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Drückeberger, Faulpelz, Taugenichts - Gibt es auch Männer mit Migräne? [Allgemein]
18 Sep 06

Männer gehen häufig zu spät zum Arzt

„Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man gar keine hat“ – mit dieser These erklärte schon Erich Kästner in seinem Buch „Pünktchen und Anton“ alle Migränepatienten zu Simulanten. Bei Frauen, die tatsächlich häufiger an Migräne leiden als Männer, werden die teils qualvollen Schmerzen immer öfter als echte Beschwerden akzeptiert. Doch Männer haben es richtig schwer. Im Berufsleben gelten sie oft als Drückeberger.

Etwa zehn Millionen Menschen sind in Deutschland von Migräne betroffen. Obwohl meist Frauen an den halbseitigen, pulsierenden Schmerzen leiden, sind mehr als ein Drittel der Patienten Männer. Die Symptome der Migräne sind für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen eine enorme Belastung. Während einer Migräneattacke ist an einen normalen Tagesablauf oft nicht zu denken. Für viele Männer ist die Migräne besonders am Arbeitsplatz ein großes Problem. Wissen die Kollegen erst Bescheid, brauchen die Betroffenen auf den Spott nicht zu warten. Migränepatienten gelten als psychisch labil, nicht belastbar und karriereuntauglich.

Viele Männer verheimlichen daher ihre Beschwerden so gut es geht und schieben andere Erkrankungen vor. Oft gestehen sie sich ihre Erkrankung selbst nicht ein und kümmern sich nur in seltenen Fällen um eine Behandlung. „Dieses Problem ist bei Männern ja generell gegeben“, betont Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg. Männer gehen häufig zu spät oder gar nicht zum Arzt. „Bei Migränepatienten kann dieses Verhalten Folgen haben“, meint der Marburger Schmerzexperte. Häufige Migräneattacken können ein Risikofaktor für eine Chronifizierung der Beschwerden sein.

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