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Akupunktur - GKV-Leistung auch bei Spannungskopfschmerz? [Allgemein]
17 Jul 06

Chef der Gmünder Ersatzkasse fordert Erweiterung / Ministerium hat Entscheidung des Bundesausschusses nicht beanstandet

Der Chef der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Dieter Hebel, hat das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, die Akupunktur auch bei Migräne und Spannungskopfschmerz als Regelleistung der Kassen zuzulassen.

Allerdings zeigt der GEK-Arzneimittel-Report 2006, den Hebel vom Bremer Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske erstellen lässt, dass Akupunktur im Vergleich zu Arzneimitteln eher teuer ist und knapp ein Viertel der akupunktierten Patienten zusätzlich Schmerzmittel benötigen.

Der Hintergrund: Aufgrund langjähriger Evaluationen hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) im April die Wirksamkeit der Akupunktur - die möglicherweise nur auf einem Placeboeffekt beruht - nur für Kniegelenk- und Rückenschmerzen anerkannt, nicht jedoch für Migräne- und Spannungskopfschmerzen. Auch diese Indikationen möchte GEK-Chef Hebel als Regelleistung der Kassen etabliert haben.

Im GEK-Arzneimittel-Report 2006 ist Glaeske nun der Frage nachgegangen, inwieweit die Akupunktur eine Arzneimitteltherapie ersetzen kann. Von den knapp 22 000 GEK-Akupunktur-Patienten bekamen ein Drittel eine Schmerzmittelverordnung im weitesten Sinne, also Medikamente gegen solche Schmerzen, die nicht mit Akupunktur behandelt werden. Gleichzeitig oder in unmittelbarem Zusammenhang mit der Akupunktur erhielten 22 Prozent der Patienten Schmerzmittel.

Nach Auffassung von Glaeske zeigt dies, dass knapp ein Viertel aller Patienten außer der Akupunktur Medikamente zur Schmerzbehandlung benötigen, weil Akupunktur allein nicht ausreichend wirksam sei.

Glaeske schreibt: "Die Frage bleibt letztlich bestehen, ob Akupunktur eine effektive und effiziente Behandlungsoption darstellt. Sie ist deutlich teurer als eine medikamentöse Therapie alleine und muss oft genug, wahrscheinlich wegen zu geringer Effektivität, mit Arzneimitteln kombiniert werden."

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Auch dieser Artikel bestätigt das Gesamtbild: Die Kassen sind eher gewillt, Akupunktur als Behandlung bei Migräne und Spannungskopfschmerzen zuzulassen, die Ärzte sind eher dagegen.



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