kommen nicht nur rezeptpflichtige Arzneimittel, sondern auch frei verkäufliche Präparate, Zubereitungen von exotische Heiltees und Nahrungsergänzungsmittel in Frage. Nach Schätzungen bekommen in den westlichen Industrienationen jährlich etwa 14 von 100 000 Einwohnern einen toxischen Leberschaden durch Arzneien aller Art.

Darauf hat Privatdozent Veit Gülberg vom Klinikum München Großhadern hingewiesen. Bei etwa fünf Prozent aller Patienten, die wegen Ikterus in die Klinik kommen, seien unerwünschte Arzneimitteleffekte die Ursache.

Häufig verordnete Medikamente wie Amoxicillin-Clavulansäure, nichtsteroidale Antirheumatika oder Paracetamol sind zwar gehäuft in Statistiken zu medikamenteninduzierten Leberschäden verzeichnet. Doch kommt nahezu jedes rezeptpflichtige und frei verkäufliche Arzneimittel inklusive pflanzlicher Präparate als leberschädigend in Frage.

Dabei sollte auch an eine idiosynkratische Hepatotoxizität gedacht werden. Sie kann bei empfindlichen Patienten durch Substanzen ohne linearen Bezug zu Dosis oder Expositionsdauer bedingt sein. Für andere Menschen sind dieselben Substanzen völlig harmlos, wie Gülberg sagte.

Gülbert stellte die Kasuistik einer jungen Patientin vor, deren Leberwerte sich immer mehr verschlechterten. Als Ursache wurde schließlich ein exotisches, als gesundheitsfördernd geltendes Getränk (Noni-Saft) ermittelt. Vier Wochen lang hatte die Patientin täglich ein Glas davon getrunken. Nachdem sie auf den Saft verzichtete, besserten sich die Leberwerte rasch.

Weitere Infos finden sich hier.



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