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Schmerzmittel-Wechsel kann Probleme machen [Pharma]
07 Nov 06

43 Prozent hatten nach Umstellung auf Generikum stärkere Schmerzen als vorher

Das Umstellen von chronisch Schmerzkranken mit stabiler Schmerztherapie auf andere Präparate ist nicht immer erfolgreich. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Harry Kletzko von der Deutschen Schmerzliga bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main vorgestellt hat.

In der Untersuchung sind Patienten zum Thema "Umstellung auf ein Generikum" befragt worden. Von 842 Patienten, die den Fragebogen zurückschickten, waren 249 (29 Prozent) von einem Originalpräparat auf ein Generikum umgestellt worden. Bei 79 Prozent waren die Kosten der Grund.

Das neue Mittel linderte zwar bei jedem Zweiten die Schmerzen ebenso wie das alte. Aber 43 Prozent hatten stärkere Schmerzen als vorher. Und chronisch Schmerzkranke sind - selbst bei erfolgreicher Therapie - kaum je völlig schmerzfrei, so Kletzko. Der restliche Schmerz beträgt auf einer Skala von Null bis Zehn (stärkster Schmerz) meist etwa drei Punkte.

In der Umfrage waren die neuen Präparate bei keinem Patienten besser als die vorherigen. Dafür hatte jeder fünfte Patient mehr oder stärkere unerwünschte Wirkungen als vorher. Trotzdem befürworten es zwei Drittel prinzipiell, aus Kostengründen auf ein Generikum zu wechseln. Voraussetzung: gleiche Wirkung ohne stärkere unerwünschte Wirkungen.

Klappt das nicht, sollte das ursprüngliche Präparat wieder eingesetzt und die Rückumstellung dokumentiert werden, so der Schmerztherapeut bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer. Er warnt zudem davor, sich vom Sparzwang zum dauernden Wechsel verleiten zu lassen, je nachdem, was gerade weniger kostet: Das verunsichert die Patienten und zerstört die Compliance.

Weitere Infos finden sich hier.



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